Stand: 08.04.2017 19:31 Uhr

Flensburg mit Kantersieg ins Derby-Finale

von Matthias Heidrich, NDR.de

Die SG Flensburg-Handewitt hat das Schleswig-Holstein-Derby als Pokal-Endspiel 2017 perfekt gemacht. Der viermalige Titelträger gewann am Sonnabend in Hamburg das zweite Halbfinale des Final Four gegen die Rhein-Neckar Löwen mit 33:23 (18:16) und trifft am Sonntag (14.30 Uhr) im Finale auf den Erzrivalen THW Kiel. Der hatte sich zuvor knapp gegen Leipzig durchgesetzt. "Ich bin sehr glücklich. Es war 40 Minuten lang ein enges Spiel. Kevin Möller und unsere Abwehr waren heute der Schlüssel zum Erfolg", sagte Trainer Ljubomir Vranjes. Für die SG ist es bereits die siebte Endspielteilnahme in Folge. Zum fünften Mal in Serie bezwangen die Flensburger dabei die Löwen. Den "Pott" hochhalten durften die Norddeutschen allerdings nur 2015.

Cooles Abtasten in Hälfte eins

Im Gegensatz zum ersten, wilden Halbfinale tasteten sich Flensburg und die Rhein-Neckar Löwen erst einmal cool ab. Nach einer knappen Viertelstunde stand es leistungsgerecht 7:7. Das Problem der Schleswig-Holsteiner hatte in dieser Phase einen Namen: Kim Ekdahl du Rietz. Das Rückraum-Ass der Mannheimer traf, wie er wollte. Es ging munter hin und her, ohne das große Pokal-Hektik aufkam. Erst als Möller den glücklosen Mattias Andersson im SG-Tor ersetzte und seine Hände an die Bälle der Löwen bekam, konnten sich die Flensburger etwas absetzen. Sie gingen auf drei Tore weg - 14:11 (25.). Dem Bundesliga-Tabellenführer spielte immer wieder die lückenhafte Deckungsarbeit des Meisters in die Karten. Schlecht für die Löwen: Abwehrhüne Hendrik Pekeler kassierte kurz vor der Pause seine zweite Zwei-Minuten-Strafe. Da war die 18:16-Führung der SG nach 30 Minuten, herausgeholt durch einen "Last-Second-Treffer" von Rasmus Lauge, fast zu wenig.

Möller bärenstark - Löwen brechen auseinander

Rhein-Neckar Löwen - Flensburg 23:33 (16:18)

Tore Rhein-Neckar Löwen: Petersson (5), Ekdahl du Rietz (5), Schmid (2), Sigurdsson (2/2), Larsen (2), Pekeler (2), Guardiola (2), Groetzki (1), Reinkind (1), Manaskov (1)
Flensburg: Lauge (7), Eggert (6/4), Toft Hansen (5), Svan (4), Djordjic (4), Mogensen (3), Jakobsson (2), Glandorf (1), Mahe (1)
Zuschauer: 13.200 (ausverkauft)

Nach dem Seitenwechsel kamen die Flensburger immer besser ins Laufen. Möller nahm hinten den Löwen einige Chancen weg und vorne trafen die Schleswig-Holsteiner beständig. Die Mannheimer waren offenbar mental nicht in der Lage, dem SG-Express nun etwas Entscheidendes entgegenzusetzen. Nach knapp 50 Minuten führte das Team von Trainer Vranjes mit 27:21. Die Vorentscheidung, zumal Möller seinen Kasten mit schönen Paraden weitgehend sauber hielt. Der Rest war ein Flensburger Schaulaufen gegen bemitleidenswerte Löwen, die in den letzten Miunten komplett auseinanderbrachen und den Norddeutschen sogar noch einen Kantersieg gestatteten.

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 09.04.2017 | 22:50 Uhr