Stand: 23.03.2016 22:13 Uhr

Kiel mit Kraftakt ins Viertelfinale

von Matthias Heidrich, NDR.de

Der THW Kiel hat mit einem Kraftakt ein historisch frühes Aus in der Handball-Champions-League verhindert. Der deutsche Meister feierte im Achtelfinal-Rückspiel vor eigenem Publikum gegen Pick Szeged einen 36:29 (18:14)-Sieg und machte so die 29:33-Niederlage aus dem ersten Duell wett. Die meisten Tore für den THW warf Marko Vujin (9). Bei den Ungarn waren Dean Bombac und Jonas Källmann (je 7) am erfolgreichsten. Damit treffen die "Zebras", die in 18 Jahren Königsklasse noch nie im Achtelfinale gescheitert sind, im Viertelfinale auf den Mitfavoriten FC Barcelona. "Es war eine unglaubliche Stimmung. Das hat die Mannschaft so gepusht. Am Ende haben sich das hier alle verdient", sagte THW-Manager Thorsten Storm im NDR Interview.

Intensiver Schlagabtausch

Kiel ging von Beginn äußerst aggressiv zu Werke, spielte fast eine 4:2-Deckung. Doch die Ungarn hielten gut dagegen, vor allem Källmann, der die ersten vier Treffer der Gäste im Alleingang markierte. 5:5 nach zehn Minuten. Es war früh klar, dass sich die über 10.000 THW-Fans in der Halle auf einen Handball-Krimi einstellen mussten. Genauso klar: Ohne starke Torhüter-Leistung würde es schwer werden für die Kieler. Das wusste auch Landin und präsentierte sich mit dem ersten Wurf auf sein Tor in Topform. Bezeichnend, dass ausgerechnet der THW-Schlussmann nach 18 Minuten erstmals einen Vier-Tore-Vorsprung herstellte. Er traf mit einem Flachwurf übers ganze Feld zum 11:7, nachdem Szeged seinen Torwart rausgenommen hatte. Fertig hatten die Ungarn aber noch lange nicht. Sie kamen wieder heran. Auch, weil der THW in seiner sehr offenen Deckung viel Angriffsfläche bot. Ein weiteres Problem im Kieler Spiel: Domagoj Duvnjak war in den ersten 30 Minuten kein Faktor für den THW, traf nicht einmal. Trotzdem gingen die Schleswig-Holsteiner mit einer vielversprechenden 18:14-Führung in die Pause.   

Landin als Garant des Sieges

Kiel - Szeged 36:29 (18:14)

Tore THW Kiel: Marko Vujin 9/5, Ekberg 7, Dissinger 5, Brozovic 4,
Duvnjak 3, Dahmke 3, Anic 2, Cañellas 2, Landin 1
Szeged: Källman 7, Bombac 7/3, Antonio Garcia 4, Mindegia 3,
Balogh 2, Dos Santos 2, Ancsin 1, Vranjes 1, Prodanovic 1, Blazevic 1
Zuschauer: 10.250

Auch nach dem Seitenwechsel lieferten sich beide Teams einen offenen Schlagabtausch. Kiel warf alles rein und ging nach 39 Minuten zum ersten Mal auf fünf Tore weg - 23:18. Das würde zum Viertelfinaleinzug reichen, die Halle tobte. Kurze Zeit später waren es sogar sechs Treffer (27:21, 44.). Doch Szeged erwies sich als hartnäckiger Widersacher, fand immer wieder Lücken in der THW-Deckung um zu verkürzen. Angetrieben von ihren frenetischen Fans wollten die Kieler nun aber die Vorentscheidung erzwingen. Und das gelang. Der überragende Landin nahm Szeged in den letzten acht Minuten drei Freiwürfe weg und vorne gingen die "Zebras" auf 34:27 davon (58.). Das reichte, um das Hammer-Viertelfinale mit dem FC Barcelona zu erreichen. "Wir sind ein kleiner Außenseiter, aber auch Außenseiter sind schonmal ins Halbfinale eingezogen", sagte Storm.

36:29 - Kiel gelingt die Aufholjagd

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