HSV Hamburg: Ein "Projekt" auf Schlingerkurs
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Flensburgs Holger Glandorf verzichtet auf die WM in Spanien.
Holger Glandorf und Lars Kaufmann werden nicht mit der deutschen Handball-Nationalmannschaft zur Weltmeisterschaft nach Spanien reisen. Die beiden Rückraum-Asse des Bundesligisten SG Flensburg-Handewitt sagten Bundestrainer Martin Heuberger am Donnerstag aus gesundheitlichen Gründen ab. Danach flammte ein nach wie vor schwelender Streit zwischen der SG und den Verantwortlichen der Nationalmannschaft wieder auf. Denn nach einer schweren bakteriellen Infektion, die sich Glandorf im Frühjahr bei einem Auswahl-Lehrgang zugezogen hatte, war der 29-Jährige drei Monate ausgefallen. Noch heute leidet er unter den Folgen der Erkrankung.
"Diese Entscheidung habe ich schweren Herzens getroffen. Ich brauche aber unbedingt den Januar, um gemeinsam mit den SG-Ärzten meine körperlichen Probleme in den Griff zu bekommen", sagte Glandorf. Die schwere Krankheit des 155-fachen Nationalspielers resultierte aus der Behandlung seiner verletzten Ferse durch den DHB-Arzt Detlev Brandecker. Glandorf musste sich danach drei Operationen unterziehen, auch ein Karriereende stand im Raum. Noch heute, so teilte die SG Flensburg-Handewitt am Donnerstag mit, leide Glandorf vermehrt unter Bluthochdruck und Kreislaufproblemen. Der Fall geht wohl vor Gericht. Kaufmann wurde gerade erst am Knie operiert und befindet sich derzeit noch in der Reha. "Es ist noch nicht abzusehen, wann ich wieder mit dem normalen Trainings- und Spielbetrieb beginnen kann. Daher macht es wenig Sinn, nach so langer Spielpause direkt an einer WM teilzunehmen", sagte der 131-fache Nationalspieler.
Handball-Bundestrainer Martin Heuberger hat nur wenig Verständnis für Holger Glandorfs Absage.
Heuberger bedauerte vor allem die Entwicklung im Fall Glandorf. "Ich habe in den vergangenen Wochen einige Versuche unternommen, ihm nach seinen gesundheitlichen Problemen Brücken zu bauen. Er ist leider nicht darauf eingegangen, das ist schade. Holger hätte uns bei der WM im Rahmen seiner Möglichkeiten helfen können", sagte der 48-Jährige und übte offen Kritik an dem Flensburger: "Ich habe bei Holger leider auch das nötige Feuer für die Nationalmannschaft vermisst." Bei den Flensburgern sorgten diese Aussagen für "Unverständnis" und "Enttäuschung". "Holger Glandorf ist aus medizinisch eindeutigen Gesichtspunkten gar nicht in der Lage, eine weitere und dann durchgehende Belastung wie eine WM unbeschadet zu überstehen", hieß es in einer SG-Mitteilung. Darüber sei der DHB auch von den SG-Ärzten informiert worden. Bis heute habe es kein Wort des Bedauerns seitens des DHB gegeben. "Ich finde es sehr bedauerlich, dass man einem so engagierten und langjährigen Nationalspieler, der immer mit höchstem Einsatz - auch in der Nationalmannschaft - spielte, unterstellt, er habe kein Feuer mehr für die Nationalmannschaft", sagte Flensburgs Geschäftsführer Dierk Schmäschke. "Es ist unsere Verantwortung für Holgers Gesundheit zu sorgen und ihn dabei zu unterstützen, dass er wieder unter normalen Bedingungen Handball spielen kann."