Stand: 03.10.2015 19:12 Uhr

Kein Geschenk für Vranjes: THW schlägt Flensburg

von Sebastian Ragoß, NDR.de

Der THW Kiel hat in der Handball-Champions-League am dritten Vorrundenspieltag das Derby gegen die SG Flensburg-Handewitt mit 27:23 (14:13) gewonnen und damit den 42. Geburtstag von SG-Coach Ljubomir Vranjes ("Es ist eine verdiente Niederlage") vermasselt. Allerdings musste der THW den Prestigeerfolg wohl teuer bezahlen. Patrick Wiencek wurde mit einer Knieverletzung ausgewechselt. Es besteht der Verdacht auf Kreuzbandriss. Sollte sich diese erste Diagnose bestätigen, würde sich die ohnehin angespannte Personalsituation beim deutschen Meister weiter verschärfen. "Patrick wird sehr lange ausfallen", war sich THW-Coach Alfred Gislason nach der Partie sicher. Gleichzeitig freute er sich über die Leistung seines Teams: "Die Mannschaft hat sehr gut gekämpft. Es war ein großartiges Handballspiel."

Zähe "Zebras" zeigen Flensburg die Grenzen auf

SG-Keeper Möller mit einer starken Leistung

THW Kiel - Flensburg 27:23 (14:13)

Tore Kiel: Canellas 7/5, Duvnjak 6, Vujin 5/1, Sprenger 4, René Toft Hansen 2, Oprea 2, Weinhold 1
Tore Flensburg: Glandorf 4, Svan 4, Mahé 3/3, Wanne 3, Henrik Toft Hansen 3, Mogensen 2, Eggert 1, Jakobsson 1, Gottfridsson 1, Lauge 1
Zuschauer: 10.000

SG-Coach Vranjes schickte zu Beginn etwas überraschend Kevin Möller statt Mattias Andersson ins Tor. Eine Maßnahme, die sich auszahlte: In der wilden Anfangsphase hielt der Däne mehrere Bälle. Doch auch sein Gegenüber Niklas Landin kam nach anfänglichen Problemen immer besser ins Spiel, das die Zuschauer begeisterte. Es ging hin und her, Tempogegenstoß folgte auf Tempogegenstoß. Kiel lag nach nur 55 Sekunden mit 2:0 vorn, anschließend machten die Flensburger aber den etwas besseren Eindruck. Dabei ließ Vranjes seinen besten Torschützen Anders Eggert zunächst auf der Bank. Auch beim THW gab es eine Umstellung auf der Linksaußenposition. Der angeschlagen Rune Dahmke wurde von Last-Minute-Neuzugang Dragos Oprea ersetzt.

THW nach dem Seitenwechsel ohne Wiencek

Weitere Informationen

Live-Ticker zum Nachlesen: Kiel - Flensburg 27:23

Der THW Kiel hat die SG Flensburg-Handewitt in der Handball-Champions-League mit 27:23 besiegt und die Chance auf den Gruppensieg gewahrt. Die Partie gibt es hier im Live-Ticker zum Nachlesen. mehr

Die Partie nahm fast minütlich eine neue Wendung. Nach knapp 20 Minuten lag der THW Kiel mit 10:8 in Führung. Doch wieder konterte Flensburg. Möller hielt weiterhin grandios, Kentin Mahé markierte in der 25. Minute die 11:10-Führung für die Gäste, Jim Gottfridsson legte nach. Was machte der THW? Raufte sich kurz zusammen, erzielte drei Tore in Folge und ging letztlich mit einem knappen Vorsprung in die Pause. Den musste der deutsche Meister dann ohne den verletzten Wiencek verteidigen. Das gelang zunächst gut. Die Kieler nahmen etwas das Tempo aus der Begegnung und blieben in Führung. Holger Glandorf hielt Flensburg mit einigen imposanten Gewaltwürfen im Spiel. Nach gut 40 Minuten kam Eggert, den 18:18-Ausgleich markierte aber Lasse Svan.

Flensburg mehr als sieben Minuten ohne Treffer

Beide Abwehrreihen packten nun deutlich konsequenter zu. Zehn Minuten vor dem Ende war noch alles möglich - 21:21. Der THW hatte fast fünf Minuten keinen Treffer mehr erzielt, war in der Schlussphase aber das bessere Team. Domagoj Duvnjak brachte die "Zebras" wieder in Führung, Joan Canellas erhöhte per Siebenmeter, Marko Vujin legte nach - 24:21. Flensburg kam in der Offensive nicht mehr in Schwung, blieb mehr als sieben Minuten ohne Tor und brauchte deshalb in den letzten fünf Minuten ein kleines Handball-Wunder. Der THW war aber zu abgeklärt, die Gäste hatten keine Chance mehr auf den Sieg. Auch die späte Rote Karte für René Toft Hansen nach einem Schlag gegen Mahé brachte Kiel nicht aus dem Konzept.

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