Das Final Four in Köln
Halbfinals:
KS Kielce - FC Barcelona 23:28 (10:13)
THW Kiel - HSV Hamburg 33:39 (16:19)
Spiel um Platz drei:
KS Kielce - THW Kiel 31:30 (19:12)
Finale:
FC Barcelona - HSV Hamburg 29:30 (25:25/11:9) n.V.
Bot eine überragende Vorstellung gegen Kiel: Hamburgs Rückraum-Ass Domagoj Duvnjak (M.).
Die Handballer des HSV Hamburg haben für eine Sensation gesorgt und Titelverteidiger THW Kiel im Halbfinale der Champions League gedemütigt. Die Mannschaft von Martin Schwalb gewann am Sonnabend in Köln das Nordderby gegen den deutschen Meister und Pokalsieger mit 39:33 (19:16). Damit schafften die Hamburger im vierten Anlauf erstmals den Sprung ins Finale der Königsklasse und könnten mit einer weiteren Überraschung den größten Erfolg der Vereinsgeschichte perfekt machen. Im Endspiel (heute, 18 Uhr) trifft der deutsche Meister von 2011 auf Rekordsieger FC Barcelona, der sich im zweiten Halbfinale mit 28:23 gegen KS Kielce durchsetzte. Die Kieler indes müssen den Traum vom zweiten Triple in Folge begraben und sich heute (15.15 Uhr) gegen Kielce mit dem Spiel um Platz drei begnügen.
"Die ganze Mannschaft hat perfekt gespielt. Es war unglaublich", sagte Domagoj Duvnjak, der mit elf Toren der überragende Werfer der Hamburger war. Torhüter Johannes Bitter sieht den HSV im Endspiel gegen Barca nicht chancenlos: "Ich glaube, dass mir Barcelona sehr gut liegt. Die Chancen stehen 50:50." Kiels Erfolgstrainer Alfred Gislason hatte sichtlich an der Demütigung zu knabbern: "Ich bin sehr traurig und enttäuscht, dass wir es nicht geschafft haben, ins Finale zu kommen", sagte er.
Kiels Trainer Alfred Gislason schaut dem Spiel seiner Mannschaft mit grimmiger Miene zu.
Das deutsche Duell hielt alles, was es versprochen hatte. Kiel und der HSV begegneten sich auf Augenhöhe. Beide Teams legten ein unglaublich hohes Tempo vor, gingen in den Zweikämpfen kompromisslos zu Werke und zündeten zur Freude der 20.000 Zuschauer ein Tore-Feuerwerk. Schwalb hatte seine Mannschaft hervorragend auf die variable Kieler Deckung eingestellt. Die Hamburger legten schnell zwei Tore vor. Kiel brauchte bis zur siebten Minute, um erstmals selbst mit 4:3 in Führung zu gehen. Doch die THW-Abwehr bekam den bärenstarken Kreisläufer Igor Vori und die an diesem Tag glänzenden Rückraumschützen des HSV, Pascal Hens, Duvnjak und Marcin Lijewski, nicht in den Griff. Als Lijewski einen Lattenabpraller von Vori zum 14:11 verwertete (22.), schritt Gislason mit einer Auszeit ein. Der THW-Coach war fuchsteufelswild und stauchte seine Spieler zusammen. Doch danach verschaffte sich der HSV sogar ein Sechs-Tore-Polster (19:13/27.). Bis zur Pause kam Kiel wieder auf drei Treffer heran, hatte aber bereits unglaubliche 19 Gegentore kassiert.
Zuschauer: 20.000
Tore für Kiel: Duvnjak (11), Hens (8), Lindberg (7/3), Vori (5), Lijewski (5), Jansen (2), Lackovic (1)
HSV: Vujin (10/4), Jicha (6), Ahlm (4), Narcisse (4), Sigurdsson (3), Ekberg (2), Sprenger (2), Ilic (1), Palmarsson (1)
Schwalb hatte in der ersten Hälfte kaum gewechselt. Würden seine Spieler nach diesem Kraftakt einbrechen? Kiel hatte auch in den beiden Bundesligaspielen gegen den Nordrivalen zwischenzeitlich weit zurückgelegen und dann doch noch mit jeweils drei Toren Vorsprung gewonnen. Kiels Linksaußen Gudjon Valur Sigurdsson verkürzte kurz nach Wiederanpfiff zwar auf 17:19, und der mit zehn Treffern beste THW-Schütze Marko Vujin trieb die "Zebras" unermüdlich an, doch näher als auf zwei Tore ließen die Hamburger den THW nicht mehr herankommen. Die Hamburger versenkten im Angriff nahezu jeden Wurf. Während die HSV-Spieler nach dem Abpfiff überschwänglich den überraschenden Finaleinzug feierten, schlichen die Kieler mit gesenkten Köpfen vom Feld. Das Final Four in Köln sollte auch das letzte große Hurra für die langgedienten Thierry Omeyer, Momir Ilic, Daniel Narcisse und Marcus Ahlm werden, die den THW nach der Saison verlassen werden. Nun wird es beim Double-Gewinner eine Abschiedsfeier mit einem kleinen Schönheitsfehler geben.
Sieger kassiert 350.000 Euro
Für den HSV geht es am Sonntag dagegen auch um die Qualifikation für die nächste Saison in der Königsklasse, denn als Champions-League-Sieger könnten die Hamburger einen Startplatz ergattern. In den EHF-Regularien ist vermerkt, dass ein Titelverteidiger zwar nicht automatisch für die nächste Serie qualifiziert ist, auf jeden Fall aber am Wildcard-Turnier im September teilnimmt. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass die EHF einem Verein im Ausnahmefall einen direkten Startplatz in der Gruppenphase einräumen kann. Auf jeden Fall wäre ein Coup in Köln ein Segen für die klamme HSV-Kasse. Der europäische Verband zahlt 350.000 Euro an den Champions-League-Sieger aus. Der Zweite bekommt 250.000 Euro.
Bayern hat verloren....
So singen sie alle, wenn es den "FC Steuersparmodell Hoeness" mal wieder erwischt hat - was aus der Sicht vieler leider nur zu selten passiert. Unbemerkt von der Mehrzahl Sportinteressierter hat es... [mehr]