Stand: 09.12.2015 21:51 Uhr

Kiel erster Löwen-Jäger - HSV schlägt Füchse

Der deutsche Handball-Rekordmeister THW Kiel hat am Mittwochabend in der Bundesliga einen Pflichtsieg gefeiert. Die Mannschaft von Trainer Alfred Gislason setzte sich gegen die abstiegsgefährdete Spielgemeinschaft HBW Balingen-Weilstetten mit 38:28 (17:10) durch. Die "Zebras" verdrängten damit ihren schleswig-holsteinischen Landesrivalen SG Flensburg-Handewitt vom zweiten Tabellenplatz und sind nun erster Jäger der Rhein-Neckar Löwen. Die Mannheimer führen das Tableau mit lediglich zwei Minuspunkten souverän an. Erfolgreichster Schütze der Norddeutschen gegen die "Gallier von der Alb" war Niclas Ekberg mit elf Treffern.

Der Kader des THW Kiel für die Serie 2015/2016

THW sorgt schnell für klare Verhältnisse

THW Kiel - HBW Balingen-Weilstetten 38:28 (17:11)

Tore THW Kiel: Ekberg 11, Vujin 10/6, Dissinger 6, Cañellas 5, Dahmke 3, Klein 2, Toft Hansen 1
HBW Balingen-Weilstetten: Nyokas 7, Strobel 5, Böhm 4, Kunkel 3/3, Theuerkauf 3, Hausmann 2, Wilke 2, Foth 1, Vasilakis 1
Zuschauer: 10.285

Der THW musste auf Mittelmann Domagoj Duvnjak verzichten. Der "Welthandballer 2013" war im Training umgeknickt und klagte über Schmerzen am Sprunggelenk. Auch Nikolas Katsigiannis stand nicht zur Verfügung. Für den erkrankten Keeper rückte in Dominik Plaue die etatmäßige Nummer drei im Kieler Tor in den Kader. Der Schlussmann sah von der Bank aus, wie seine Mannschaft im Eiltempo für die Vorentscheidung sorgte. Gegen die in der Anfangsphase völlig überforderten Gäste warfen die Norddeutschen bereits nach vier Minuten eine 5:0-Führung heraus. Hernach hatte Balingen den "Zebras" zwar langsam etwas mehr entgegenzusetzen. Eine Aufholjagd des Außenseiters war in Anbetracht seiner eigenen limitierten Mittel sowie der sehr konzentriert spielenden Kieler aber zu keinem Zeitpunkt im Bereich des Möglichen. Für den Abstiegskandidaten ging es eigentlich bereits ab Mitte des ersten Abschnitts lediglich noch um Schadensbegrenzung. Es misslang den Baden-Württembergern. Sie fanden zum einen gegen die starke THW-Deckung kaum Mittel. Zum anderen waren die "Gallier von der Alb" machtlos gegen den wuchtigen Rückraum des Kontrahenten sowie das exzellente Gegenstoß-Spiel der "Zebras".

Hamburg mit Gala-Vorstellung gegen Berlin

HSV Hamburg - Füchse Berlin 36:29 (19:12)

Tore HSV Hamburg: Pfahl 9, Lindberg 7/1, Nenadic 4, Brozovic
3, Hens 3, Schröder 3, Damgaard 2, Jaanimaa 2, Mortensen 2, Schmidt 1
Füchse Berlin: Nenadic 9/2, Ellison 5/1, Jesper Nielsen 4, Wiede 3, Weyhrauch 2, Fritz 1, Gojun 1, Plaza 1, Tönnesen 1, Vukovic 1, Zachrisson 1
Zuschauer: 6.013

Auch der HSV Hamburg zeigte vor eigenem Publikum eine Gala-Vorstellung. Der finanziell ums Überleben kämpfende Meister von 2011 bezwang die Füchse Berlin mit 36:29 (19:12) und darf in dieser Verfassung sogar von der Champions-League-Qualifikation träumen. Beim vorerst letzten Spiel unter Michael Biegler - der Coach fehlt in den letzten Wochen des Jahres wegen seiner Aufgaben als polnischer Nationaltrainer -, legten die Hanseaten in der Schlussphase des ersten Abschnitts den Grundstein zum Erfolg. Dank konzentrierter Deckungsleistung und eines starken Rückraums um Adrian Pfahl und Allan Damgaard lagen die Hausherren zur Pause mit sieben Treffern in Front. Nach dem Seitenwechsel bauten die Hamburger ihre Führung rasch auf 23:14 aus (36.) und sorgten damit für die frühe Entscheidung. Nach dem Spielende gab es von den Fans frenetischen Beifall für die HSV-Profis. Möglicherweise zum letzten Mal in der Multifunktionsarena im Volkspark. Denn auch mit der Hallenmiete ist der Bundesligist im Rückstand. Sollte Hauptsponsor und Ex-Präsident Andreas Rudolph nicht wie vom Club erhofft schnell finanzielle Hilfe leisten, könnten beim Champions-League-Sieger von 2013 bald die Lichter ausgehen.

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