HSV: Schlingerkurs auf Europas Thron
Erst Negativ-Schlagzeilen, dann Meister und nun Champions-League-Sieger: Das ist der HSV Hamburg. mehr
Wechselt die Sportart: Ex-Fußballprofi Frank Rost.
Frank Rost wird neuer Geschäftsführer der HSV-Handballer. "Wir sind uns einig, es fehlt nur die Unterschrift. Rost wird beim HSV neuen Dampf reinbringen", sagte HSV-Präsident Matthias Rudolph. Der ehemalige Fußball-Torwart beim Hamburger SV und Werder Bremen soll am 19. Juni als neue Führungskraft des Champions-League-Siegers in der Hansestadt vorgestellt werden. Beim HSV Hamburg soll sich der 39-Jährige vor allem um Marketingaufgaben kümmern und bei der Sponsorensuche helfen. "Wir müssen die Euphorie aus dem Gewinn der Champions League nutzen und potenziellen neuen Partnern die Türen einlaufen", fordert Rudolph. Erste Gerüchte um eine Verpflichtung des gebürtigen Chemnitzers waren bereits Mitte April aufgekommen. Damals wurde auch der Ex-Manager des THW Kiel, Uwe Schwenker, als Kandidat gehandelt.
Seine Tätigkeit bei den HSV-Fußballfrauen gab Rost Ende Mai auf.
Rost, der in den vergangenen Jahren neben seiner Fußballkarriere Beriebswirtschaft studierte, kennt sich aus in der Handballszene: Seine Eltern waren in der DDR in den 1970er- und 1980er-Jahren erfolgreiche Nationalspieler. Der 39-Jährige war auch regelmäßiger Zuschauer bei den HSV-Heimspielen. Seinen ehrenamtlichen Job als Trainer der Fußballerinnen des Hamburger SV in der Regionalliga hatte Rost zum Saisonende Ende Mai aufgegeben. Die Tätigkeit wurde entgegen einer ursprünglichen Zusage seitens des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) nicht als praktisches Jahr anerkannt. Rost gilt als kritischer Mensch, der seine Meinung offen sagt. Mit seiner Bekanntheit und Popularität soll er den Handballern neue Türen öffnen. Vorbild für den "Quereinsteiger" könnte der jetzige Sportchef von Werder Bremen, Thomas Eichin, sein, der zuvor elf Jahre lang als Ex-Fußballprofi ebenfalls branchenfern beim Eishockey-Club Kölner Haie tätig gewesen war.