Stand: 17.09.2017 19:06 Uhr

Champions League: Kiel zu klein für Paris

von Ingmar Deneke, NDR.de
Uwe Gensheimer (M.) konnte THW-Keeper Niklas Landin (r.) zu oft bezwingen.

Der THW Kiel ist wie vor einem Jahr gegen Paris Saint-Germain HB in die Handball-Champions-League gestartet. Aber anders als beim Heimsieg in der vergangenen Saison, unterlagen die "Zebras" am frühen Sonntagabend mit 22:25 (10:12). Der französische Meister wurde seinem Favoritenstatus gerecht und war den Gastgebern überlegen. THW-Trainer Alfred Gislason bilanzierte: "Wir sind an einer starken Defensive unseres Gegners und auch ein bisschen an uns selbst gescheitert. Trotz allem können wir für die Bundesliga auf dieser Leistung aufbauen."

"Zebras" lassen Chancen liegen

Kiel - Paris 22:25 (10:12)

Tore Kiel: Vujin 5, Nilsson 4, Rahmel 4, Wiencek 3, Zeitz 2, Bilyk 1, Ekberg 1, Frend Öfors 1, Landin 1
Tore Paris: Sagosen 6, Gensheimer 5, Hansen 5, Remili 4, Kounkoud 3, L. Karabatic 2
Zuschauer: 10.049

Im Kieler Tor begann erneut Olympiasieger Niklas Landin, der zuletzt in der Bundesliga beim 29:26-Erfolg gegen Leipzig überzeugte. Beide Mannschaften hatten zunächst erhebliche Probleme im Angriff, erst in der fünften Minute erzielte Paris das erste Tor der Partie. Nach langen zehn Minuten und fünf Sekunden konnten auch die THW-Fans endlich jubeln, Marko Vujin traf zum 1:2. Der Serbe war mit fünf Toren der stärkste Kieler der ersten Hälfte. In einer Auszeit sprach Gislason vor allem die "freien" Würfe an, die seine Spieler nicht verwerten konnten - "sonst alles gut", sagte der Isländer. Zu diesem Zeitpunkt (25. Minute) lagen die Kieler mit 6:10 hinten. Gegen Ende des ersten Durchgangs konnten sich die Norddeutschen herankämpfen, Vujin erzielte per Siebenmeter den letzten Treffer zum 10:12.

THW kann Spiel nicht drehen

Auch die zweite Hälfte begann mit Startschwierigkeiten - diesmal aber technischer Natur. Die Uhr funktionierte nicht, und auch das Licht schwächelte. Der Wiederbeginn verzögerte sich um einige Minuten. Die Kieler arbeiteten sicher weiter an der körperlich überragenden Abwehr der Pariser um den ehemaligen THW-Profi Nikola Karabatic der Pariser ab. Die Angriffe mündeten oft in Tempogegenstößen der Franzosen, die Nationalspieler Uwe Gensheimer erfolgreich abschloss. Entsprechend deutlich war der Rückstand nach 38 Minuten (12:18). Nachdem Kiel auf 14:18 rangekommen war und die Stimmung in der Ostseehalle besser wurde, schadete sich der deutsche Rekordmeister selbst: Zeitstrafe und Unterzahl nach einem Wechselfehler - bitter. Doch die Moral der "Zebras" stimmte, sie kämpften aufopferungsvoll und Torwart Landin hielt nun stark. Zu einem Unentschieden oder zu einem Sieg reichte es am Ende aber trotzdem nicht, die Startruppe aus Frankreich konnte - wenn nötig - an Tempo und Klasse zulegen und war an diesem Abend eine Nummer zu groß. Rechtsaußen Ole Rahmel haderte mit den Schwächen seiner Mannschaft: "Wir haben heute einen großen Kampf abgeliefert, aber einfach zu viele Fehler gemacht. Gegen eine Mannschaft wie Paris wird das bestraft."

Stark besetzte Gruppe B

Für einen Gesamtsieg in der Gruppe B stehen die Aktien der Kieler nicht nur wegen der Auftaktniederlage nicht besonders hoch. Sie treffen neben Paris auf Veszprém, Flensburg, Kielce, Aalborg, Brest und Celje. Da sind einige Gegner dabei, die einen weitaus höheren Etat haben als der THW. "Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bei anderen europäischen Spitzenclubs haben heute eine andere Dimension als noch vor ein paar Jahren", betont THW-Manager Thorsten Storm. Das beste Beispiel ist Paris, das in der Handball-Geldrangliste Europas dank kräftiger katarischer Finanzspritzen an der Spitze steht. Das Budget wird auf rund 15 Millionen Euro geschätzt. Zum Vergleich: Bundesliga-Primus THW Kiel stehen 9,5 Millionen Euro zur Verfügung.

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 17.09.2017 | 22:40 Uhr

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