Stand: 07.04.2017 09:00 Uhr

Andersson: "Wir müssen gut vorbereitet sein"

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Flensburgs Torwart Mattias Andersson geht in sein zwölftes Final Four.

Sechs Mal mit dem THW Kiel, nun auch das sechste Mal mit der SG Flensburg-Handewitt - Mattias Andersson war so oft wie kein anderer Handballer beim Final Four in Hamburg dabei. 2007, 2008 und 2015 gewann der 39-jährige Torwart den DHB-Pokal. Vor der diesjährigen Auflage hat NDR.de mit dem Schweden gesprochen, der seinen Vertrag in Flensburg noch einmal bis 2018 verlängert hat.

Herr Andersson, seit 2002 sind Sie zum zwölften Mal beim Final Four dabei. Haben Sie bei so vielen Teilnahmen überhaupt Erinnerungen an jede einzelne Austragung?

Spielplan

Sonnabend, 8. April:
SC DHfK Leipzig - THW Kiel 32:35
Rhein-Neckar Löwen - SG Flensburg-Handewitt 23:33
Sonntag, 9. April:
THW Kiel - SG Flensburg-Handewitt 29:23

Andersson: Ich kann mich an jedes Jahr gut erinnern. Wenn ich jetzt alles aufzählen würde, würde es bis morgen dauern. Beim ersten Mal fand das Turnier noch in der Alsterdorfer Sporthalle statt. Wir mussten damals sehr lange warten und uns in den Katakomben warmhalten, weil das erste Halbfinale in die Verlängerung und ins Siebenmeterwerfen ging.

Was ist das Besondere am Final Four?

Andersson: Zum einen die Stimmung mit den vielen Fans, zum anderen der Modus. In den zwei Spielen an zwei Tagen muss man zwei Mal alles geben, um einen Titel zu gewinnen.

Hat es für Sie eine besondere Bedeutung, so oft wie kein anderer Spieler am Final Four teilgenommen zu haben?

Andersson: Ich bin stolz darauf, seit vielen Jahren in Deutschland in einem sehr guten Verein zu spielen. Nur so kann man eine so hohe Zahl erreichen. Allerdings sind drei Siege bei elf Anläufen nicht gerade eine Super-Quote.

Die SG erreichte seit 2011 immer das Endspiel. Bis auf 2015 jubelte am Ende immer der Gegner. Woran lag es? An den fehlenden Kraftreserven oder am mangelnden Glück?

Andersson: Für diese Frage müsste man sich jedes Finale einzeln anschauen. Es gibt verschiedene Gründe. Mal war es Pech, das andere Mal lag es mehr daran, dass wir nicht so gut gespielt haben.

Dann nehmen wir das vergangene Jahr, als der SC Magdeburg gewann. Damals hatte die SG drei Tage vor dem Final Four in Kielce eine Champions-League-Partie bestritten und war dort auf bittere Weise ausgeschieden…

Andersson: Es war aufgrund des Ergebnisses und einiger Dinge, die in Kielce passiert sind, sehr hart, so schnell in Hamburg wieder antreten zu müssen. Am Finaltag lief es bei uns nicht wie erhofft, was auch damit zu tun hatte, dass bei uns die Kraftreserven fehlten. In diesem Jahr haben alle Mannschaften vor dem Final Four eine spielfreie Woche. Das macht Sinn, um sich auf dieses Ereignis auch richtig vorbereiten zu können.

Im Halbfinale geht es zum fünften Mal seit 2011 gegen die Rhein-Neckar Löwen. Immer gewann die SG. Die Fans sprechen bereits von einem "Lieblingsgegner". Auch Sie und Ihre Mannschaft?

Andersson: Soweit würde ich nicht gehen. Wir haben ja fast jedes Mal ein enges Spiel erlebt, bei dem Kleinigkeiten den Ausschlag gaben. Etwas komisch ist nur, dass wir so oft im Halbfinale auf die Löwen treffen. Das kann ja schon keine Auslosung mehr sein, sondern scheint so hingelegt worden zu sein.

Wenn die SG das Halbfinale gewinnt: Was passiert dann bis zum Endspiel? Eine richtige Vorbereitung ist ja nicht drin.

Andersson: Essen, Trinken, Auslaufen, Behandlungen, Schlafen und Analyse. Aus der wenigen Zeit muss das Maximum herausgeholt werden. Zwei Spiele an zwei Tagen sind nicht so ungewöhnlich für jemanden, der mit der Nationalmannschaft viele große Turniere absolviert hat.

Was machen Sie am Sonntagabend?

Andersson: Das hängt vom Ergebnis ab. Soweit kann man jetzt nicht vorausschauen. Wir müssen uns gut vorbereiten und rechnen für das Wochenende mit starken Gegnern und engen Spielen.

Das Interview führte Jan Kirschner, NDR.de

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 09.04.2017 | 22:50 Uhr