Handball im Norden
Aktuelle Meldungen und Hintergründe zu den Teams der Handball-Bundesliga. mehr
Nationalspieler Pascal Hens (r.) ist einer der Leistungsträger der aktuellen HSV-Mannschaft.
Lange Zeit bestimmten Schlagzeilen abseits des Balles die Nachrichtenlage rund um den HSV: Personalfluktuation in der Führungsetage, Etatlücken, Verstoß gegen die Bundesliga-Lizenzauflagen, Punktabzug - die Liste der Horror-Meldungen ließe sich lange fortsetzen. Tiefpunkt Anfang 2005: die Insolvenz der Trägergesellschaft Omni Sport GmbH sowie die Verurteilung von deren Geschäftsführer Winfried M. Klimek wegen Betrugs. Kein Wunder, dass die Konkurrenz das Geschehen beim "Projekt" HSV argwöhnisch beäugte. Erst die Spielzeit 2006/2007 brachte die Wende. Nach der Konsolidierung des Club-Umfelds fand auch die Mannschaft auf dem Handball-Parkett in die Erfolgsspur und wurde in der Saison 2010/11 erstmals deutscher Meister.
Begonnen hatte alles 1999. Da übernahm der HSV Lübeck die Bundesligalizenz des VfL Bad Schwartau und bildete mit diesem die Spielgemeinschaft (SG) VfL Bad Schwartau. 2002 folgte aus wirtschaftlichen Gründen der Umzug nach Hamburg und der Erwerb des Namens und des Logos des Traditionsvereins HSV. Das Pokalfinale und der Gewinn des Supercups 2004 unter Trainer und Triebfeder Bob Hanning boten sportlich Erfreuliches, doch hinter den Kulissen brodelte es weiter. Erst die Amtsübernahme des jetzigen Präsidenten Andreas Rudolph Anfang 2005 - inklusive eigener kräftiger Finanzspritzen - führte den wirtschaftlich klammen Verein in ruhigeres Fahrwasser, auch wenn Trainer Hanning Anfang Mai 2005 nach einer Spielerrevolte gehen musste. Nach einem Intermezzo von Christian Fitzek führte Trainer Martin Schwalb den Club in die nationale Spitze. Nicht nur sportlich hat sich der HSV in Hamburg etabliert. Nach schwierigen Anfangsjahren strömen inzwischen durchschnittlich knapp 10.000 Fans pro Spiel in die Arena.
Obwohl Schwalb nicht immer unumstritten war, formte er den HSV zu einer Spitzenmannschaft. Nach zwei DHB-Pokalsiegen und dem Erfolg im Europacup der Pokalsieger feierte der Club in der Saison 2010/11 endlich die ersehnte erste deutsche Meisterschaft. Nach einem 35:30-Erfolg am viertletzten Spieltag gegen den VfL Gummersbach knallten in Hamburg die Sektkorken. Wie groß das Vertrauen in Meistertrainer Schwalb in Hamburg ist, zeigt die Tatsache, dass der ehemalige Nationalspieler im Juni zum neuen Vereins-Präsidenten gewählt wurde. Er folgte Club-Mäzen Rudolph, der seinen Abschied nach der Saison 2010/11 frühzeitig angekündigt hatte - und ein großes finanzielles Loch hinterließ. Doch noch während der verkorksten und titellosen Saison 2011/2012 (nur Rang vier) nahm Schwalb wieder auf der Trainerbank Platz, sein Nachfolger in der Clubführung wurde Matthias Rudolph. Erst im September 2012 löste der HSV bei einem Qualifikationsturnier eine Wildcard für die Champions League. Was dann folgte, kam einem Wunder gleich: Die Hamburger qualifizierten sich für das Final Four in Köln, wo sie im Halbfinale überraschend Titelverteidiger Kiel in die Schranken wiesen. Im ersten Champions-League-Finale überhaupt gelang dann sogar der ganz große Coup mit einem Sieg über den FC Barclona.
| Vollständiger Vereinsname: | Handball Sport Verein Hamburg e.V. |
| Gegründet: | 1999 / Aufnahme Spielbetrieb 2002 |
| Vereinsfarben: | blau-weiß-rot |
| Größte Erfolge: | Champions-League-Sieger 2013, Deutscher Meister 2011, Sieg im Europapokal der Pokalsieger 2007, DHB-Pokalsieger 2006 und 2010, Supercupsieger 2004 und 2006, DHB-Pokalfinale 2004, 2008 |
| Halle: | O2 Arena |
| Fassungsvermögen: | 12.810 Zuschauer |
| Anfahrt: | A7 bis Abfahrt Volkspark, Beschilderung zur Arena folgen |
| Trainer: | Martin Schwalb |
| Co-Trainer: | Jens Häusler |
| Sportlicher Leiter: | Martin Schwalb |
| Präsident: | Matthias Rudolph |