Stand: 21.10.2017 10:55 Uhr

THW Kiel nach Pokal-Aus ratlos

Ratloser Blick in die Zukunft: THW-Keeper Andreas Wolff.

Andreas Wolff redete nicht lange um den heißen Brei herum: "Das Ergebnis ist natürlich scheiße, wir sind ausgeschieden", erklärte der Handball-Torwart des THW Kiel nach dem bitteren Pokal-Achtelfinal-Aus bei der TSV Hannover-Burgdorf. "Das ist ein Stück weit Bestandteil einer Krise", schob der 26-Jährige, der die Kieler spätestens 2019 verlassen wird, hinterher.

Letzte Chance Berlin?

Die erfolgsverwöhnten Kieler stehen schon wenige Wochen nach Saisonstart vor den Scherben einer völlig verkorksten Spielzeit. Viel Zeit für Lösungen haben die Schleswig-Holsteiner nicht: Heute (14.05 Uhr/live beim rbb) geht es in der Bundesliga weiter. Dann tritt die angeschlagene Mannschaft von Trainer Alfred Gislason bei den bisher so starken Füchsen Berlin an, die zwar jüngst in Hannover ihre erste Saisonniederlage kassierten, sich dafür aber mit dem Pokalerfolg über Vizemeister SG Flensburg-Handewitt revanchierten. Ein Sieg in der Hauptstadt wäre zumindest ein Lebenszeichen der "Zebras" - viel mehr aber vermutlich nicht. Verliert der deutsche Rekordmeister, erlischt endgültig das letzte Fünkchen Hoffnung in Sachen Titelkampf.

Titellose Saison wird immer realer

"Wir müssen einfach weitersehen, dass wir unsere Fehler minimieren oder komplett abstellen und dann eben die Saison trotzdem noch irgendwas reißen", gab sich Wolff kämpferisch und zugleich ratlos. Denn welche Ziele kann der THW noch erreichen? In der Liga ist der Tabellenachte schon jetzt meilenweit vom Kampf um die Meisterschaft entfernt. In der Champions League stehen die Norddeutschen nach erst einem Sieg aus bisher fünf Spielen auf dem vorletzten Platz der Gruppe B. Der Titelträger der Jahre 2007, 2010 und 2012 droht sogar, den Einzug ins Achtelfinale zu verpassen. Die nächste titellose Spielzeit nach 2015/16 scheint somit programmiert. Und das schon im Herbst. In der zurückliegenden Serie hatte der Pokalsieg immerhin noch für eine ansonsten enttäuschende Runde entschädigt. "Es gibt keinen anderen Weg, als wieder aufzustehen", konstatierte Geschäftsführer Thorsten Storm.

Noch hält der Club zu Gislason und Storm

Längst ist eine Debatte über die Zukunft von Trainer Gislason und auch von Storm entbrannt. Doch die Clubverantwortlichen haben nach wie vor Vertrauen in die sportliche Führung. So bekannte sich Aufsichtsratschef Reinhard Ziegenbein unlängst bei NDR Info zur sportlichen Leitung und will demnach auch im Falle einer weiteren Niederlage bei den Füchsen an ihr festhalten. Der Glaube an die Wende zum Besseren ist da. Die schien sich jüngst zumindest langsam anzubahnen. Die vergangenen beiden Liga-Spiele wurden gewonnen, auch in der Königsklasse präsentierte sich der THW in Veszprém und gegen Flensburg in aufsteigender Form. Ein Sieg im Pokal-Achtelfinale sollte endgültig den Aufwärtstrend einläuten. Doch die Partie begann mit einem 0:8-Rückstand nach zehn Minuten katastrophal, die Kieler zeigten immerhin Moral und kämpften sich zurück. Letztlich stand aber trotz guter Leistung im zweiten Durchgang das Aus. "Der erste Titel ist futsch", sagte der enttäuschte Patrick Wiencek. Und damit wohl der einzig mögliche.

Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 19.10.2017 | 14:25 Uhr

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