Die SG Flensburg-Handewitt ist ein Zusammenschluss der Handball-Abteilungen vom TSB Flensburg und Handewitter SV. Beide Clubs ebnen 1990 mit ihrer Fusion den Weg für eine erfolgreiche Zukunft. Die Heimspielstätte der Nordlichter ist seit Dezember 2001 die Campushalle. Sie bietet Platz für 6.500 Zuschauer.
Besser bekannt ist sie allerdings unter dem Namen "Hölle Nord". Das gar nicht kühle Publikum verwandelt die Arena regelmäßig in einen Hexenkessel.
Einer der Akteure, den die Anhänger der SG besonders feierten: Sören Stryger. Der dänische Rechtsaußen war lange Jahre Kapitän in Flensburg. 2001 heuerte er bei der SG an, in der Spielzeit 2007/2008 zwangen ihn schwere Knieprobleme in die Sportinvalidität.
Ein anderer Publikumsliebling: Jan Fegter. Von 1995 bis 2003 absolvierte er 317 Partien und erzielte 779 Treffer.
Der zweite europäische Pokalgewinn nach dem EHF-Cup-Sieg 1997: Nach einem 27:27 im Hinspiel bezwingt Flensburg im Rückspiel BM Ciudad Real mit 26:21 und sichert sich so 1999 den Titel im City-Cup. Morten Bjerre reckt die Trophäe in die Höhe.
Im Supercup-Finale im selben Jahr triumphiert die SG ebenfalls - ausgerechnet gegen den ewigen Rivalen THW Kiel. Andrej Klimowets gelingt der entscheidende Treffer zum 20:19.
Doch im EHF-Pokal betrauern die Spieler - hier Thomas Knorr und Jan Fegter - eine denkbar knappe Niederlage gegen Metkovic Jambo aus Kroatien. Nur aufgrund eines auswärts weniger erzielten Treffers ziehen die Norddeutschen im Endspiel den Kürzeren.
Ein Jahr später darf wieder auf europäischer Ebene gejubelt werden. Im Siebenmeterwerfen setzt sich die SG gegen den spanischen Vertreter Adamar Leon durch. Torwart Jan Holpert (r.) pariert den entscheidenden Wurf.
Erster nationaler Titelgewinn 2003: Nach einem dramatischen 31:30 gegen TuSEM Essen feiern die Spieler den Pokalsieg mit einer Sektdusche.
Der schwedische Trainer Kent-Harry Andersson kommt 2003 aus Nordhorn nach Flensburg und formt das Team in den kommenden Jahren endgültig zu einer Spitzenmannschaft in der Bundesliga und in Europa.
2003/2004 ist die bisher erfolgreichste Saison der Nordlichter. Zwar verliert das Team das Finale in der Champions League gegen PK Celje Pivovarna Lasko aus Slowenien...
...dafür gelingt es, beim Final Four den Pokal erfolgreich zu verteidigen.
Und: Es folgt die Krönung einer sensationellen Saison. Flensburg wird erstmals deutscher Handball-Meister. Die Spieler bejubeln den Titel mit einer "Welle" vor ihren Fans.
Ausgelassen feiern Sören Stryger, Christian Berge und Pierre Thorsson den Triumph. Spätestens jetzt hat sich auch der Ruf der Flensburger als "ewiger Zweiter" nach vier Vizemeisterschaften in den 90er-Jahren erledigt.
Jubelszene nach dem Titelgewinn in der Campushalle: Keeper Jan Holpert lässt sich von den Fans auf der Stehplatztribüne feiern.
Klare Worte in Richtung des Kieler Lokalrivalen.
Die Double-Gewinner im feinen Zwirn.
Für ihn ist danach Schluss in Flensburg: Der dänische Nationalspieler Lars Krogh Jeppesen wechselt nach vier Jahren SG zum FC Barcelona.
Seine ehemaligen Kollegen feiern derweil 2005 den dritten DHB-Pokalsieg in Folge. Hier strahlen Marcin Lijewski, Christian Berge, Torge Johannsen und Johnny Jensen um die Wette.
Zuvor war bekannt geworden, dass Christian Berge an Lymphdrüsenkrebs erkrankt ist. Zu Gunsten ihres norwegischen Spielers veranstaltet die SG Flensburg-Handewitt 2005 ein Benefizspiel.
2006/07 erreicht die SG nach 2004 zum zweiten Mal das Finale in der Champions League. Maßgeblichen Anteil daran hat Torwart Dan Beutler, der im Halbfinale gegen BM Valladolid den entscheidenden Wurf pariert.
Doch trotz großen Kampfes gegen den Konkurrenten aus der Landeshauptstadt...
...herrscht am Ende Katzenjammer. Das Endspiel gegen den Lokalrivalen THW Kiel geht nach einem 27:27 im Hinspiel knapp mit 27:29 verloren.
Torwart Jan Holpert beendet nach der Saison seine aktive Karriere. Mit 616 Einsätzen ist er Bundesliga-Rekordspieler - und in Flensburg längst eine lebende Legende. Die Fans bereiten ihm einen bewegenden Abschied.
In der Saison 2007/2008 bleibt die SG ohne Titel - zum dritten Mal in Folge. Der letzte DHB-Pokal-Erfolg datiert von 2005, die einzige Meisterschaft von 2004. Spielmacher Ljubomir Vranjes und Co. müssen sich mit der Vizemeisterschaft hinter Kiel begnügen.
Die Spielzeit 2008/2009 läuft für die Nordlichter äußerst unbefriedigend. In der Liga springt nur Platz fünf heraus, in der Champions League ist im Viertelfinale Endstation gegen den HSV Hamburg.
Der langjährige Erfolgstrainer Kent-Harry Andersson muss bereits Ende Dezember 2008 nach einer herben Heimniederlage gegen Kiel seinen Hut nehmen.
Der bisherige Co-Trainer Per Carlen übernimmt das Amt an der SG-Seitenlinie und führt die zwischenzeitlich auf den achten Tabellenplatz abgerutschten Flensburger noch in den EHF-Cup.
Ljubomir Vranjes verbaschiedet sich nach einer ereignisreichen Saison vom aktiven Handball und leitet die Geschicke des Vereins zunächst als Teammanger. Im November 2010 tritt er die Nachfolger von Carlen als Trainer an.
2010 verlässt Rekordspieler Lars Christiansen im Alter von 38 Jahren den Verein. In mehr als 600 Pflichtspielen erzielte der dänische Europameister von 2008 mehr als 4.000 Treffer. Sportlich läuft es für die SG durchwachsen. Einem ehrenwerten dritten Platz in der Liga steht das unnötige Halbfinal-Aus im EHF-Pokal gegen die Kadetten Schaffhausen gegenüber.
Auch in der darauffolgenden Saison gibt es keinen Titel für die SG. Die Bilanz: Rang sechs in der Bundesliga, Viertelfinale in der Champions League und eine DHB-Pokal-Finalteilnahme, in der am Ende eine deutliche Niederlage gegen Kiel steht.
Riesenjubel dann aber im Mai 2012: Die SG holt den Europapokal der Pokalsieger, es ist der erste Titelgewinn nach einer siebenjährigen Durststrecke. Die Schleswig-Holsteiner werden zudem Zweiter in DHB-Pokal und Meisterschaft und melden sich in der Spitze zurück.