THW Kiel: Der Rekordmeister von der Förde
Volle Halle, Stars en masse, Titel im Abonnement - das ist der THW Kiel. mehr
Filip Jicha (r.) war mit sieben Toren bester THW-Werfer gegen Constanta.
Champions League! Das klingt nach großer Bühne, nach Atmosphäre und Action. Die Bühne war für das letzte Vorrundenspiel des THW Kiel bei HCM Constanta eigentlich bereitet. 6.000 Zuschauer haben in der Sala Polivalenta Platz. Doch am Mittwochabend verloren sich nur 2.000 Handball-Fans in der Multifunktionsarena in Bukarest und sahen den 28:25 (16:11)-Sieg des deutschen Rekordmeisters, der damit zumindest die theoretische Chance auf den Platz eins in der Gruppe B wahrte. Allerdings müsste dafür Veszprem am Sonnabend gegen Atletico Madrid verlieren. Ein eher unwahrscheinliches Szenario.
Tore für HCM Constanta: Toma 6/4, Simicu 5, Val 2, Sadoveac 2, Csepreghi 2, Buricea 2, Criciotoiu 2, Humet 1, Cutura 1, Angelowski 1, Sabou 1
THW Kiel: Jicha 7, Ekberg 6/5, Klein 5, Ilic 4, Vujin 2, Toft Hansen 1, Sprenger 1, Zeitz 1, Narcisse 1
Zuschauer: 2.000
Die Kieler erledigten ihre Hausaufgaben in Bukarest in jedem Fall souverän. Dabei erinnerte der Auftritt des Titelverteidigers vor der Geisterkulisse in der rumänischen Hauptstadt nicht an "Königsklasse", sondern eher an ein Saisonvorbereitungsspiel. Die 15 mitgereisten Fans aus Kiel waren in der Halle ebenso gut zu verstehen wie THW-Trainer Alfred Gislason, wenn er sich über die uninspirierte Leistung seiner Mannschaft in der Anfangsphase ausließ. Allerdings warfen seine Schützlinge auch mit halber Kraft eine solide 16:11-Führung zur Pause heraus.
Kam spät ins Spiel, war dann aber hellwach: THW-Torwart Thierry Omeyer.
Zweite Hälfte, dasselbe Bild: Keine Stimmung, dafür stimmte das Ergebnis - aus Sicht der Kieler. Die Schleswig-Holsteiner führten nach 47 Minuten immer noch mit fünf Toren - 23:18. Trotzdem war zu spüren, dass das Programm der vergangenen Wochen an den Kräften der Kieler gezehrt hat. Der Titelverteidiger wollte mit minimalem Aufwand den maximalen Erfolg haben. Zum Ende des Spiels schien sich das auf einmal rächen zu können. Constanta kam auf 22:24 heran (23.). Doch Thierry Omeyer, gerade erst für Andreas Palicka eingewechselt, packte zwei Paraden in Folge aus und zog sein Team damit aus dem kleinen Loch. Angesichts diesem Hauch von Spannung kam dann sogar so etwas wie Atmosphäre in der Sala Polivalenta auf.