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SG Flensburg-Handewitt - Der "ewige Zweite"

Jubel bei Flensburgs Michael Knudsen © living sports Detailansicht des Bildes Absoluter Leistungsträger im Trikot der SG Flensburg-Handewitt: der Däne Michael Knudsen. Auch ein zweifelhafter Ruf will hart erarbeitet werden. Vier Vizemeisterschaften in fünf Jahren sowie drei hauchdünn verpasste Titel innerhalb weniger Wochen im Jahr 2000 drückten den Bundesliga-Handballern der SG Flensburg-Handewitt den Stempel "ewiger Zweiter" auf. Doch da im Sport der zweite Sieger auch der erste Verlierer ist, kämpfte man an der Förde verzweifelt gegen den Ruf an - am 16. Mai 2004 folgte endlich die Befreiung: Ein 41:32-Heimsieg über die HSG Nordhorn ließ die Schale mal nicht nach Kiel, sondern erstmals in der Bundesliga-Geschichte 86 Kilometer weiter nordöstlich an die deutsch-dänische Grenze wandern.

Dem Hattrick im DHB-Pokal (2003-2005), dem City-Cup-Gewinn 1999 oder dem Triumph im Europapokal der Pokalsieger 2001 zum Trotz - das unschöne Etikett streiften die Flensburger erst mit dem ersten deutschen Meistertitel ab. Einen bitteren Rückfall mussten die Schleswig-Holsteiner in der Saison 2006/2007 hinnehmen. Im deutsch-deutschen Champions-League-Finale zog die SG gegen den ewigen Rivalen THW Kiel den Kürzeren.

Viele Skandinavier sorgen für Erfolg

Die Spieler der SG Flensburg-Handewitt jubeln. Flensburg-Handewitt ist am 13.04.2003 erstmals DHB-Pokalsieger. © dpa Detailansicht des Bildes Erster nationaler Titelgewinn für die Flensburger: Nach einem dramatischen 31:30 gegen TuSEM Essen feiern die Spieler den Pokalsieg 2003 mit einer Sektdusche. Bereits seit den 20er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts gilt der Raum Flensburg als Handball-Hochburg. In der an Fusionen und Vereins-Zusammenschlüssen reichen Vergangenheit gab der TSB Flensburg 1980 ein kurzes Intermezzo in der Bundesliga, die SG Weiche-Handewitt entwickelte sich ab 1984 zu einer "Fahrstuhlmannschaft". 1990 schließlich schlossen sich der TSB Flensburg und der Handewitter SV zur SG Flensburg-Handewitt zusammen - eine Erfolgsgeschichte begann. Nach dem Bundesligaaufstieg 1992 vermied man zwar ein Jahr darauf nur wegen des Konkurses des TSV Milbertshofen den direkten Wiederabstieg, doch von der Saison 1993/1994 an bis zur Spielzeit 2008/2009 war die SG nie schlechter als Rang vier platziert.

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Der Flensburger Rückraumspieler Ljubomir Vranjes beim Wurf © living-sports
 
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Lange Zeit als "ewiger Zweiter" abgestempelt, hat die SG Flensburg-Handewitt den Status einer europäischen Spitzenmannschaft erreicht. Eindrücke aus den vergangenen Jahren.

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Viele Stars aus Skandinavien - vor allem aus dem Nachbarland Dänemark - halfen im vergangenen Jahrzehnt mit, die Nordlichter zu einer der ersten Adressen im europäischen Handball werden zu lassen. Prominentester Akteur der Vereinsgeschichte ist Lars Christiansen, der von 1996 bis 2010 insgesamt 2.875 Bundesliga-Treffer für die SG erzielte. Die traditionell lautstarke Unterstützung der eigenen Fans ließ in der Wikinghalle, der Flensburger Fördehalle oder der jetzigen Spielstätte, der Campushalle, den Mythos der "Hölle Nord" entstehen. Nicht ohne Grund: Zwischen September 2003 und Dezember 2005 feierte die SG 39 Heimsiege in Folge.

Posse um Coach Carlén

Per Carlen, Ex-Trainer der SG Flensburg-Handewitt © picture-alliance Detailansicht des Bildes Per Carlén stand knapp zwei Jahre bei der SG als Coach an der Seitenlinie. Das gelang unter der Regie von Trainer Kent-Harry Andersson. Die fünfjährige Erfolgsgeschichte des Schwedens an der SG-Seitenlinie ging im Dezember 2008 zu Ende. Nach einer schwachen ersten Saisonhälfte rangierten die Schleswig-Holsteiner lediglich auf dem fünften Tabellenrang, als Manager Fynn Holpert Andersson beurlaubte. Der bisherige Co-Trainer, Per Carlén, übernahm das Amt als Chefcoach. Am Ende der Serie standen die Flensburger trotzdem nicht besser da, qualifizierten sich nach dem zwischenzeitlichen Abrutschen auf Rang acht als Fünfter aber immerhin noch für den EHF-Cup. In der darauffolgenden Saison kletterte das Team in der Liga weiter nach oben auf Rang drei - und qualifizierte sich somit einmal mehr für die Königsklasse. Trotzdem endete Carléns Amtzeit im November 2010. Der Schwede schwieg monatelang eisern zu Spekulationen, er habe bereits für 2011 einen Vertrag beim HSV unterschrieben. Am 11. November informierte er die SG-Führung, dass er seinen am Saisonende auslaufenden Kontrakt in Flensburg nicht verlängern werde. Der Club trennte sich daraufhin von seinem Coach und beförderte Sportdirektor Ljubomir Vranjes zum Trainer.

Verein
Vollständiger Vereinsname:Spielgemeinschaft Flensburg-Handwitt
Gegründet:1990 aus den Vereinen Handewitter SV und TSB Flensburg
Vereinsfarben:blau-weiß
Größte Erfolge:Deutscher Meister 2004, 3 x DHB-Pokalsieger, EHF-Pokal 1997, City-Cup 1999, Supercup 2000, Europacup der Pokalsieger 2001 und 2012, Champions-League-Finale 2004 und 2007
Spielstätte
Halle:Campushalle
Fassungsvermögen:6.300 Zuschauer
Anfahrt:B 200 Abfahrt Flensburg-Süd, auf die Osttangente, links in die Kanzleistraße
Personal
Trainer:Ljubomir Vranjes (seit November 2010)
Präsident:Frerich Eilts (TSB Flensburg)
Geschäftsführer:Dierk Schmäschke
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