Stand: 06.03.2016 18:34 Uhr

Flensburg ärgert Paris, punktet aber nicht

Flensburg-Handewitt musste sich Nikola Karabatic (hinten) und Paris trotz guter Leistung geschlagen geben.

Die Handballer der SG Flensburg-Handewitt haben dem Champions-League-Topfavoriten Paris Saint-Germain erneut sehr gut Paroli geboten. Anders als im vergangenen September vor heimischer Kulisse (39:32) konnten die Schleswig-Holsteiner das Starensemble von der Seine aber trotz guter Vorstellung nicht bezwingen. Der Königsklassen-Sieger von 2014 verlor am Sonntagabend bei den Franzosen mit 32:35 (16:16) und schloss die Gruppenphase als Dritter ab. Damit treffen die Norddeutschen im Achtelfinale auf Montpellier AHB, den aktuell Tabellensiebten der französischen Ligue Nationale de Handball. Eine fraglos lösbare Aufgabe.

Karabatic dominiert die Anfangsphase

SG-Trainer Ljubomir Vranjes hatte Johan Jakobsson mit der schwierigen Aufgabe betraut, die Kreise von Paris' Ausnahmespieler Nikola Karabatic einzuengen. Der Schwede packte auch ordentlich zu. In den Augen des serbischen Schiedsrichter-Gespanns Nenad Nikolic/Dusan Stojkovic etwas zu ordentlich. Nach zehn Minuten schlugen bereits zwei Zweiminutenstrafen für Jakobsson zu Buche. Und beeindrucken ließ sich der frühere Kieler durch seinen Flensburger Sonderbewacher auch nicht. Der ältere Bruder von PSG-Kreisläufer Luka Karabatic war in der Anfangsphase der auffälligste Akteur der Franzosen.

Torhüter-Duell auf Weltklasse-Niveau

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SG-Torwart Mattias Andersson (r.) zeigte in Paris eine ausgezeichnete Leistung.

Das Team des langjährigen THW-Erfolgstrainers Zvonimir "Noka" Serdarusic war im ersten Abschnitt zunächst handlungsschneller, zielstrebiger und treffsicherer als die Schleswig-Holsteiner. Nach sechs Minuten hatten die Hausherren bereits einen Drei-Tore-Vorsprung herausgeworfen. Einzig SG-Keeper Mattias Andersson war zu diesem Zeitpunkt bei den Gästen bereits auf Betriebstemperatur. Der Schwede lieferte sich mit seinem Gegenüber Thierry Omeyer ein Duell auf Weltklasse-Niveau. Anderssons Vorderleute gewannen erst langsam an Stabilität. Beim Stand von 5:9 (14.) nahm Vranjes seine erste Auszeit, wirkte beruhigend auf seine Spieler ein und stellte taktisch und personell ein wenig um. Die Maßnahmen des Trainers griffen.

SG mit erheblicher Leistungssteigerung

Mitte des ersten Durchgangs hatte sich die Deckung der Norddeutschen auf Paris' Spielzüge eingestellt, sodass die Franzosen nun wesentlich mehr Aufwand betreiben mussten, um zum Abschluss zu kommen. Zudem agierte die SG im Angriff weitaus variantenreicher als noch in der Anfangsphase. Der Lohn für die erhebliche Leistungssteigerung waren zunächst der Ausgleich zum 11:11 durch Krešimir Kozina (22.) sowie bald darauf die erste Führung (13:12/24.) durch denselben Akteur. Die mitgereisten Flensburger Fans in der Halle George Carpentier machten sich nun lautstark bemerkbar. Zur Pause durften sie sich über ein leistungsgerechtes Remis ihrer Sieben beim Topfavoriten freuen.

Individuelle Qualität macht den Unterschied

Paris St. Germain - SG Flensburg-Handewitt 35:32 (16:16)

Tore Paris St. Germain: Honrubia 8, Hansen 7/5, Onufryienko 6,Narcisse 5, Luka Karabatic 3, Nikola Karabatic 3, Abalo 2, Möllgaard 1
SG Flensburg-Handewitt: Eggert 5/5, Mahé 5, Radivojevic 4, Jakobsson 4, Kozina 3, Svan 2, Wanne 2, Djordjic 2, Gottfridsson 2, Lauge 2, Glandorf 1
Zuschauer: 4.800

Zur zweiten Hälfte schickte Vranjes dann auch Kentin Mahé auf die Platte. Und der in Paris geborene Rückraumspieler führte sich gleich gut ein. Er traf zum 17:17 (32.). In Unterzahl - Kreisläufer Jacob Heinl musste wegen eines nicht regelkonformen Einsteigens gegen Nikola Karabatic für zwei Minuten raus - geriet die SG dann mit 17:20 in Rückstand (35.). Weiter absetzen konnten sich die Franzosen bis in die Schlussphase hinein jedoch nicht. Flensburg kämpfte leidenschaftlich und hatte sogar die etwas reifere Spielanlage. Die Hausherren aber konnten sich auf ihre überragenden Einzelspieler verlassen. Paris' hohe individuelle Qualität machte schließlich den Unterschied in einer unterhaltsamen Begegnung.

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