Nach nur knapp sechs Monaten ist die Amtszeit von Per Carlén beim HSV Hamburg bereits wieder beendet. Der Verein zog mit der Entlassung des Schweden die Konsequenzen aus der schwachen Hinrunde. Wer aber folgt beim Meister auf Carlén?
Der frühere Weltklasse-Handballer Talant Duschebajew wartet angeblich sehnsüchtig auf seine Chance, Trainer in der Bundesliga zu werden. Derzeit arbeitet der Kirgise erfolgreich beim spanischen Top-Club Atletico Madrid. Bei den Hamburgern galt er als Wunschtrainer, nun ist der Wechsel aber offenbar geplatzt.
Als Kandidat wird in den Medien der frühere Meistertrainer des THW Kiel, Zvonimir "Noka" Serdarusic, gehandelt. Der 61-Jährige wurde im Handball-Manipulationsprozess freigesprochen, seinem Comeback in der Bundesliga stünde nichts im Wege.
Ebenfalls im Gespräch ist Michael Roth vom Bundesliga-Konkurrenten MT Melsungen. Der frühere Nationalspieler leistet bei den Hessen hervorragende Arbeit. Da er zudem als guter Freund von HSV-Präsident Martin Schwalb gilt, wird sein Name an der Elbe zwangsläufig gehandelt.
Markus Baur hat eine Verlängerung seines Kontrakts beim TuS Nettelstedt-Lübbecke abgelehnt. Nun könnte der Weltmeister von 2007 beim HSV anheuern. Allerdings soll Baur vor einem Engagement beim Deutschen Handballbund (DHB) stehen.
Ola Lindgren feierte mit der HSG Nordhorn von 2003 bis 2009 große Erfolge. Sein anschließendes Engagement bei den Rhein-Neckar Löwen verlief unglücklich. Dennoch genießt der frühere Kreisläufer einen ausgezeichneten Ruf in der deutschen Handball-Szene.
Bereits seit 2004 coacht Velimir Petković FA Göppingen. In der vergangenen Serie führte der Bosnier die Schwaben überraschend zum Erfolg im EHF-Cup der Pokalsieger. Petković gilt als "Taktik-Fuchs". Und eben einen solchen sucht der HSV.
Sead Hasanefendić musste vor einigen Wochen den Stuhl beim VfL Gummersbach räumen. Und das, obwohl der Serbe die Oberbergischen in den vergangenen beiden Jahren zu zwei Europapokal-Siegen geführt hatte. Hasanefendić gilt als exzellenter Taktiker. Zudem verfügt er über große internationale Erfahrung.
Eine naheliegende Lösung wäre, dass Carléns Vorgänger Martin Schwalb die Mannschaft übergangsweise wieder trainiert. Der Einfluss des Präsidenten auf das Team soll noch immer groß sein. Findet sich nicht schnell ein geeigneter neuer Coach, würde Schwalb wohl bis zum Saisonende auf die Bank zurückkehren.
Vielleicht entscheidet sich der HSV aber auch für eine Übergangslösung mit einem Spielertrainer. Routinier Guillaume Gille wäre dann ein aussichtsreicher Kandidat.