Stand: 09.04.2017 17:23 Uhr

Pokalsieger! Kiel kämpft Flensburg nieder

von Matthias Heidrich, NDR.de

Der DHB-Pokal-Sieger 2017 heißt THW Kiel. In einem ebenso hochklassigen wie hitzigen Finale schlug der Rekordmeister den Erzrivalen SG Flensburg-Handewitt mit 29:23 (13:12) und feierte seinen zehnten Pokaltriumph. In der Bundesliga vier Minuspunkte hinter den Flensburgern und in der Champions League auch alles andere als Titelfavorit, ergriffen die "Zebras" am Sonntag in Hamburg ihre Chance und holten sich den "Pott" mit einer leidenschaftlichen Leistung. Mann des Spiels aus Kieler Sicht war ohne Zweifel Torwart Niklas Landin, der eine Weltklasse-Leistung zeigte und dem THW nach dem titellosen Jahr 2016 wieder einen Pokal sicherte. "Es war ein großer Kampf mit einer wunderbaren Unterstützung. Das war extrem wichtig für unsere junge Mannschaft, diesen Titel zu holen", sagte Matchwinner Landin im NDR Interview.

Kiel mit Spielmacher Dahmke - Landin in Weltklasse-Form

Kiel überraschte mit Rune Dahmke als Spielgestalter in der Rückraum-Mitte, Raul Santos durfte dafür auf Linksaußen ran. Das hatte den Effekt, dass der THW im Angriffsspiel viel schneller agierte als noch im Halbfinale gegen Leipzig. Zudem war Landin von Beginn auf Betriebstemperatur. Nicht zuletzt deshalb drehten die unheimlich aggressiven "Zebras" den anfänglichen 1:3-Rückstand in eine 6:3-Führung (11.). Flensburg ließ sich davon allerdings nicht beeindrucken, hielt in einem hochklassigen Finale dagegen und glich nach 18 Minuten aus - 7:7. Beide Top-Teams gingen ein enormes Tempo, spielten sich immer wieder gute Wurfmöglichkeiten heraus. Die knappe 13:12-Pausenführung der Kieler ging auf die Kappe von Landin in Weltklasse-Form.

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Hitziger Schlagabtausch der Erzrivalen

Nach dem Seitenwechsel bekam das Schleswig-Holstein-Derby eine hitzige Note. Um jeden Ball, jede Entscheidung wurde gerungen. Das Spielerische litt ein wenig unter dem Kampf, den sich die Erzrivalen nun lieferten, aber es war extrem spannend. Teilweise ging es auch unter die Gürtellinie. Wie bei Flensburgs Rasmus Lauge, der nach knapp 39 Minuten und bei einer 18:15-Führung für den THW Marko Vujin mit einem unfairen Ellenbogenschlag niederstreckte. Mit der Zwei-Minuten-Strafe war der ehemalige Kieler gut bedient (39.). Auf der anderen Seite ging THW-Abwehrrecke Rene Toft Hansen auch nicht gerade zimperlich mit Jim Gottfridsson um und musste für zwei Minuten runter (42.).

THW-Express mit Höchstgeschwindigkeit zum Titel

Kiel - Flensburg 29:23 (13:12)

Tore für Kiel: Duvnjak (7), Ekberg (6), Wiencek (4), Vujin (4), Dahmke (3), Bylik (3), Weinhold (1), Santos (1)
Flensburg: Glandorf (4), Lauge Schmidt (4), Mahé (4), Svan (3), Eggert (2), Djordjic (2), Toft Hansen (2), Mogensen (1), Heinl (1)
Zuschauer: 13.200 (ausverkauft)

Doch die "Zebras" wirkten in diesem Schlagabtausch noch fokussierter als die wahrlich nicht schlechten Flensburger. In Kombination mit einem weiterhin überragenden Landin zahlte sich das aus. Nach knapp 45 Minuten war der Rekordmeister auf 21:15 enteilt. SG-Coach Ljubomir Vranjes nahm eine Auszeit und stellte auf eine 5:1-Abwehr um. Es half nichts, der THW-Express hatte jetzt Höchstgeschwindigkeit und erhöhte auf 23:17 (48.). Herauszuheben auf THW-Seite war auf jeden Fall noch Domagoj Duvnjak. In der letzten Partie vor seiner überfälligen Knieoperation, die in der kommenden Woche stattfinden soll und "Dule" monatelang ausßer Gefecht setzen wird, warf der Ausnahme-Handballer noch einmal alles in die Waagschale und führte die Kieler zum verdienten Pokalsieg.

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 09.04.2017 | 22:50 Uhr

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