Handball-Champions-League
Der THW Kiel in der Königsklasse. mehr
Kiels Daniel Narcisse beim Sprungwurf.
Mit einer vor allem in der zweiten Halbzeit bärenstarken Leistung hat der THW Kiel am Sonntag den so wichtigen Champions-League-Auswärtssieg beim Montpellier HB eingefahren. Der deutsche Rekordmeister gewann vor 8.000 Zuschauern mit 34:31 (16:17), festigte dadurch seinen zweiten Platz in der Staffel D und wahrte zudem die Chance auf den Gruppensieg. Gleichzeitig glückte den Schleswig-Holsteinern die Revanche für die 23:24-Niederlage aus dem Hinspiel. Kim Andersson und Daniel Narcisse mit jeweils sieben Toren waren die besten Kieler. "Das war ein ganz wichtiger Sieg", sagte THW-Trainer Alfred Gislason.
THW-Torwart Thierry Omeyer steigerte sich in der zweiten Halbzeit.
Wie es zu erwarten war, ging es von Beginn an hart zur Sache zwischen den beiden Spitzenteams. Der Ex-Kieler Nikola Karabatic war bis in die Haarspitzen motiviert, riss das Spiel gleich an sich, überdrehte allerdings auch in vielen Situationen. Die Schleswig-Holsteiner hielten gut dagegen und überstanden nach zehn Minuten eine doppelte Unterzahl, ohne in Rückstand zu geraten. Beide Mannschaften taktierten nicht, sondern traten mit offenem Visier gegeneinander an. Das Tempo der Franzosen war phasenweise atemberaubend. Als Christian Zeitz in der 18. Minute Samuel Honrubia bei einem Tempogegenstoß unsanft stoppte, flog der Kieler mit Rot vom Parkett - eine harte Entscheidung. Angefeuert von einem frenetischen Publikum zogen die Gastgeber in dieser Phase etwas davon - 12:8 (20.). Kiel blieb cool, kämpfte sich wieder heran (12:13 nach 25 Minuten), ließ allerdings zu viele gute Möglichkeiten liegen.
Tore für Montpellier: Accambray (8), Kavticnik (7/2), N. Karabatic (6), Tej (5), Honrubia (3), Gajic (1), Bojinovic (1)
Tore für Kiel: Andersson (7), Narcisse (7), Palmarsson (5), Klein (5), Jicha (5/1), Sprenger (2), Ahlm (1), Zeitz (1), Ilic (1)
Zuschauer: 8.000
Rote Karte: Zeitz (18.) wegen groben Foulspiels
Die Gäste stellten nach dem Seitenwechsel auf eine 6-0-Deckung um und Montpellier damit vor Probleme. Der französische Meister zollte zudem dem hohen Anfangstempo Tribut. Die Kieler waren jetzt die dominante Mannschaft, gingen in Unterzahl mit 22:20 in Führung (38.). Einziges Problem: Der THW kassierte in dieser Phase zu viele Zeitstrafen. Umso beeindruckender, dass sich der Bundesliga-Spitzenreiter davon nicht aus dem Konzept bringen ließ. Vor allem Narcisse machte für die Kieler ein überragendes Spiel. Die Gäste führten über lange Zeit mit zwei Toren. Sechs Minuten vor dem Ende konnte Montpellier aber wieder ausgleichen - 29:29. Doch die Kieler profitierten in der Schlussphase von ihrer spielerischen Überlegenheit und zogen drei Minuten vor Schluss wieder auf drei Tore weg. Das reichte den Norddeutschen, um den wichtigen Auswärtserfolg nach Hause zu bringen.