Stand: 03.03.2016 21:17 Uhr

THW Kiel gelingt die Revanche gegen Zagreb

von Uli Petersen, NDR.de
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Domagoj Duvnjak war mit zehn Treffern bester Kieler Werfer beim Sieg gegen Zagreb.

Im Handball gibt es keine Freundschaftsspiele. Wer für diese Aussage auf der Suche nach einem Beweis war, musste sich am Donnerstagabend nur das abschließende Spiel in der Champions-League-Vorrundengruppe A zwischen dem THW Kiel und RK Zagreb aus Kroatien ansehen. 60 Minuten lang lieferten sich die beiden Mannschaften in der Fördestadt ein intensives und spannendes Duell - obwohl sie schon vor dem Anwurf ihr Achtelfinalticket sicher hatten. Kiel entschied die Partie schließlich im Endspurt knapp mit 31:29 (14:17) für sich. Damit gelang dem Team von Trainer Alfred Gislason wie erhofft die Revanche für die deutliche 22:29-Hinspielniederlage im vergangenen September. "Das war eine sehr gute Leistung meiner Mannschaft, vor allem in der zweiten Halbzeit. Da hat sie gut gekämpft. Hut ab!", sagte der Coach nach dem Spiel bei Sky.

THW-Abwehr bekommt zunächst keinen Zugriff

THW Kiel RK Zagreb 31:29 (14:17)

Tore THW Kiel: Duvnjak (10), Klein (7), Ekberg (3), Vujin (3), Anic (2), Brozovic (2), Canellas Reixach (1), Dahmke (1), Jaanimaa (1), Sprenger (1)
RK Zagreb: Sebetic (8), Mandalinic (6), Markovic (4), Pavlovic (3), Valcic (2), Kontrec (1), Markoski (1), Kovacevic (1), Rakovic (1), Sprem (1), Susnja (1)

Der THW startete mit einer 6-0-Abwehrformation, um die Angriffe der Gäste zu entschärfen. Nach einem frühen Zwei-Tore-Rückstand kam Kiel besser ins Spiel, führte nach einem Treffer von Domagoj Duvnjak 4:2 (7.). Doch danach ging den Gastgebern die Präzision und Konzentration im Angriff ab. Was aber noch stärker ins Gewicht fiel: In der Abwehr brachte auch eine Umstellung auf eine 3-2-1-Formation nicht den erhofften besseren Zugriff, um die wuchtigen Würfe der Gäste zu unterbinden. Vor allem Luka Sebetic kam für die Kroaten immer wieder mit seinen Abschlüssen durch - sechs Tore gingen in der ersten Halbzeit alleine auf sein Konto. Kurz vor der Pause gab es eine Phase, in der die "Zebras" mehr als vier Minuten ohne eigenen Treffer blieb. Die Kroaten zogen zwischenzeitlich auf vier Tore (16:12/29.) davon, führten zur Pause dann mit 17:14.

Keiner trifft besser als Duvjnak

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Dass Kiel nach dem Seitenwechsel den Rückstand langsam aufholen konnte, lag an einer stark verbesserten Abwehrleistung - und vor allem an Nikolas Katsigiannis. Der THW-Keeper bot eine tolle Leistung, wehrte mehrere Würfe der Kroaten aus kurzer Distanz spektakulär ab. Die Gäste brachten den Ball mehr als fünf Minuten lang nicht im Kieler Gehäuse unter. So traf schließlich Dominik Klein zum Ausgleich (20:20/40.), Duvnjak brachte die Schleswig-Holsteiner vier Minuten später nach einer gefühlten Ewigkeit in dieser Partie wieder einmal in Führung - 22:21. Nun wurde es hitzig: Zagrebs Leon Susnja sah beim Stand von 24:24 nach überhartem Einsatz gegen Christian Sprenger die Rote Karte (49.). Kiel konnte die folgende zweiminütige Überzahl und eine weitere Zeitstrafe für die Gäste aber nicht nutzen, um sich abzusetzen. Erst Klein brachte Kiel mit seinem Treffer zwei Tore nach vorne (26:24/53.). Den Vorsprung gaben die Norddeutschen in der Schlussphase mit viel Einsatz in der Abwehr nicht mehr aus den Händen. Der treffsicherste Kieler Duvnjak setzte mit seinem zehnten Tor der Partie den Schlusspunkt eines sportlich zwar bedeutungslosen, aber unterhaltsamen Abends. "Er ist unsere Lebensversicherung im Moment", hatte Gislason ein Sonderlob für den Kroaten in seinen Reihen parat.

In der Champions League ist nun nur kurz Pause: Mitte März stehen die Achtelfinals an, für die sich neben dem THW Kiel mit der SG Flensburg-Handewitt, Titelgewinner von 2014, und den Rhein-Neckar Löwen zwei weitere Bundesligisten qualifiziert haben.

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