Stand: 06.09.2015 19:00 Uhr

Flensburg feiert überzeugenden Sieg gegen Kiel

von Sebastian Ragoß, NDR.de

Die SG Flensburg-Handewitt hat das Spitzenspiel der Handball-Bundesliga verdient mit 30:25 (15:12) gegen den THW Kiel gewonnen. Dank des vierten Heimsiegs in Folge gegen den Nordrivalen eroberte die Mannschaft von Trainer Ljubomir Vranjes die Tabellenspitze, liegt dank des besseren Torverhältnisses vor den punktgleichen Rhein-Neckar Löwen. Beste Torschützen waren die überragenden Außen Anders Eggert und Lasse Svan mit jeweils neun Treffern. Der deutsche Meister kassierte hingegen die erste Niederlage seit dem 20. Dezember des vergangenen Jahres. Damals hatte der THW ebenfalls in Flensburg verloren. "Das war ein Sieg des Willens", sagte Flensburgs Holger Glandorf nach der Partie bei NDR Info, THW-Coach Alfred Gislason kritisierte die mangelhafte Chancenverwertung seines Teams, gleichwohl sah er in der Niederlage aber "keine Wachablösung".

Flensburg ringt Kiel nieder

Hohe Intensität, wenig Spielfluss

Flensburg - THW Kiel 30:25 (15:12)

Tore Flensburg: Eggert 9/2, Svan 9, Mogensen 4, Zachariassen 4, Glandorf 3, Toft Hansen 1
Tore Kiel: Duvnjak 5, Cañellas 4/4, Ekberg 4, Vujin 3, Dahmke 2, Toft Hansen 2, Weinhold 2, Wiencek 2, Dissinger 1
Zuschauer: 6.300

Das Tempo war hoch, die Intensität in den Zweikämpfen noch höher und die Partie zunächst ausgeglichen. Die Schiedsrichter hatten von Beginn an alle Hände voll zu tun. Die unzähligen Duelle hemmten jedoch den Spielfluss. Der THW hatte in der ersten Hälfte große Mühe, aus dem Spiel heraus zu treffen. Deshalb gelang es der SG, sich ein wenig abzusetzen, auch weil Kiels Keeper Niklas Landin nicht die Quote an gehaltenen Bällen erreichte, die von ihm erwartet wird. Mit 11:8 lagen die Gastgeber in der 21. Minute vorn, in der 29. Minute mit 14:10. Svan und Eggert trafen in dieser Phase fast nach Belieben. Aber wie im Supercup vor zweieinhalb Wochen ließen sich die "Zebras" trotz optischer Unterlegenheit nicht abschütteln und hatten bei einem Drei-Tore-Rückstand zur Pause noch alle Möglichkeiten, das Derby für sich zu entscheiden.

Flensburg findet immer wieder Lücken in der THW-Deckung

Dafür mussten sich die Kieler jedoch im Angriff deutlich steigern. Besonders die Rückraum-Schützen Domagoj Duvnjak und Joan Canellas waren im ersten Durchgang unter ihren Möglichkeiten geblieben. Duvnjak wurde stärker, den Rückstand entscheidend verringern konnte der THW allerdings nicht. SG-Keeper Mattias Andersson war immer wieder zur Stelle, im Angriff markierte Glandorf wichtige Treffer. Beim Stand von 19:16 (43.) hatten die "Zebras" die Chance, in einer 6:4-Überzahl noch einmal heranzukommen, ließen die gute Gelegenheit aber ungenutzt. Eggert schraubte den Vorsprung der Flensburger sogar auf vier Tore nach oben - 21:17 (45.). Die Gastgeber waren die bessere Mannschaft, spielten in der Schlussphase allerdings fast permanent in Unterzahl. Trotzdem fand die SG immer wieder Lücken in der THW-Deckung und hielt den Erzrivalen auf Distanz.

Die Flensburger untermauerten mit dem Derby-Erfolg die Einschätzung vieler Experten, dass die SG in dieser Saison reif für den Gewinn der Meisterschaft sei. Dem THW ist hingegen der Substanzverlust nach den vielen Abgängen sowie den Verletzungen von Torsten Jansen und Dominik Klein deutlich anzumerken.

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