HSV-Handballer setzen sich Europas Krone auf
Die HSV-Handballer sind nach dem 30:29 gegen Barcelona erstmals Champions-League-Sieger. mehr
Gegen Barcas bulligen Kreisläufer Cedric Sorhaindo (M.) hatten die Kielcer Spieler alle Hände voll zu tun.
Die Handballer des FC Barcelona stehen zum zehnten Mal im Finale der Champions League. Der Rekordsieger der Königsklasse setzte sich beim Final Four am Sonnabend in Köln im ersten Halbfinale mit 28:23 (13:10) gegen KS Kielce durch. Der von Bogdan Wenta trainierte polnische Serienmeister hatte sich erstmals für die Endrunde qualifiziert und lieferte dem Favoriten lange einen großen Kampf. Während Barcelona am Sonntag (18 Uhr) gegen den HSV Hamburg seinen achten Titel einfahren will, kämpft Kielce gegen den entthronten Titelverteidiger THW Kiel um Platz drei (15.15 Uhr). Bester Werfer der Spanier im Halbfinale war Siarhei Rutenka mit acht Toren. Für Kielce traf Manuel Strlek (vier) am besten.
Trainerfuchs Bogdan Wenta hatte seine Mannschaft gegen Barcelona sehr gut eingestellt.
Wenta war nicht mit den besten Erinnerungen nach Köln gekommen. 2007 hatte er als Trainer der polnischen Nationalmannschaft dort das WM-Finale gegen Deutschland verloren. Nun wollte er zeigen, dass seine in der Gruppenphase verlustpunktfreien Spieler nicht durch Zufall das Final-Four-Ticket gelöst hatten. "Die Rolle des Außenseiters ist einfacher", sagte der frühere Flensburger. "Die müssen, wir wollen." Er wollte sich vor allem nicht in einen offenen Schlagabtausch mit dem Favoriten begeben, sondern den Rhythmus des Gegners stören und das Spiel unter Kontrolle halten. Für Verblüffung sorgte Kielces Coach, als er schon in der ersten Halbzeit zwei Mal einen weiteren Feldspieler für den Torwart brachte, wenn sein Team im Angriff war.
Zuschauer: 20.000
Tore für Kielce: Strlek (4), Stojkovic (3/2), Buntic (2), Cupic (2), Jurecki (2), Jachlewski (2), Musa (2), Rosinski (2), Zorman (2), Lijewski (1), Olafsson (1),
Barcelona: Rutenka (8/5), Garcia (5), Tomas (4), Entrerrios (3), Gurbindo (3), Nöddesbo (3), Sorhaindo (1), Stranovsky (1)
Wentas Taktik funktionierte. Zwar gingen die Polen in der ersten Hälfte nie selbst in Führung, doch sie ließen sich nicht abschütteln. Nach einem frühen 2:5-Rückstand (11.), glich Kielce zum 5:5 aus (13.) und ließ Barca auch danach nie weiter als auf drei Tore davonziehen. Auch in der zweiten Hälfte lieferten die Polen einen großen Kampf. Als ihnen in der 41. Minute der Ausgleich zum 16:16 gelang, nahm Coach Xavi Pascual eine Auszeit und schwor die Barca-Stars mit seiner Taktiktafel ein. Die Entscheidung fiel, als Eduardo Gurbindo mit einem Doppelschlag einen Vier-Tore-Vorsprung herauswarf (23:19/52.). Kielce setzte danach etwas kopflos alles auf eine Karte, und Barcelona spielte in dieser Phase seine ganze Routine aus.