Stand: 07.12.2017 20:42 Uhr

Patrail rettet die "Recken" mit letztem Wurf

von Florian Neuhauss, NDR.de
Mait Patrail (r.) von der TSV Hannover-Burgdorf verwandelte den entscheindenden Freiwurf.

Energieleistung, Handball-Krimi, Herzschlagfinale: Die TSV Hannover-Burgdorf hat am Donnerstagabend bei GWD Minden in einem bereits verloren geglaubten Spiel mit 29:29 (9:14) noch einen Punkt geholt. In Ostwestfalen-Lippe lagen die "Recken" noch zu Beginn der zweiten Hälfte mit sieben Toren zurück, und als die 60 Minuten abgelaufen waren, stand es 28:29. Einige Mindener jubelten schon, doch es gab noch eine letzte Aktion, einen Freiwurf. Mait Patrail schnappte sich den Ball und traf über die Mauer hinweg in den Winkel. Die Niedersachsen bejubelten den Ausgleich wie einen Sieg. Das Team von Trainer Carlos Ortega ist damit seit zwei Monaten ungeschlagen und in der Tabelle vorne dabei. Weil die Rhein-Neckar Löwen zeitgleich gewannen, rutschte Hannover-Burgdorf aber auf Rang vier ab.

GWD-Keeper Christensen wie eine Wand

TSV GWD Minden - TSV Hannover-Burgdorf 29:29 (14:9)

Tore für Minden: Rambo (9), Michalczik (6), Svitlica (4/1), Doder (2), Südmeier (2), Zvizej (2), Gullerud (2), Christensen (1), Mansson (1)
Tore für Hannover-Burgdorf: Mortensen (9/1), Häfner (5), Patrail (4), Brozovic (3), Kastening (2), Böhm (2), Olsen (2), Pevnov (1), Johannsen (1)
Zuschauer: 2.693

Die Hannoveraner erlebten zu Spielbeginn ihr blaues Wunder. In den ersten 16 Minuten erzielte lediglich Patrail (1:2/6.) einen Treffer für die Gäste. Die GWD-Defensive stand gut, Torhüter Espen Christensen spielte sich in einen Rausch und hatte zwischenzeitlich über 70 Prozent gehaltene Bälle in seiner Statistik stehen. Nach 15 Minuten hatte auf der anderen Seite Christoffer Rambo bereits viermal getroffen. Nachdem Marian Michalczik das 8:1 erzielt hatte, nahm TSV-Coach Ortega bereits seine zweite Auszeit.

Danach kamen die "Recken" zwar zu drei Toren in Folge (8:4/20.) - und Angriff für Angriff besser ins Spiel. Doch zum Anschluss reichte es nicht. Mit dem Pausenpfiff krönte Christensen seine Super-Leistung und traf zum 14:9 ins leere TSV-Tor.

Zweite Hälfte geht an die TSV

Nach dem Seitenwechsel ging es aus Hannover-Sicht zunächst bitter weiter. In der 35. Minute setzte GWD-Spielmacher Dalibor Doder Rambo in Szene, Kempa-Trick zum 17:10. Doch in der Folge wurden die Gäste von Minute zu Minute stärker. Schon acht Minuten später traf Casper Mortensen zum 21:18 (43.), wenig später markierte der Däne das 23:24 (50.). Nun wogten die Emotionen hin und her. Minden schien noch einmal zu enteilen, doch zwei Minuten vor dem Ende verkürzten Timo Kastening und Fabian Böhm ebenfalls per Kempa-Trick auf 27:28. Nur Sekunden später gelang Mortensen tatsächlich der Ausgleich. Aber Rambo hatte noch eine Antwort parat. Per Unterarmwurf brachte der beste Werfer des Abends Minden noch einmal in Front (60.). Doch ein Handball-Spiel dauert manchmal länger als 60 Minuten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 07.12.2017 | 22:40 Uhr