THW Kiel: Der Rekordmeister von der Förde
Volle Halle, Stars en masse, Titel im Abonnement - das ist der THW Kiel. mehr
HSV-Coach Martin Schwalb jubelt mit dem Champions-League-Pokal.
Wer hätte im vergangenen Herbst gedacht, dass die Saison für den HSV Hamburg eine historische werden würde? Es musste gespart werden bei den Norddeutschen. Die Verantwortlichen drückten Gehaltskürzungen durch, sodass einige Stars mit einem vorzeitigen Wechsel liebäugelten. Präsident Matthias Rudolph stimmte bereits einen zarten Abgesang auf den hanseatischen Spitzenhandball an. Es war alles andere als ein gemütlicher Herbst an der Elbe. Doch die Spielzeit endete mit dem größten Triumph der Club-Geschichte. Der Gewinn der Champions League durch die Hamburger ist eines der erstaunlichsten Kapitel der nun beendeten Handball-Saison.
Der Januar, in dem die Bundesliga traditionell wegen eines internationalen Großturniers ruht, muss Wunder bewirkt haben. "In der Pause haben wir uns gefunden - und danach haben wir eine riesige Stabilität erreicht", meinte Bundesliga-Torschützenkönig Hans Lindberg. In der Bundesliga war der HSV zu diesem Zeitpunkt schon zu weit zurückgefallen, um noch großartig etwas ausrichten zu können. Im DHB-Pokal fehlte das nötige Quäntchen Glück: Im Halbfinale war gegen Flensburg Endstation - nach Verlängerung. Blieb die Champions League: Anfang September nur knapp dem Aus beim Wildcard-Turnier im südfranzösischen Saint-Raphael entronnen, meisterten die Hanseaten danach jede Hürde. Im Final Four von Köln schlugen sie sogar die Top-Favoriten aus Kiel und Barcelona.
Überragender Rückhalt: HSV-Keeper Johannes Bitter.
Ein Grund für den Aufschwung: Johannes Bitter kehrte nach einer Kreuzband-Verletzung zurück. Nach seinem Comeback war das bis dahin latent vorhandene Torwart-Problem behoben. Besonders überzeugend agierte die rechte Angriffsseite mit Hans Lindberg und Routinier Marcin Lijewski. Mann des Jahres war aber definitiv der Jüngste unter den Leistungsträgern: Domagoj Duvnjak. In der Offensive wie in der Deckung war er ein großartiger Motor. "Was er für ein Pensum abspult, ohne zu mucken und zu zucken, ist oberste Weltklasse", strahlte HSV-Coach Martin Schwalb häufiger. Auch in Köln war Duvnjak ein entscheidender Faktor für den Coup. Ganz zur Begeisterung von HSV-Hauptgesellschafter Andreas Rudolph, der plötzlich wieder im Rampenlicht auftauchte, nachdem er sich längere Zeit aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hatte. Nach stürmischen Zeiten scheint über Hamburgs Handball wieder die Sonne.