Stand: 27.03.2016 19:37 Uhr

Flensburg feiert: Viertelfinal-Einzug perfekt

von Matthias Heidrich, NDR.de
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Jubel bei Flensburg über den Einzug ins Champions-League-Viertelfinale.

Mit einer in der ersten Hälfte spielerisch und der zweiten Hälfte kampfstarken Leistung ist die SG Flensburg-Handewitt ins Viertelfinale der Handball-Champions-League eingezogen. Der Titelträger von 2014 bezwang im Achtelfinal-Rückspiel den französischen Ligapokal-Sieger Montpellier HB mit 31:30 (20:14). Das erste Duell hatte die SG mit einem Tor für sich entschieden. Die Flensburger zeigten im 300. Spiel mit Trainer Ljubomir Vranjes an der Seitenlinie vor allem im ersten Abschnitt, dass sie das bessere Team sind. In der Runde der letzten Acht trifft der Bundesliga-Zweite nun auf das polnische Top-Team KS Vive Kielce, das es im vergangenen Jahr bis ins Final Four geschafft und dort nach einem Sieg gegen den THW Kiel Rang drei belegt hatte.

Holger Glandorf von der SG Flensburg-Handewitt © NDR

Glandorf: "Wir wollen unbedingt nach Köln"

Ein hartes Stück Arbeit war das Achtelfinale gegen Montpellier für Flensburg. Für Holger Glandorf ist das Ziel jetzt klar: Er will mit der SG zum Champions-League-Final-Four nach Köln.

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Glandorf glüht, Eggert auf den Punkt

Mit offenem Visier gingen beide Teams regelrecht aufeinander los. Tempo-Handball war angesagt, auf Augenhöhe. 7:7 stand es nach 14 Minuten, wobei auf SG-Seite vor allem Holger Glandorf heiß lief. Sechs der ersten sieben Flensburger Treffer gingen auf das Konto des Rückraum-Hünen. Taktisch agierte das Vranjes-Team konsequent mit einer 6:0-Deckung, weil Montpelliers Verletzungssorgen vor allem im Rückraum angesiedelt waren. Trotzdem fanden die Franzosen immer wieder Lücken. Die erste Zwei-Tore-Führung der Gastgeber blinkte auf der Anzeigetafel erst nach 19 Minuten auf - 11:9. Eine doppelte Überzahl nutzte die SG, um fünf Minuten vor der Pause auf 15:11 davonzuziehen, zweimal in Folge traf Lasse Svan. Neben dem Rechtsaußen und Glandorf brillierte bei den Schleswig-Holsteinern vor allem Anders Eggert. Aus dem Spiel heraus war der Däne kein Faktor. Dafür brachte der Linkshänder alle fünf Siebenmeter der ersten Hälfte im Ziel unter (am Ende waren es acht von acht). Zudem war der Wechsel auf der Torwart-Position vom glücklosen Mattias Andersson zum gut aufgelegten Kevin Möller der richtige Schachzug von Vranjes. Es lief von Minute zu Minute besser für die Flensburger, die sich mit einem Ausrufezeichen in die Kabine verabschiedeten: Svan und Eggert präsentierten zur 20:14-Pausenführung einen Kempa-Trick - die "Hölle Nord" war nun vollends auf Betriebstemperatur.  

Handball-Krimi in Hälfte zwei

Flensburg - Montpellier 31:30 (20:14)

Tore Flensburg: Eggert (12), Glandorf (6), Schmidt (4), Svan (3), Gottfridsson (2), Jakobsson (2), Mogensen (1), Toft Hansen (1)
Montpellier: Gajic (12), Kavticnik (6), Dolenec (4), Bonnefond (3), Borges (3), Gaber (2)
Zuschauer: 5.700
Disqualifikation: - / Fabregas (54./Unsportlichkeit)

Den Schwung der ersten Hälfte ließ die SG allerdings in der Kabine liegen. Im Angriff ging auf einmal gar nichts mehr. Auch weil Arnaud Siffert im Tor von Montpellier nun unüberwindbar war. Mit einem 4:0-Lauf kamen die Franzosen auf 18:20 heran (37.). Vranjes nahm eine Auszeit, um seine Mannschaft neu aufzustellen. Thomas Mogensen brach nach knapp acht gespielten Minuten in der zweiten Hälfte den Bann und traf für Flensburg zum 21:18. Trotzdem traten die Schleswig-Holsteiner in den zweiten 30 Minuten nicht so dominant auf wie in Hälfte eins. Montpellier erwies sich als äußerst zäher Gegner. Sieben Minuten vor dem Ende waren die Gäste auf 26:27 dran. Nun war es ein Handball-Krimi, trotz Sechs-Tore-Führung der Gastgeber zur Pause. Die Franzosen schwächten sich in der Folgezeit allerdings selbst durch eine Undiszipliniertheit. Ludovic Fabregas stieß nach einem harten Zweikampf Johan Jakobsson um und sah Rot (54.). Flensburg brachte die Partie mit Erfahrung und Leidenschaft nach Hause. "Wir haben in der zweiten Halbzeit nicht immer die richtigen Entscheidungen getroffen. Aber im Grunde ist es uns egal, wir sind eine Runde weiter", sagte Glandorf im NDR Interview.

Viertelfinale bringt Terminprobleme

Für das Viertelfinale gegen Kielce stehen nun schwierige Absprachen ins Haus. Die Champions League, die Olympia-Qualifikation, der nationale Terminkalender und die Belegung der Heimspielstätte lassen nicht viel Spielraum im April. In den offiziellen Spielplänen fallen die Rückspiele für das Königsklassen-Viertelfinale und das Final Four um den DHB-Pokal (30. April/1. Mai) terminlich sogar zusammen.

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