1999 fusionieren der HSV Lübeck und der VfL Bad Schwartau zur SG VfL Bad Schwartau. 2001 wird die SG Pokalsieger. Ein Jahr später wechselt der Verein aus wirtschaftlichen Gründen nach Hamburg.
Gleich zu Beginn der neuen Ära verpflichtet der HSV einen Weltstar. 2002 kommt Welthandballer Bertrand Gille vom französischen Erstligisten Chambery Savoie zu den Hanseaten.
Im dritten Jahr der erste Erfolg: Die Hamburger erreichen das Finale des DHB-Pokals. Allerdings unterliegen sie dem Rivalen aus Flensburg in eigener Halle mit 23:29.
Erster Titelgewinn in der darauffolgenden Saison: Der HSV holt in der Spielzeit 2004/2005 den Supercup. Kapitän Thomas Knorr jubelt.
Bob Hanning steht für den Aufschwung beim HSV. Der energiegeladene Trainer, Napoleon genannt, ist die Triebfeder im Verein.
Da Flensburg 2004 das Double holt, dürfen die Hanseaten im Europapokal der Pokalsieger antreten...
Jedoch scheitert die Mannschaft um Nationalspieler Pascal Hens im Viertelfinale am spanischen Vertreter Ademar Leon.
Anfang 2005: Die Trägergesellschaft Omni Sport GmbH meldet Insolvenz an. Zudem wird Geschäftsführer Winfried M. Klimek wegen Betrugs verurteilt. Das "Projekt HSV" steht vor dem Aus.
Jubel bei den Fans, die Handball in Hamburg zunehmend schätzen gelernt haben: Der Unternehmer Andreas Rudolph übernimmt Anfang 2005 die Präsidentschaft. Dank kräftiger Finanzspritzen führt er den wirtschaftlich klammen Verein in ruhigeres Fahrwasser.
Nach einer Spielerrevolte muss Hanning im Mai 2005 seinen Hut nehmen. Er soll sich zu wenig um die sportlichen Belange und das Team gekümmert haben. Für ihn übernimmt Ex-Profi Martin Schwalb das Traineramt.
Der HSV konsolidiert sich - sowohl wirtschaftlich als auch sportlich geht es wieder bergauf. Die Hanseaten etablieren sich Stück für Stück in der Spitze der Bundesliga.
2006 trägt die Arbeit von Boss Rudolph und Trainer Schwalb erste Früchte. Angetrieben von zahlreichen Weltklasse-Spielern holt der HSV in der heimischen Arena den DHB-Pokal.
Die Mannschaft ist eine Einheit, versteht sich sowohl auf als auch neben dem Platz. Obwohl einige Akteure besonders herausstechen, steht das Team im Vordergrund.
Überraschend gewinnt der HSV den Supercup gegen den deutschen Meister THW Kiel - der Beginn des erfolgreichsten Jahres in der jungen Vereinsgeschichte.
Immer mehr Nationalspieler unterschreiben beim HSV einen langfristigen Vertrag. Das Konzept von Präsident Rudolph geht auf. Im Frühjahr 2007 ehrt Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust drei Hamburger Weltmeister: Stefan Schröder, Torsten Jansen und Pascal Hens (v.l.).
Im April 2007 steht der HSV im Finale des Europapokals der Pokalsieger. Gegner ist ausgerechnet Ademar Leon - der Club, der die Hamburger zwei Jahre zuvor im Viertelfinale gestoppt hatte. Zeit für die Revanche...
Das Unterfangen gelingt. Mit einem Tor mehr gewinnt der HSV erstmals den Europapokal. Der Jubel kennt keine Grenzen.
Party auf dem Rathausmarkt: Über 4.000 Fans feiern mit der Mannschaft den größten Erfolg in der noch jungen Vereinsgeschichte. Der HSV wird zudem deutscher Vizemeister und darf erstmals in der Champions League starten.
Mitverantwortlich für die Erfolge ist auch der Koreaner Kyung-Shin Yoon. Der HSV-Neuzugang avanciert gleich in seiner ersten Saison mit 236 Treffern zum insgesamt siebten Mal zum Bundesliga-Torschützenkönig.
Ein nationaler Titelgewinn bleibt dem Koreaner, der nach der Saison 2007/08 in seine Heimat zurückkehrt, aber verwehrt. Beim Final Four in Hamburg 2008 wird er zum besten Spieler gekürt. Der HSV unterliegt dem THW Kiel im Pokal-Endspiel jedoch mit 29:32. Die Hanseaten waren nah dran - und sind tief enttäuscht.
Auch in der Meisterschaft bleibt nur "Bronze" hinter Kiel und Flensburg. Dabei hatten die Hamburger vor der Saison zum Sturm auf die Spitze geblasen.
Ganz bitter das Halbfinal-Aus in der Königsklasse: Gegen den späteren Sieger Ciudad Real fehlt dem Champions-League-Newcomer am Ende nur ein Tor. Nicht nur bei Bertrand Gille fließen Tränen.
Erfreulich dagegen die Zuschauer-Resonanz an der Elbe. Rund 8.700 Besucher tummeln sich in der Spielzeit 2007/2008 im Schnitt bei den HSV-Heimspielen - Vereinsrekord.
"Titel gewinnen" lautet auch in der Saison 2008/2009 die Vorgabe. Daraus wird aber erneut nichts. An Kiel ist in der Bundesliga kein Vorbeikommen, am Ende reicht es immerhin zum Vizemeistertitel. In der Champions League scheiden die Hamburger erneut gegen den späteren Sieger Ciudad Real aus - wieder im Halbfinale.
HSV-Präsident und -Mäzen Andreas Rudolph erwägt kurzzeitig sogar seinen Rückzug, entscheidet sich dann aber doch fürs Weitermachen.
Anders als Dimitri Torgovanov: Der russische Kreisläufer und Hamburger Publikumsliebling sagt nach 13 Jahren Bundesliga-Handball "Tschüs" und kehrt in seine Heimat zurück.
2010 gibt es endlich mal wieder allen Grund zu jubeln: Die Hanseaten gewinnen nach 2006 zum zweiten Mal den DHB-Pokal.
Auch in der Liga führt das Team von Coach Martin Schwalb lange Zeit das Klassement an. Doch auf der Zielgeraden werden die Hamburger vom Nordrivalen THW abgefangen. Am Ende reicht es nur zur Vize-Meisterschaft.
Ein Jahr später darf in Hamburg endlich auf den Titel angestoßen werden: Durch einen 35:30-Sieg gegen Gummersbach sichern sichert sich der HSV die Meisterschaft.
Nach dem Heimspiel gegen Lemgo drei Wochen später gibt es endlich die Meisterschale.
Am Tag nach dem letzten Saisonspiel entern die HSV-Profis dann den Hamburger Rathausbalkon...
...und feiern mit 10.000 Fans die erste Meisterschaft der Vereinsgeschichte.