Stand: 20.08.2015 09:17 Uhr

THW Kiel setzt Ausrufezeichen: Sieg im Supercup

Der THW Kiel hat den ersten Titel der neuen Handball-Saison gewonnen. Der deutsche Meister setzte sich in Stuttgart im Supercup mit 27:26 (12:14) gegen Pokalsieger SG Flensburg-Handewitt durch. Ein Prestigeerfolg für die "Zebras", einen Tag, nachdem Kapitän Filip Jicha seinen Wechsel zum FC Barcelona bekannt gegeben hatte. Zunächst hatte es allerdings nicht nach dem neunten Supercup-Erfolg des THW ausgesehen. Flensburg dominierte klar, doch die Kieler bissen sich in die Partie und hatten in der Schlussphase die besseren Nerven. Steffen Weinhold gelang drei Sekunden vor dem Ende der entscheidende Treffer. "Beide haben noch nicht ihr höchstes Level erreicht, noch war es ein Vorbereitungsspiel. Aber natürlich freuen wir uns über den ersten Titel der Saison", sagte der Matchwinner bei "Sport 1".

27:26 - Weinhold trifft zum Supercup-Sieg

Flensburg zunächst klar überlegen

THW Kiel - Flensburg 27:26 (12:14)

Tore Kiel: Weinhold 6, Vujin 4/2, Cañellas 4, Ekberg 4, Duvnjak 3, Sprenger 2, Wiencek 2, Dahmke 1, René Toft Hansen 1
Tore Flensburg: Svan 7, Mogensen 7, Glandorf 4, Eggert 4/3, Lauge Schmidt 3, Jakobsson 1
Zuschauer: 6.211 (ausverkauft)

Dem THW fehlten neben Jicha auch die verletzten Dominik Klein, Torsten Jansen sowie Jicha-Ersatz Erlend Mamelund. Kiels Coach Alfred Gislason hatte also nicht viele Variationsmöglichkeiten. Ganz anders die Situation für SG-Trainer Ljubomir Vranjes: Der Schwede konnte fast aus dem Vollen schöpfen. Seine Mannschaft agierte häufig mit zwei gelernten Spielmachern (Rasmus Lauge, Thomas Mogensen), hatte viel Tempo in ihren Aktionen und dominierte die Begegnung. Das Resultat: eine schnelle Vier-Tore-Führung für den Pokalsieger. Doch obwohl die "Zebras" optisch klar unterlegen waren, hielten sie den Rückstand in Grenzen. Der eingewechselte Keeper Niklas Landin entschärfte einige Würfe, seine Vorderleute sorgten dafür, dass Flensburgs Pausenführung relativ moderat ausfiel. Weinhold erzielte wenige Sekunde vor der Halbzeit das letzte Tor, Christian Sprenger in der 33. Minute das erste in Durchgang zwei - nur noch 14:13 für Flensburg.

Weinhold mit dem Siegtreffer kurz vor Schluss

Kampflos wollte der THW sich nicht geschlagen geben und ging durch Weinhold in der 39. Minute mit 18:17 in Führung. Was war mit Flensburgs Tempospiel? Der Druck ließ nach, zudem blieb Landin im Tor ein schwer zu überwindendes Hindernis. Die SG musste nun härter arbeiten, um die Kieler Abwehr auszuhebeln. Die Begegnung wurde intensiver und blieb ausgeglichen. Holger Glandorf gelang in der 54. Minute das 24:22 für die Flensburger, die allerdings zu viele Zeitstrafen kassierten. Kiel gelang durch Niclas Ekberg wieder der Ausgleich - 25:25 (57.). Joan Canellas legte mit einem tollen Treffer für den THW vor, Mogensen konterte. 20 Sekunden blieben Kiel, um den Siegtreffer zu erzielen. Weinhold zog ab, unhaltbar schlug der Ball ein, Abpfiff und Jubel auf Seiten der "Zebras". Trotz der Niederlage waren auch die Flensburger mit ihrem Auftritt zufrieden: "Wir sind mit unserer neuen Mannschaft noch lange nicht am Ende der Entwicklung, sie hat aber bewiesen, dass sie angreifen möchte", sagte SG-Geschäftsführer Dierk Schmäschke.

Mamelund wird Jicha-Nachfolger beim THW Kiel

Der THW Kiel hat den norwegischen Handball-Nationalspieler Erlend Mamelund als Ersatz für den abgewanderten Filip Jicha verpflichtet. Der 31-Jährige ist in der Bundesliga kein Unbekannter. mehr

23 Bilder

Der Kader des THW Kiel für die Serie 2015/2016

Das Aufgebot des deutschen Handball-Rekordmeisters im Überblick. Bildergalerie

8 Bilder

Coach und Fotograf: Vranjes' Lieblingsfotos

Im Hauptberuf ist Ljubomir Vranjes Handballtrainer bei der SG Flensburg-Handewitt. Der Schwede ist aber auch ein ausgezeichneter Fotograf. Hier eine Auswahl seiner Lieblingsbilder. Bildergalerie