Jörg Wilhelmy
Zunächst als Korrespondent in Südafrika und dem südlichen Afrika tätig, genießt Jörg Wilhelmy es nun, dort zu arbeiten, wo er sich wohlfühlt. mehr
Im Prozess gegen Schwenker (2.v.r.) und Serdarusic (2.v.l.) sagte am Mittwoch der Rechtsanwalt Wiegert aus. (Archivbild)
Tag Zwölf im Prozess um die Manipulationsvorwürfe gegen den früheren THW Kiel-Manager Uwe Schwenker und Ex-Coach Zvonimir Serdarusic: Im Mittelpunkt stand am Mittwoch vor dem Kieler Landgericht die Aussage des Rechtsanwalts und Notars Christoph Wiegert. Der Jurist aus Gettorf (Kreis Rendsburg-Eckernförde) äußerte sich vor allem zu einem Gespräch mit dem Ehepaar Serdarusic Anfang 2009. Der Anwalt bestätigte, dass dabei von Seiten Serdarusic' über Spielmanipulationen und Schiedsrichterbestechung durch Uwe Schwenker gesprochen worden sei.
Wiegert war vom Manager der Rhein-Neckar Löwen, Thorsten Storm, mit zu den Gesprächen im Hause Serdarusic genommen worden. Wiegerts Aussage zufolge war es die Ehefrau des früheren THW-Trainers, die den Anwesenden angebliche Kontoauszüge an Nenad Volarevic und letztlich auch dessen Selbstanzeige als Kopie gezeigt habe. Laut Anklage soll der Kroate Volarevic als Geldbote den Schiedsrichtern möglicherweise das Bestechungsgeld übergeben haben.
Wie Wiegert weiter ausführte, soll Frau Serdarusic gesagt haben, dass man alle diese Unterlagen von der damals in Scheidung lebenden Ehefrau von Manager Schwenker erhalten habe. Die gezeigten Unterlagen sollen später von Frau Serdarusic verbrannt worden sein. Das angeblich bei einem Berliner Anwalt hinterlegte Selbstanzeige von Volarevic ist nie gefunden worden.
Schwenker und Serdarusic wird vorgeworfen, das Rückspiel des Handball-Champions-League-Finales 2007 gegen die SG Flensburg durch die Bestechung der beiden polnischen Referees zu Gunsten des THW verschoben zu haben. Beide bestreiten das.
Der 51-Jährige führte am Mittwoch seine Eindrücke weiter aus. So sei es ihm vorgekommen, als ob es bei der Bestechung von Unparteiischen "nur eine Frage des Geschicks sei, welche Mannschaft da schneller und besser" handele. Ihm sei in den Treffen mit dem Ehepaar Serdarusic vermittelt worden, dass man sich diesen Gegebenheiten hingeben müsse, "um erfolgreich zu sein". Wiegert habe nach den Gesprächen auch das Gefühl gewonnen, dass derartige Praktiken "bei internationalen Spielen gang und gäbe" seien.