Handball-Champions-League
Der HSV und der THW Kiel in der Handball-Champions-League. mehr
Jubel nach dem Sieg gegen Kopenhagen: Die THW-Spieler wussten, dass sie sich auch bei ihren Fans bedanken mussten.
Die eins steht nun auch in der Champions League: Die Handballer des THW Kiel haben sich mit einem 28:26 (12:14)-Sieg gegen AG Kopenhagen an die Spitze der Gruppe D gesetzt. Damit überwintern die "Zebras" in der Königsklasse, wo es erst im Februar nach der Europameisterschaft weitergeht, als Tabellenführer. Bester Werfer des in der Bundesliga noch ungeschlagenen Rekordmeisters war Christian Zeitz mit sieben Treffern. Der dänische Double-Gewinner hatte in Niclasan Ekberg (8/3) und Mikkel Hansen (8) seine besten Schützen. "Es ist schon schwierig, alle drei Tage ein Spiel zu bestreiten. Aber man hat gesehen, dass wir in den letzten zehn Minuten immer noch einen Zahn zulegen können. Deshalb haben wir heute auch gewonnen", sagte Zeitz. Für das Achtelfinale ist Kiel bereits qualifiziert. Beendet der THW die Vorrunde als Gruppensieger, trifft er in der Runde der letzten 16 auf den Viertplatzierten einer anderen Gruppe und trägt das Rückspiel vor eigener Kulisse aus.
Tore für Kiel: Zeitz (7), Jicha (5/3), Ilic (4/1) Andersson (3), Ahlm (3), Klein (3), Lundström (1), Sprenger (1), Palmarsson (1)
Kopenhagen: M. Hansen (8), Ekberg (8/3), Sigudsson (3), H. Toft Hansen (2), R. Toft Hansen (2), Stefansson (2), Gudjonsson (1)
Zuschauer: 10.250
Das erste Aufeinandertreffen der beiden hochkarätigen Clubs wurde vom Anpfiff weg zum erwarteten Handball-Leckerbissen. Beide Teams gingen ein hohes Tempo, agierten mit einer offensiven Deckung und boten den 10.250 Zuschauern traumhafte Kombinationen. Das Spiel begann ganz nach dem Geschmack der THW-Fans: Filip Jicha erzielte nach einem Tempogegenstoß das 1:0, doch kurz darauf machte Kiel zum ersten Mal mit seinem Neuen Bekanntschaft: Kreisläufer Rene Toft Hansen, der ab Juli in Diensten des THW steht, glich aus (2.) und kurz darauf stand es bereits 1:3 (3.). Doch die "Zebras" ließen sich nicht abschütteln, das Spiel wogte hin und her. Mehr als zwei Tore Vorsprung warf weder Kopenhagen noch Kiel heraus. Der THW vergab drei, vier gute Chancen am Kreis, weil die Dänen in Kasper Hvidt und dem Ex-Kieler Steinar Ege zwei überragende Torleute in ihren Reihen haben. In der Abwehr hatte der THW seine liebe Mühe mit dem dänischen Starspieler Mikkel Hansen und Rechtsaußen Ekberg.
Marcus Ahlm (2.v.r.), umzingelt von drei AG-Spielern. Am Ende setzte sich der THW durch.
Etwa 500 dänische Fans hatten die Reise über 270 Kilometer nach Kiel mitgemacht. Sie durften sich über eine 14:12-Pausenführung ihrer Mannschaft freuen. Nach Wiederanpfiff hatte der THW zwischenzeitlich sogar drei Tore Rückstand (17:20/41.), doch Trainer Alfred Gislason intervenierte mit einer Auszeit. Danach erzielte Kiel fünf Tore, ohne dass die Dänen zum Zug kamen (22:20/47.). Das 21:20 des nun zu großer Form auflaufenden Zeitz (46.) war die erste THW-Führung seit der zwölften Minute (6:5). Kurz zuvor hatte sich AG-Spielmacher Mikkel Hansen an der Schulter verletzt und musste einige Minuten auf der Bank Platz nehmen. Der Bruch im Spiel der Gäste war danach nicht zu übersehen. Zwar kamen die Dänen noch einmal auf ein Tor heran (25:24/57.), doch der THW gab den Vorteil nicht mehr aus der Hand, Torhüter Thierry Omeyer hielt den knappen 28:26-Sieg am Ende fest, lobte aber auch seine Vorderleute: "Die Deckung stand das ganze Spiel super."