THW Kiel: Der Rekordmeister von der Förde
Volle Halle, Stars en masse, Titel im Abonnement - das ist der THW Kiel. mehr
Nikola Karabatic stand von 2005 bis 2009 beim THW unter Vertrag. Nun wird über eine Rückkehr spekuliert.
Manager Klaus Elwardt vom deutschen Handball-Rekordmeister THW Kiel hat mit missverständlichen Aussagen die Gerüchte um eine Rückkehr von Nikola Karabatic zum Bundesligisten angeheizt. Am Donnerstagmittag hatte der 57-Jährige dem "sid" zunächst erklärt: "Er ist uns von seinem Berater angeboten worden. Eine definitive Absage hat er von uns nicht bekommen. Man soll niemals nie sagen. Einen Karabatic will jeder haben." Wenige Stunden später verschickte der THW dann eine Presseerklärung mit der Überschrift: "Nikola Karabatic derzeit kein Thema". Elwardt wird darin mit den Worten zitiert: "Natürlich ist ein Spieler seiner Klasse für jeden Verein der Welt interessant, eine baldige Rückkehr nach Kiel ist aber ausgeschlossen." Der französische Ausnahme-Handballer, der bereits von 2005 bis 2009 das "Zebra"-Trikot trug, sei dem Club vor einigen Wochen von dessen Berater angeboten worden. "Das passiert momentan vielen Vereinen, die in der europäischen Spitze mitspielen. Wir haben mit Karabatic aber nicht über eine Rückkehr gesprochen", sagte Elwardt.
Karabatic' Zukunft bei Montpellier HB ist ungewiss. Der "Welthandballer des Jahres 2007" hatte in den vergangenen Monaten zwar mehrfach betont, dem Club die Treue halten zu wollen. Doch sein Arbeitgeber wäre über einen Abgang offenbar nicht unglücklich. "Montpellier ist auf mich zugekommen und hat darum gebeten, eine Lösung zu finden, damit Nikola geht", hatte dessen Agent Bhakti Ong im Dezember "Sport 1" erklärt. Der Kontrakt des Rückraum-Stars beim französischen Erstligisten ist bis 2016 datiert. Der Club soll finanzielle Probleme haben und daher bemüht sein, den Großverdiener von der Gehaltsliste zu bekommen.
Karabatic' Ruf hat im vergangenen Jahr stark gelitten. Der 28-Jährige, der momentan mit Frankreich in Spanien um den dritten Weltmeisterschaftssieg in Folge kämpft, steht unter dem Verdacht der Wettmanipulation. Dem früheren THW-Star, seinem Bruder Luka sowie weiteren Montpellier-Akteuren wird vorgeworfen, absichtlich zu einer Niederlage des Clubs im Mai 2012 gegen den Abstiegskandidaten Cesson-Rennes HB beigetragen zu haben. Damit seien Verwandten hohe Wettgewinne ermöglicht worden. Karabatic, der bei besagter Partie verletzungsbedingt fehlte, räumte ein, an Wetteinsätzen, aber nicht der Spielmanipulation beteiligt gewesen zu sein. Ihm droht weiter eine Haft- oder Geldstrafe. Verständlich daher, dass er sich zu seiner Zukunft nicht konkret äußern will. "Ich weiß noch nicht, wie es weitergeht für mich. Das ist zurzeit auch kein Thema, jetzt zählt die WM", sagte der zweimalige Olympiasieger.