Ergebnisse und Tabelle Handball-Bundesliga
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Enttäuschte Kieler nach der Niederlage gegen Melsungen.
Die historische Siegesserie des THW Kiel in der Bundesliga ist gerissen. Der deutsche Handball-Rekordmeister unterlag am Sonntagabend in eigener Halle der MT Melsungen sensationell mit 25:29 (16:14) und kassierte die erste Pleite auf nationaler Ebene nach zuvor 51 ungeschlagenen Partien in Folge. Durch die Niederlage mussten die Schleswig-Holsteiner zudem die Tabellenführung an die Rhein-Neckar Löwen abgeben. Die Mannheimer hatten bereits am Freitag beim Schlusslicht TuSEM Essen mit 30:20 gewonnen. THW-Coach Alfred Gislason kommentierte die Sensation nüchtern: "Die Niederlage ist völlig verdient. Wir haben uns viel zu viele Fehler erlaubt. 25 Fehlwürfe sind einfach nicht mehr zu korrigieren", meinte der Meistertrainer, während sein Melsunger Pendant Michael Roth um Fassung rang: "Wir werden wohl erst morgen wissen, dass wir einen historischen Sieg gelandet haben. Wir haben die Kieler dahin gebracht, wo sie jeder haben will: zu einem unsicheren Spiel. Ich bin unfassbar stolz."
Tore THW Kiel: Jicha (6/1), Narcisse (5), Sigurdsson (4), Vujin (4/1), Sprenger (2), Toft Hansen (1), Ahlm (1), Ekberg (1), Zeitz (1)
Melsungen: Allendorf (7), Danner (6), Vuckovic (5), Karipidis (4/2), Fahlgren (3), Stenbäcken (2), Schröder (2)
Zuschauer: 10.285
Der THW zeigte im ersten Abschnitt eine wechselhafte Leistung. Guten Aktionen folgten häufig überhastete Abschlüsse oder Deckungsfehler. Erst nach 20 Minuten konnten sich die Schleswig-Holsteiner erstmals eine Drei-Tore-Führung herausarbeiten: Kreisläufer Rene Toft Hansen traf zum 12:9. Besser wurde das Spiel der Hausherren im Anschluss allerdings nicht. Obwohl der Gast einige hochkarätige Chancen ausließ, gelang es den "Zebras" nicht, sich bis zur Pause entscheidend abzusetzen. Ein Umstand, der auch darin gründete, dass außer Filip Jicha kein Kieler Rückraumschütze im ersten Durchgang seine Normalform abrief.
Auch nach dem Seitenwechsel taten sich die überspielt wirkenden Hausherren schwer. Den Norddeutschen fehlte gegen die sehr diszipliniert auftretenden Melsunger die Leichtigkeit. Etliche misslungene Abschlüsse und technische Fehler sorgten dafür, dass die "Zebras" plötzlich mit 18:21 in Rückstand lagen (43.). 10.285 Zuschauer in der ausverkauften Halle trauten ihren Augen kaum. Sollte dem krassen Außenseiter tatsächlich die Sensation gelingen? Roth hatte Zweifel an der Nervenstärke seines Teams. "Keine Angst vorm Gewinnen", gab er seinen Profis in einer Auszeit mit auf den Weg. Und die Gäste hielten dem Druck in der Schlussphase stand. Ein überragender Keeper Per Sandström war der große Rückhalt der Hessen beim ersten Melsunger Sieg im 15. Bundesliga-Vergleich mit dem THW, der zuletzt am 4. Mai 2011 mit 24:30 gegen den SC Magdeburg verloren hatte.
Flensburgs Holger Glandorf spielte eine starke erste Hälfte.
Zuvor hatte die SG Flensburg-Handewitt den dritten Tabellenplatz zurückerobert. Der knappe 30:29 (17:16)-Erfolg am Sonntag bei GWD Minden war für das Team von Trainer Ljubomir Vranjes aber eine echte Zitterpartie. Die Schleswig-Holsteiner wollten die Aufgabe bei den abstiegsbedrohten Gastgebern wohl im Schongang erledigen und ließen vor allem in der Defensive die nötige Konsequenz vermissen. Auch im Angriff blieb Vieles bei der SG Stückwerk. Lediglich weil sich Holger Glandorf (fünf Tore bis zur Pause) und Anders Eggert (vier Treffer) in den ersten 30 Minuten in Galaform präsentierten, lagen die Norddeutschen zur Halbzeit mit 17:16 in Front.
Tore für Minden: Bilbija (12), Svitlica (6/4), Doder (5), Tesch (3), Oechsler (1), Schmidt (1), Klesniks (1)
Tore für Flensburg: Eggert (6/3), Glandorf (5), Gustafsson (5), Hansen (4), Knudsen (3), Mogensen (3), Weinhold (3), von Gruchalla (1)
Zuschauer: 2.350
Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich wenig: Die Flensburger agierten weiterhin recht pomadig und ließen Spielwitz und Überraschungsmomente vermissen. Dagegen kämpften die Hausherren aufopferungsvoll, ließen sich nie abschütteln und konnten in der 50. Minute beim Stand von 24:23 sogar ihre erste Führung überhaupt in der Partie bejubeln. Erst jetzt wurde den Schleswig-Holsteinern anscheinend der Ernst der Lage bewusst und nach einer Auszeit von Coach Vranjes präsentierte sich die SG im Stile einer Spitzenmannschaft: Torwart Mattias Andersson entschärfte einige schwierige Bälle und im Angriff nutzten die Norddeutschen ihre Chancen nun konsequent. Held der Schlussphase war Lasse Svan Hansen, der die beiden letzten Tore für die Gäste markierte. Bester SG-Werfer war Eggert mit insgesamt sechs Treffern.