Stand: 23.11.2017 20:35 Uhr

Flensburg erobert Spitze, Kiel kriselt weiter

Die Paraden von Mattias Andersson waren gegen Magdeburg ein entscheidender Faktor.

Die SG Flensburg-Handewitt hat die Tabellenführung der Handball-Bundesliga übernommen. Die Norddeutschen setzten sich am Donnerstagabend gegen den SC Magdeburg mit 29:24 (15:12) durch und zogen damit an den spielfreien und punktgleichen Füchsen Berlin vorbei. Zudem unterlag Meister RN Löwen in Göppingen. Die TSV Hannover-Burgdorf kletterte auf Rang drei, die Niedersachsen gewannen in Lemgo mit 29:27 (15:11). Einen bitteren Abend erlebte der THW Kiel, der sich in Gummersbach unerwartet mit 27:31 (11:16) geschlagen geben musste. Am kommenden Mittwoch treten die "Zebras" zum Derby in Flensburg an.

Flensburg bewahrt gegen Magdeburg kühlen Kopf

SG Flensburg-Handewitt - SC Magdeburg 29:24 (15:12)

Tore SG Flensburg-Handewitt: Toft Hansen (6), Mahé (5/1), Mogensen (5), Svan (4), Wanne (4), Jeppsson (3), Glandorf (2)
Magdeburg: Weber (12/6), Musche (4), Christiansen (2), Zelenovic (2), Chaprowski (1), M. Damgaard (1), Kalarash (1), O´Sullivan (1)
Zuschauer: 6.025

Im Spitzenspiel in Flensburg erwiesen sich die Gäste aus Sachsen-Anhalt zunächst als der erwartet unangenehme Gegner. Nur selten gelang der SG das gefürchtete Tempospiel, zudem leisteten sich Lasse Svan und Holger Glandorf Fehlwürfe - erst nach neun Minuten gingen die Flensburger erstmals in Führung (5:4). Aber die hatte nicht lange Bestand, weil die Fehlerquote der Norddeutschen hoch blieb. Nach 17 Minuten lag Magdeburg mit zwei Toren vorn (10:8). Die Verletzung von Zeljko Musa sowie ein bärenstarker Flensburger Keeper Mattias Andersson brachten dann die Wende zugunsten der Gastgeber: Die SG drehte die Partie auf 13:11 (27.) und Glandorfs erster Treffer sorgte sogar für eine Drei-Tore-Führung zur Pause (15:12).

Nach dem Wiederbeginn blieb Flensburg konzentriert, auch nach 40 Minuten hatte der Vorsprung Bestand (19:16). Aber Magdeburg ließ sich nicht abschütteln, 13 Minuten vor dem Ende war es wieder eine enge Partie geworden (47./21:19). Aber die SG hatte ja Andersson im Tor - der 39 Jahre alte Schwede war weiter ein sicherer Rückhalt, als Henrik Toft Hansen zum 26:20 traf (55.), war die Vorentscheidung zugunsten der Gastgeber gefallen. "Ich bin total stolz auf die Jungs und könnte jeden einzelnen Spieler küssen", sagte SG-Trainer Maik Machulla nach der Partie im TV-Sender "Sky".

Kiel verzweifelt an Gummersbachs Lichtlein

VfL Gummersbach - THW Kiel 31:27 (16:11)

Tore Gummersbach: Zhukov (7), Preuss (6), Schroter (6), Pujol (4), Kopp (4),
Sommer (3), Matic (1)
THW Kiel: Nilsson (6), Wiencek (5),
Bilyk (5), Ekberg (3/1), Vujin (3), Frend-Ofors (2), Dahmke (2),
Toft Hansen (1)
Zuschauer: 4.036

Der THW erwischte in Gummersbach einen Fehlstart und lag schnell mit 0:3 hinten (3.). Zwar kämpften sich die "Zebras" zunächst heran (7./3:4), mussten die Gastgeber dann aber doch wieder ziehen lassen (11./4:8). Der Abstand hatte auch nach 18 Minuten noch Bestand, weil Gummersbach sogar in Unterzahl Tore erzielen konnte (6:10). Kiel fand kein Mittel gegen die Gastgeber, bei denen Keeper Carsten Lichtlein einen überragenden Tag erwischt hatte. Mit einem 11:16 aus Kieler Sicht ging es in die Pause.

Zwei schnelle Tor nach Wiederbeginn (32./13:16) sorgten für Hoffnung bei den Norddeutschen. Doch Kiel kam nicht heran, weil Lichtlein weiterhin kaum zu überwinden war. Eine Zeitstrafe gegen Christian Dissinger nutzte der VfL mit zwei Treffern gnadenlos aus und lag nach 42 Minuten mit 24:17 vorne. Vier Minuten später stand es sogar 27:18 für Gummersbach, THW-Coach Alfred Gislason versuchte mit einer Auszeit, ein Debakel zu verhindern. Es fruchtete, die "Zebras" warfen sechs Tore in Folge (53./24:27), sollte die Aufholjagd gelingen? Nein, Gummersbach hielt dem Druck Stand und brachte den Sieg nach Hause. "Wir haben in der ersten Halbzeit sehr schlecht gedeckt und den Kampf nicht angenommen", haderte Gislason nach der Partie.

Zwei Zwischenspurts reichen H-Burgdorf

Hannovers Trainer Carlos Ortega hatte die Partie in Lemgo zu einem "Schlüsselspiel" erklärt, bei dem es darum ginge, ob die "Recken" weiter oben mithalten könnten. Sein Team legte entsprechend los und führte bereits nach knapp zehn Minuten mit vier Toren (6:2). Auch ein Zwischentief - die Gastgeber glichen nach 20 Minuten zum 9:9 aus - überwanden die "Recken" und gingen mit einer 15:11-Halbzeitführung in die Kabinen.

Nach dem Seitenwechsel drehte das Ortega-Team weiter auf und baute den Vorsprung schnell auf sieben Tore aus (36./19:12).Eine Viertelstunde vor dem Ende lagen die Gäste immer noch mit sechs Treffern vorn (24:18). Hannover schaltete nun einen Gang zurück, die Gastgeber kamen wieder heran, am Sieg der Niedersachsen änderte das jedoch nichts mehr.

Lemgo - H-Burgdorf 27:29 (11:15)

Tore für Lemgo: Hornke (5/2), Hubscher (5), Ebner (5), Suton (3),
Klimek (3), Van Olphen (3), Theuerkauf (2), Kogut (1)
Tore für Hannover: Mortensen (8/4), Olsen (7), Häfner (5), Brozovic (4), Johannsen (2), Karason (2), Patrail (1)
Zuschauer: 3.685

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 23.01.2017 | 22:40 Uhr

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