THW Kiel: Der Rekordmeister von der Förde
Volle Halle, Stars en masse, Titel im Abonnement - das ist der THW Kiel. mehr
Jubel bei Kiels Schlussmann Andreas Palicka.
Titelverteidiger THW Kiel hat in der Champions League seine Chancen auf den Sieg in der Vorrundengruppe B und damit auf eine gute Ausgangsposition in den K.o.-Runden gewahrt. Der Triple-Gewinner aus Schleswig-Holstein feierte am Sonnabend einen klaren 40:29 (20:15)-Erfolg beim schwedischen Meister IK Sävehof und hält damit weiterhin Kontakt zu Tabellenführer MKB Veszprem. Nur drei Tage nach dem Einzug ins Final Four um den DHB-Pokal hatte die Mannschaft von Trainer Alfred Gislason allerdings zunächst mit Startschwierigkeiten zu kämpfen. Die Kieler, die erstmals in ihrer Europapokal-Geschichte mit der Fähre zu einem Auswärtsspiel gereist waren, wirkten statisch und leisteten sich gleich zu Beginn mehrere "Fahrkarten". Erst nach rund viereinhalb Minuten verbuchten die Gäste den ersten Torerfolg: Der schwedische Rechtsaußen Niclas Ekberg traf per Freiwurf zum 1:2. Bis zum ersten Feldtor durch Aron Palmarsson verstrichen gar 14 Minuten. Vier Minuten später tauschte Gislason den gesamten Rückraum aus.
Zuschauer: 4.531
Tore: Niklas Ekberg (9), Vujin (6), Ilic (4), Jicha (4), Hansen (4), Klein (3), Narcisse (3), Wiencek (3), Palmarsson (2), Sigursson (1), Zeitz (1) für Kiel
Bester Werfer Sävehof: Kristian Bliznac (9)
Sävehof dagegen, im Hinspiel noch mit sichtbar viel Respekt beim Titelverteidiger angetreten, präsentierte sich kämpferisch und kam zu leichten Toren. 6:2 lautete der Zwischenstand nach zehn Minuten aus Sicht der Hausherren. Nach einer Viertelstunde begann der Traum vom Überraschungserfolg jedoch zu bröckeln. Der THW-Motor lief warm, auch Gislasons Maßnahmen fruchteten. Das Blatt wendete sich. "Jetzt geht's los", intonierten die rund 800 mitgereisten THW-Fans - und behielten recht. In der 17. Minute gelang dem Serben Marko Vujin zunächst der Ausgleich zum 8:8, kurz darauf markierte sein eingewechselter Landsmann Momir Ilic die erste Führung. Ein paar Minuten hielten die Gastgeber noch mit aller Macht dagegen, dann brach endgültig der Bann: Mit einem komfortablen Fünf-Tore-Polster für den THW ging es in die Kabinen.
In der zweiten Hälfte machte die Gislason-Formation da weiter, wo sie zuvor aufgehört hatte. Der THW-Express rollte beinahe ungebremst weiter, musste dabei aber keine Höchstleistungen vollbringen. Schon nach 40 Minuten war die Begegnung beim 26:18 entschieden, die Schleswig-Holsteiner sicherten sich im Schongang den Sieg. Bester THW-Werfer war Ekberg (9/6). Sorgen bereitet nur die Verletzung von Marcus Ahlm. Der Kreisläufer hatte früh im Spiel einen Wurf von Kristian Bliznac ins Gesicht bekommen. Beim Schweden besteht der Verdacht einer Einblutung im Auge.