THW Kiel: Der Rekordmeister in Bildern
Die Geschichte des THW Kiel in Bildern.
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Die Spieler des THW Kiel feiern die 18. Meisterschaft des Clubs - mit Papp-Meisterschale.
Der THW Kiel hat bereits mit dem 31. Saisonspiel seinen 18. Meistertitel eingefahren. Die Mannschaft von Trainer Alfred Gislason bezwang die Rhein-Neckar Löwen in der mit 10.285 Zuschauern ausverkauften Kieler Halle mit 31:25 (15:7). Das Endergebnis spiegelte dabei aber noch nicht einmal die wahren Kraftverhältnisse zwischen dem Tabellenersten und dem -zweiten wider. Zwischenzeitlich führten die "Zebras" mit elf Treffern. Doch trotz der Weltklasse-Leistung fällt die Feier des Rekordmeisters eher klein aus. Die große Party folgt wie immer am Saisonende mit Autocorso und Balkon-Akt auf dem Rathausplatz. Dort wollen die Schleswig-Holsteiner erneut das Triple bejubeln - und das Final Four in der Champions League steht erst am 1. und 2. Juni in Köln an. "Ich bin extrem stolz und kann das noch gar nicht richtig verarbeiten", meinte Gislason. Die Spieler gaben sich derweil den obligatorischen Bierduschen hin und feierten mit einer Papp-Meisterschale. Kapitän Marcus Ahlm, der als einziger THW-Feldspieler ohne Treffer blieb, freute sich: "Wir haben heute ein Riesen-Spiel abgeliefert."
Tore für Kiel: Vujin (7/2), Klein (4), Sprenger (4), Jicha (3), Sigurdsson (3), Ilic (2), Palmarsson (2), Toft Hansen (2), Wiencek (2), Ekberg (1), Narcisse (1)
Tore für die Löwen: Myrhol (5), Groetzki (4), Schmid (4/1), I. Guardiola Villaplana (3), Ekdahl du Rietz (2), G. Guardiola Villaplana (2), Sigurmannsson (2), Gensheimer (1), Schmidt (1), Sesum (1)
Zuschauer: 10.285 (ausverkauft)
Die Hausherren gingen vor allem defensiv von Beginn an hochkonzentriert zu Werke. Als Filip Jicha für zwei Minuten raus musste (5.), profitierten nicht etwa die Löwen. THW-Keeper Thierry Omeyer hielt das 2:0 und auf der anderen Seite donnerte Marko Vujin den Ball aus elf Metern zum 3:0 in den Winkel (6.). Die Mannheimer verteidigten sehr offensiv, oftmals weit vor dem Kreis. Doch auch Jicha traf aus elf Metern (4:1/9.). Zwei Minuten später bekam Jicha schon wieder zwei Minuten - doch der THW blieb mit drei Toren vorn. Christian Sprenger legte dann erstmals ein viertes Tor drauf (7:3/16.) und erzielte vier Minuten später auch das 9:4. Gäste-Coach Gudmundur Gudmundsson griff in die Psychokiste und ließ den gerade erst nach langer Verletzungspause genesenen Uwe Gensheimer zum Siebenmeter antreten. Doch der vor seiner Verletzung gefürchtete Nationalspieler scheiterte an Omeyer. Einzig Bjarne Myrhol strahlte bei den Süddeutschen Gefahr aus, erzielte in der 23. Minute seinen vierten Treffer (9:6). Seine Teamkollegen agierten verzagt und kamen nur selten zu guten Chancen, bei denen sie dann ihren Meister in Omeyer fanden. Zugleich legten die Kieler einen Zwischenspurt hin - und so wurde aus einem 11:7 innerhalb von drei Minuten noch ein 15:7.
Kassierte in 38 Spielminuten lediglich zehn Gegentore: Thierry Omeyer.
Nach dem Seitenwechsel änderte sich zunächst am Bild auf dem Parkett nichts: Auf der einen Seite fehlten die Mittel, auf der anderen spielte der THW seine Weltklasse aus. Doch nach sieben Minuten (19:10) ließen es die Kieler ein wenig lockerer angehen: Vujin übertrieb es mit dem Fehlwurf aus 13 Metern (38.) - und Myrhol überwand im Gegenzug Omeyer-Ersatzmann Andreas Palicka. Doch die Gastgeber hatten nicht etwa vor, noch einmal so etwas wie Spannung aufkommen zu lassen, Jicha erhöhte auf 23:13 (44.). Omeyer hatte bis zu seiner Auswechslung in der 38. Minute lediglich zehn Gegentore kassiert, das "schaffte" Palicka in nur 14 Minuten (28:20/52.). Die Löwen waren vier Minuten später auf fünf Tore herangekommen - auch weil der Keeper zu oft allein gelassen worden war. Am Sieg änderte das allerdings nichts mehr. "Ich freue mich riesig, dass wir den Titel heute klar machen konnten", sagte Ahlm.
Typisch Gislason: Der Trainer kündigte als Bonbon für sein Team an, das Training am Mittwochvormittag ausfallen zu lassen. Vielleicht auch die Nachmittagseinheit. Mehr will der Isländer die Zügel nicht schleifen lassen, denn die Konzentration für die Königsklasse soll hoch bleiben. Warnung genug dürfte ausgerechnet der Halbfinalgegner HSV sein. Als die Hamburger 2011 Meister wurden, düsten sie noch vor dem Final Four in der Champions League nach Mallorca zur viertägigen Sause am Pool des Präsidenten. Das anschließende Halbfinale in der Königsklasse ging verloren. "Auf die Idee ist hier keiner gekommen", meinte Gislason.