FC St. Pauli: Braun-weiße Sympathieträger
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FC Hansa Rostock
Trainer Wolfgang Wolf hatte sich zum Auftakt der Restrunden-Vorbereitung "mindestens zwei neue Spieler" gewünscht. Er bekam sie schließlich, nachdem die Deutsche Fußball Liga (DFL) trotz Hansas sehr angespannter Finanzlage grünes Licht für Transfers gegeben hatte. In dem schwedischen Angreifer Freddy Borg sowie Verteidiger Marek Janecka aus Slowenien verpflichteten die Mecklenburger zwei in Deutschland bis dato unbekannte Profis. In den Vorbereitungsspielen deutete das Duo an, der Mannschaft durchaus weiterhelfen zu können. Als Neuzugang kann auch Kevin Pannewitz angesehen werden. Der von Ex-Coach Peter Vollmann wegen einiger Eskapaden suspendierte Mittelfeldakteur ist von Wolf begnadigt worden. Ruft der 20-Jährige auch nur annähernd sein riesiges Potenzial ab, wird er für Rostock zu einer großen Stütze. In den Vordergrund hat sich in der Vorbereitung zudem Edisson Jordanov gespielt. Der Kapitän des U19-Teams überzeugte im Mittelfeld.
Um seine Defensive braucht sich Wolf nicht zu sorgen. Die Abwehrkette genügte in den meisten Partien Zweitliga-Ansprüchen. Auch auf der Sechs stehen dem Trainer in Dominic Peitz, Robert Müller und nun wieder Pannewitz gute Spieler zur Verfügung. Rostocks Problem ist die "Abteilung Attacke". Lediglich 13 Tore in 19 Begegnungen sind eine vernichtende Zwischenbilanz für Marek Mintal und Co. Auf den schmalen Schultern des slowakischen Altmeisters, der in der Hinrunde lange verletzt war, ruhen nun große Hoffnungen. Ob Borg mehr als ein Joker sein kann, ist abzuwarten. Die anderen Stürmer, Tino Semmer, Lucas Albrecht und Marcel Schied, blieben den Beweis ihrer Zweitliga-Tauglichkeit bis dato schuldig. Doch auch aus dem Mittelfeld wird Hansa mehr Gefahr entwickeln müssen, soll der Abstieg noch verhindert werden.
Noch nie in der Zweitliga-Historie hat sich eine Mannschaft am Saisonende gerettet, die zu diesem Zeitpunkt erst zwölf Zähler auf dem Konto hatte. Weil die Konkurrenz im Kampf um den Klassenerhalt jedoch ebenfalls wenig punktete, darf Hansa noch vom Klassenerhalt träumen. Mit Blick auf die Kader der Abstiegskandidaten FSV Frankfurt, FC Ingolstadt, Karlsruher SC sowie von Alemannia Aachen bleibt jedoch nüchtern festzustellen, dass Rostock personell vergleichsweise schlecht aufgestellt ist. Wolf ist vielleicht mehr als Psychologe denn Trainer gefragt. Er muss die Mannschaft stark reden und trotz des erheblichen Leistungsgefälles im Kader einen Konkurrenzkampf entfachen, der sich auf dem Feld positiv bemerkbar macht. Realistisch gesehen wäre der direkte Klassenerhalt ob der vielen Fragezeichen eine kleine Sensation. Rang 16 und damit die Relegation gegen den Drittliga-Dritten sollten für Rostock aber machbar sein.