Vereinsporträt
Der Double-Gewinner THW Kiel feiert auf dem Rathausbalkon. © dpa
 

THW Kiel: Der Rekordmeister von der Förde

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Kiels Handball-Giganten machen Triple perfekt

von Bettina Lenner, NDR.de

Kiels Kapitän Marcus Ahlm jubelt mit dem Pokal. © dpa-bildfunk Fotograf: Jonas Güttler Detailansicht des Bildes Kiels Kapitän Marcus Ahlm jubelt mit dem Pokal. Handball-Gigant THW Kiel hat seine Ausnahmestellung einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis gestellt und zum zweiten Mal nach 2007 das Triple aus Meisterschaft, DHB-Pokal und Champions League perfekt gemacht. Die Schleswig-Holsteiner setzten sich am Sonntag im Endspiel des Final Four in Köln mit 26:21 (13:10) gegen Atletico Madrid durch und triumphierten damit zum dritten Mal nach 2007 und 2010 in der Königsklasse. "Es war ein enges Spiel, 60 Minuten Kampf. Es ist unglaublich schön, hier jetzt als Sieger stehen zu dürfen", freute sich Kiels überragender Akteur Kim Andersson. Nach der Krönung einer sensationellen Saison fielen sich die THW-Stars jubelnd in die Arme, tanzten ausgelassen im Kreis. "Das ist vielleicht die beste Kieler Mannschaft aller Zeiten, das war ein super Spiel, wir sind einfach nur überglücklich", jubelte Kapitän Marcus Ahlm. Neben dem Pokal durfte sich der deutsche Rekordmeister auch über die Siegprämie von 350.000 Euro freuen.

Andersson sorgt für erste Kieler Führung

THW Kiel - Atletico Madrid 26:21 (13:10)

Tore für Kiel: Andersson (7), Jicha (6/2), Palmarsson (3), Klein (3), Ilic (3/2), Ahlm (2), Narcisse (2)
Madrid: Lazarov (5/2), Abalo (4), Källman (3), Aguinagalde (3), Canellas (2), Rodriguez (2), Fernandez (1), Markussen (1)
Zuschauer in Köln: 20.000 (ausverkauft)

Beide Teams lieferten sich das erwartete Duell auf Augenhöhe und gingen von Beginn an hochkonzentriert und engagiert zu Werke. Der THW leistete sich allerdings in der Anfangsphase einige Fahrkarten, allen voran Filip Jicha, der beim 25:24-Halbfinalerfolg am Vortag gegen die Füchse Berlin mit elf Treffern noch der überragende Mann gewesen war. Nach sieben Minuten lagen die "Zebras" mit 1:3 zurück. In die Bresche sprang Andersson. Der Linkshänder agierte bärenstark, hielt sein Team im Spiel. In der 17. Minute sorgte der schwedische Nationalspieler zunächst mit seinem vierten Treffer für den 6:6-Ausgleich, ehe er zwei Minuten später auch das 7:6 und damit die erste Kieler Führung erzielte.

6:0-Lauf trotz doppelter Unterzahl

Madrids Julen Aguinagalde (r.) wirft gegen Kiels Tormann Thierry Omeyer. © dpa-bildfunk Fotograf: Jonas Güttler Detailansicht des Bildes Thierry Omeyer zeigte einmal mehr eine Weltklasseleistung. Die Begegnung blieb hochspannend und kampfbetont, beide Mannschaften fighteten vor 20.000 Zuschauern in der ausverkauften Kölner Arena um jeden Zentimeter. In den entscheidenden Momenten hatten aber die "Zebras" zusehends die Nase vorn. So auch in der 22. Minute, als Keeper Thierry Omeyer beim Stand von 8:9 einen Siebenmeter parierte. Auf der anderen Seite verwandelte sein Teamkamerad Momir Ilic einen Strafwurf eiskalt - 9:9 trotz doppelter Unterzahl. Die Spanier zeigten sich beeindruckt, die "Zebras" setzten sich dank eines 6:0-Laufs, den sie bei einem 7:9-Rückstand begonnen hatten, auf 13:9 (29.) ab. Mit einer 13:10-Führung ging es in die Pause.

Party mit drei Trophäen auf dem Rathausmarkt

Der zweite Abschnitt begann mit einer kritischen Situation für den 17-maligen deutschen Meister, der erneut in doppelte Unterzahl geriet. Doch der Nachfolge-Club von Ciudad Real hatte die Rechnung ohne den fantastischen Omeyer (21 Paraden) und die starke Abwehr gemacht, die kaum mehr etwas zuließ. Auf gerade einmal drei Treffer kamen die Iberer innerhalb einer Viertelstunde. Unbeirrbar hielt die Formation von Trainer Alfred Gislason nun Kurs auf den Cupgewinn. Sieben Minuten vor Schluss betrug das Polster beim 21:15 komfortable sechs Tore, die THW-Fans intonierten "Oh, wie ist das schön". Am Ende stand ein verdienter 26:21-Sieg für die Kieler Übermannschaft, die noch zwei Bundesliga-Spieltage zu absolvieren hat und voraussichtlich ohne Punktverlust bleiben wird. Am kommenden Sonnabend, nach dem letzten Spiel gegen Gummersbach, steigt dann die ganz große Party mit drei Trophäen auf dem Rathausmarkt.

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Der Handball-Champions-League-Pokal © picture-alliance / Sven Simon
 

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Kiels Marcus Ahlm (M.) im Duell mit den Hamburgern Matthias Flohr (r.) und Torsten Jansen © fishing4
 

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Kiels Filip Jicha jubelt. © dpa
 
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