Stand: 01.09.2017 15:07 Uhr

SG-Trainer Machulla: "Nehmen es, wie es ist"

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SG-Coach Maik Machulla.

Maik Machulla hat erst vor wenigen Wochen das Traineramt beim Handball-Bundesligisten SG Flensburg-Handewitt übernommen. Zum ersten Mal in seiner Laufbahn ist er Chefcoach, nachdem er einige Jahre als Assistent von Vorgänger Ljubomir Vranjes fungiert hatte. Dem souveränen Auftaktsieg gegen Aufsteiger TuS N-Lübbecke folgte die unerwartete Niederlage bei der TSV Hannover-Burgdorf. NDR.de sprach mit dem 40-Jährigen vor dem Spitzenspiel gegen die Rhein-Neckar Löwen, das am Sonntag um 15 Uhr (Höhepunkte ab 22:30 Uhr im Sportclub des NDR Fernsehens) angepfiffen wird.

Flensburg - RN Löwen: Der Teamvergleich

Herr Machulla, am vergangenen Sonntag standen sie das erste Mal bei einem Bundesliga-Spiel als Cheftrainer an der Seitenlinie. Wie war es? Ist es etwas ganz Anderes als zuletzt als Co-Trainer?

Maik Machulla: Ja, natürlich. Jetzt habe ich eine ganz andere Rolle und einen anderen Fokus. Es ist ein schönes Gefühl, mit einer Mannschaft alles zu planen und vorzubereiten. Als ich dann in die Halle gefahren bin, war ich wohl so aufgeregt wie zuletzt an meinem ersten Schultag.

Am Sonntag geht es gegen die Rhein-Neckar Löwen. Dann sind zwei Titelkandidaten unter sich. Bringt ein Spitzenspiel für Sie eine andere mentale Belastung mit sich?

Machulla: Man ist grundsätzlich angespannt. Wäre ich gleichgültig, hätte ich einen anderen Beruf wählen müssen. Ein Spiel gegen die Rhein-Neckar Löwen genießt in der Öffentlichkeit eine größere Aufmerksamkeit als andere Begegnungen, wir machen aber keinen Unterschied. Bei uns genießt jede Partie die gleiche Wichtigkeit.

In Hannover setzte es am Donnerstagabend eine 29:32-Niederlage. Statt mit 4:0 geht es nun mit 2:2 Punkten in das Duell mit einem Titelkandidaten. Ist ihr Team unter Zugzwang?

Machulla: Wir haben in Hannover zwei Punkte liegenlassen, die wir nun irgendwie zurückholen müssen. Wir wollen das Spiel gegen die Löwen unbedingt gewinnen. Wir werden aber keinen unnötigen Druck aufbauen, sondern freuen uns auf eine Herausforderung, die wir als Handballer gerne annehmen.

Wird der doch überraschende Rückschlag in Hannover sich auf den Trainingsbetrieb der nächsten Tage auswirken?

Machulla: Hannover ist für uns abgehakt, wir müssen uns voll auf die Vorbereitung gegen die Löwen konzentrieren, Wir sind erst in der Nacht zurückgekehrt und haben uns deshalb heute nur zu einer Besprechung getreffen. Training bringt nichts. Am Sonnabend haben wir dann unsere Übungseinheit, die speziell auf das Löwen-Heimspiel ausgerichtet ist.

Die RN Löwen waren unter der Woche spielfrei. Sehen sie darin einen Nachteil für Ihre Mannschaft?

Machulla: Ich hätte gerne ein oder zwei Tage mehr zur Vorbereitung - und wünschte, einige meiner Spieler wären ausgeruhter. Wie wichtig so etwas ist, hat ja auch die jüngste Partie gezeigt. Hannover hatte zehn Tage Vorlauf. Allerdings macht es keinen Sinn, sich über Spielansetzungen Gedanken zu machen. Wir nehmen es, wie es ist und wissen ja auch, was wir von den Löwen zu erwarten haben. Zudem ist ein solch enger Rhythmus für meine Mannschaft nichts Ungewöhnliches.

Die Bilanz aber ist ungewöhnlich: Im Halbfinale des DHB-Pokals hat die SG fünf Mal gegen die Löwen gewonnen, zu Hause allerdings hat sie die vier jüngsten Duelle allesamt verloren. Wie ist das zu erklären?

Machulla: Solche Statistiken sind gut für Journalisten und Zuschauer, sie haben aber keine Aussagekraft für den Ausgang des Spiels am Sonntag. Wir dürfen mit einem Duell zweier Top-Mannschaften rechnen, die sich nichts schenken werden. Kleinigkeiten werden entscheiden. Wir werden alles dafür tun, damit unsere Negativserie vor eigenem Publikum endet.

Am 28. Mai kassierte die SG eine bittere 21:23-Niederlage gegen die Mannheimer und büßte damit vor heimischer Kulisse die reellen Chancen auf die Meisterschaft ein. Ist das noch ein Thema in der Mannschaft?

Machulla: Ich habe nicht das Gefühl, dass sich irgendjemand in der Mannschaft damit beschäftigt. Wir werden dieses Spiel auch nicht zum Thema machen.

Das Interview führte Jan Kirschner

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 03.09.2017 | 22:30 Uhr

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