THW Kiel: Der Rekordmeister von der Förde
Volle Halle, Stars en masse, Titel im Abonnement - das ist der THW Kiel. mehr
Hannovers Mait Patrail (M.) erreicht mit seinen Teamkollegen überraschend den Europacup.
Der Norden dominiert den deutschen Handball. Der THW Kiel feierte das Double auf nationaler Ebene, der HSV Hamburg schnappte sich erstmals in der Vereinsgeschichte die Champions-League-Trophäe, die SG Flensburg-Handewitt etablierte sich als "doppelter Vize", und die TSV Hannover-Burgdorf stürmte erstmals ins obere Drittel der Bundesliga und damit in den internationalen EHF-Cup.
Die Spieler des THW Kiel feiern die Meisterschaft.
Zwei Siege fehlten dem THW Kiel, dann hätte die Norddeutschen als erster deutscher Club überhaupt in der langen Handball-Geschichte ein Triple verteidigt. Champions League, DHB-Pokal und deutsche Meisterschaft errangen die "Zebras" in der Saison 2011/2012. Jetzt hatten sie die beiden nationalen Trophäen bereits in der Tasche, als beim Final Four in Köln der Traum von der internationalen Krönung platzte - gegen einen sehr stark aufspielenden HSV Hamburg. "Das war dennoch wieder eine starke Saison", betonte Trainer Alfred Gislason.
Der THW Kiel war erneut das dominierende Team der Bundesliga. Die Dominanz war aber nicht mehr so beängstigend wie noch im Vorjahr, als die "Zebras" mit 68:0 Punkten durchmarschierten. Einer der Gründe: Kim Andersson, der stärkste Spieler der Serie 2011/2012, hatte im Sommer den Verein verlassen. Seine Nachfolger, Christian Zeitz und Marko Vujin, machten ihre Sache im rechten Rückraum gut, aber nicht exzellent. Kurzum: Die Kieler verloren den Nimbus der Unbesiegbarkeit. Nach 585 Tagen und unglaublichen 101:1 Zählern kippte die MT Melsungen im Dezember den Giganten vom Sockel. Und es kam noch schlimmer: Nach der weihnachtlichen Derby-Niederlage beim Erzrivalen Flensburg musste Kiel die Tabellenspitze an die Rhein-Neckar Löwen abgeben.
Die "Zebras" waren angezählt, gaben aber nicht klein bei. "Mit der Hinserie dürfen wir trotzdem zufrieden sein", stellte Leitwolf Filip Jicha klar. "Und abgerechnet wird zum Schluss. Wir haben die beste Ausgangsbasis, das wissen auch die anderen." In der Tat: Der THW gewann die letzten neun Bundesliga-Spiele allesamt und distanzierte die Konkurrenz klar. Damit gelang zugleich ein würdiger Abschied für Marcus Ahlm, Thierry Omeyer, Daniel Narcisse und Momir Ilic, die nach vielen Erfolgen im THW-Dress nicht mehr für den THW auflaufen werden. Ahlm bleibt jedoch in Kiel, er sitzt zukünftig im Aufsichtsrat der Clubs und wird so den Umbruch verfolgen.