Stand: 26.01.2016 12:00 Uhr

THW-Schock: Weinhold und Dissinger fallen lange aus

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Bitter für Kiel: Steffen Weinhold zog sich bei der EM einen Muskelbündelriss zu.

Den Verantwortlichen des THW Kiel muss am Sonntagabend ganz anders geworden sein, als sie das EM-Spiel der deutschen Handballer gegen Russland verfolgt haben. Erst Christian Dissinger und in der Schlussminute auch noch DHB-Kapitän Steffen Weinhold, gleich zwei THW-Akteure zogen sich beim 30:29-Sieg der deutschen Mannschaft Verletzungen im Adduktorenbereich zu. Die EM ist für beide vorbei und ihrem Club werden sie längerfristig fehlen. Weinhold erlitt einen Muskelbündelriss und wird sechs bis acht Wochen aussetzen müssen. Dissingers Adduktoren-Blessur fordert ebenfalls eine mehrwöchige Pause. Für die Kieler, deren Lazarett ohnehin schon extrem gut gefüllt ist, Hiobsbotschaften. "In so kurzer Zeit zwei wichtige Spieler durch eine Verletzung zu verlieren, tut extrem weh", sagte THW-Geschäftsführer Thorsten Storm. "Wieder einmal wirft ein internationales Turnier mitten in unserer Saison unsere Planungen durcheinander und droht, unsere Ziele zu gefährden."

Team-Arzt Steuer: Spieler "massiv überlastet"

Für Nationalmannschafts-Arzt Kurt Steuer eine Folge des rappelvollen Terminkalenders vieler Akteure. "Die Spieler, die Bundesliga, Champions League und Nationalmannschaft spielen und in diesem Jahr zusätzlich mit EM, Olympia-Qualifikation, WM-Quali und vielleicht Olympia mehrere große Aufgaben zu bewältigen haben, sind überspielt, massiv überlastet. Dann passieren solche Schäden", sagte der Mediziner den "Kieler Nachrichten" und lobte Bundestrainer Dagur Sigurdsson für seine Methodik. "Dagur verlangt, dass seine Spieler pro Tag - sei es beim Training oder im Spiel - zwei Stunden lang 100 Prozent Leistung bringen. 22 Stunden bekommen sie jedoch Zeit, sich zu erholen."

Hansen, Wiencek und Co. - Verletzte en masse in Kiel

Für die Kieler nur ein schwacher Trost, denn sie sind ohnehin schon arg gebeutelt. René Toft Hansen und Patrick Wiencek fallen mit Kreuzbandrissen längerfristig aus. Für Wiencek hatte der THW Ilija Brozovic vom insolventen HSV Hamburg geholt. Dominik Klein kämpft nach einer Kreuzbandzerrung um die Rückkehr auf die Platte, Torsten Jansen wird mit anhaltenden muskulären Problemen ebenfalls noch länger fehlen. Zudem plagen Joan Canellas Rückenprobleme und Domagoj Duvnjak spielte zuletzt trotz eines Bänderrisses im Sprunggelenk. Gerade im Rückraum pfeifen die Schleswig-Holsteiner aus dem letzten Loch.

Storm: "Mehr als tragisch für uns"

Jetzt also noch Weinhold und Dissinger. "Für uns ist diese Verletzung mehr als tragisch, denn mit Steffen wird uns ein weiterer Führungsspieler in einer vorentscheidenden Phase der Saison nicht helfen können", so Storm, der tröstende Worte an Dissinger richtete: "Für Christian tut es mir unglaublich leid. Er hat sich in den vergangenen Wochen zu einer wichtigen Stütze für Deutschland und den THW entwickelt." Laut Storm sollen beide sollen für die Reha-Maßnahmen so schnell wie möglich nach Kiel zurückkehren.

Kiel denkt über personellen Ersatz nach

Zudem denkt der THW intensiv über personellen Ersatz nach. In Lukas Nilsson haben die Norddeutschen bereits einen begehrten Mann für den Rückraum verpflichtet, allerdings erst ab dem Sommer. Vielleicht schlägt der 19-jährige Schwede jetzt schon früher seine Zelte in Kiel auf? Bis zum 1. Februar haben die Schleswig-Holsteiner Zeit, um auf dem Transfermarkt nochmal aktiv zu werden.

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