Stand: 08.04.2017 19:03 Uhr

Final Four: THW Kiel bezwingt Leipzig

von Matthias Heidrich, NDR.de

In den vergangenen drei Jahren war der THW Kiel beim Final Four nur Zaungast, jetzt steht der Rekord-Pokalsieger vor seinem zehnten Triumph. Die Schleswig-Holsteiner feierten am Sonnabend in Hamburg im ersten Halbfinale der DHB-Pokal-Endrunde einen 35:32 (19:19)-Sieg gegen den Final-Four-Neuling SC DHfK Leipzig. Vor allem dank eines überragenden Niclas Ekbergs, der zwölf Tore erzielte. "Es war unser Ziel ein gutes Spiel abzuliefern und das haben wir geschafft", sagte Ekberg im "Sport1"-Interview. Am Sonntag (14.30 Uhr) geht es für die "Zebras" im Finale gegen den Erzrivalen SG Flensburg-Handewitt, der den Meister Rhein-Neckar Löwen im zweiten Semifinale klar bezwang.

Duvnjak stellt sich in den Dienst der Mannschaft

Die Anfangs-Sechs der Kieler gab die Richtung vor. Die zuletzt angeschlagenen Steffen Weinhold, Rene Toft Hansen und auch Domagoj Duvnjak standen auf der Platte. Gerade das Mitwirken von Duvnjak war überraschend. Der Kroate leidet unter einer chronischen Reizung der Patellasehne. "Dule" soll laut THW-Manager Thorsten Storm in der kommenden Woche operiert werden und wird dann monatelang ausfallen. "Er ist ein richtiger Kapitän, ich ziehe den Hut davor. Das ist aber auch eine Situation, aus der er lernen muss, vielleicht mal 'Nein' zu sagen. Hier zwingt ihn keiner zu spielen. Er will aber immer spielen", sagte Storm vor dem Spiel.

Kiel zu passiv, Wolff kein Faktor

Die Leipziger scherte die personell angespannte Situation beim Favoriten wenig. Der Außenseiter nutzte die anfängliche Lethargie der Kieler konsequent aus und führte nach vier Minuten mit 5:1. Der THW berappelte sich allerdings ein wenig, konnte sich vor allem auf Ekberg verlassen, der in den ersten zehn Minuten viermal traf. Bei doppelter Unterzahl für die Sachsen glichen die Norddeutschen erstmals aus - 6:6 (12.). Es lief trotzdem nicht beim Rekordmeister: Kaum Aggressivität in der Deckung und Nationaltorwart Andreas Wolff bekam keine Hand an den Ball. Nach einer Viertelstunde und Drei-Tore-Rückstand (7:10) reagierte Coach Alfred Gislason und brachte Niklas Landin, der aber zunächst auch kein Faktor war. Den Schalter umlegen konnten die Kieler nach 20 Minuten. Durch einen schnellen 4:0-Lauf stellten die Schleswig-Holsteiner auf 12:12 (22.). Bezeichnend: Erst in der 27. Minute ging der THW durch Rune Dahmke erstmals in Führung - 17:16.

Auf Landin und Duvnjak ist Verlass

Der verletzte Christian Zeitz hatte in der Pause von entscheidenden ersten zehn Minuten in der zweiten Hälfte gesprochen. Seine THW-Kollegen schienen das ähnlich zu sehen. Während Leipzig etwas schwächelte, ging Kiel auf drei Tore weg. Mit dem ersten Treffer von Duvnjak - 23:20 (36.). Mit zunehmender Spieldauer gewannen die Kieler mehr Souveränität. Wie so oft konnten sich die "Zebras" in der entscheidenden Phase auf ihre individuelle Klasse verlassen. Spätestens mit seiner spektakulären Doppelparade in der 55. Minute beim Stand von 30:28 für den THW meldete sich dann auch Landin als verlässliche Größe im Spiel an. Es sprach für die hartnäckigen Sachsen, dass sie sich trotzdem nicht abschütteln ließen. Erst Duvnjaks Tor zum 34:31 eineinhalb Minuten vor Schluss brachte die Gewissheit für den THW, bei er 15. Final-Four-Teilnahme zum elften Mal im Finale dabei zu sein. "Wir sind richtig, richtig glücklich", sagte der Kroate nach dem Spiel.

Leipzig - Kiel 32:35 (19:19)

Tore für Leipzig: Binder (7), Pieczkowski (7), Rojewski (5), Steinert (4/4), Meschke (2), Krzikalla (2), Sommer (2), Jurdzs (2), Milosevic (1)
Kiel: Ekberg (12/5), Dahmke (6), Weinhold (6), Duvnjak (5), Wiencek (2), Dissinger (1), Toft Hansen (1), Bylik (1), Nilsson (1)
Zuschauer: 13.200 (ausverkauft)

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Dieses Thema im Programm:

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