Stand: 19.05.2013 15:24 Uhr  | Archiv

St. Pauli siegt erstmals auf dem Betzenberg

von Thomas Luerweg, NDR.de
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Erstes Saisontor im letzten Saisonspiel: Dennis Daube (M.) trifft gegen Tobias Sippel.

Fußball-Zweitligist FC St. Pauli hat seinen Fans am Sonntag auf dem Betzenberg eine "Paadie" zum Saisonabschluss beschert: Zum ersten Mal siegten die "Kiezkicker" in der Pfalz mit 2:1 (2:0) durch Tore von Dennis Daube und Daniel Ginczek. In einem mitreißenden Spiel waren die Hamburger in der ersten Hälfte das effektivere Team, auch weil die Pfälzer zu wenig aus ihren Möglichkeiten machten. Nach der Pause drehten die Hausherren auf und erzielten den Anschluss, doch St. Pauli hielt dem Sturmlauf stand und rettete den knappen Vorsprung über die Zeit. "Man hat so ein bisschen gesehen, dass meine Mannschaft kein Messer mehr im Rücken hatte", sagte St. Paulis Trainer Michael Frontzeck über den befreiten Auftritt der Norddeutschen.

Versöhnlicher Abschluss der Kiezkicker

Daube trifft zur Führung

Kaiserslautern - St. Pauli 1:2 (0:2)

Tore: 0:1 Daube (15.), 0:2 Ginczek (33.), 1:2 Hoffer (71.)
Zuschauer: 46.460
Kaiserslautern: Sippel - Dick, Orban, Abel (48. Zellner), Bugera - Simunek , Köhler - Fortounis (70. Derstroff), Baumjohann, Weiser (55. Hoffer) - Idrissou
St. Pauli: Himmelmann - Schindler, Avevor, Kalla, Schachten - Daube, Kringe (87. Gonther) - Thy (72. Gyau), Ebbers, Bartels (72. Buchtmann), Ginczek

Frontzeck war durch die fehlenden Defensivkräfte Markus Thorandt (Sperre) und Patrick Funk (verletzt) gezwungen, seine Abwehr umzubauen. Er ließ Kevin Schindler rechts verteidigen, Christopher Avevor und Jan-Philipp Kalla bildeten die Innenverteidigung, links agierte wie gewohnt Sebastian Schachten. Im Tor kam Robin Himmelmann zu seinem Zweitliga-Debüt. Von Beginn an kamen die Hamburger besser in die Partie: Schon in der vierten Minute erarbeiteten sie sich die erste Chance, als Daube auf Marius Ebbers legte, der in seinem letzten Pflichtspiel für St. Pauli die Kapitänsbinde trug. Aber Lauterns Keeper Tobias Sippel parierte den Ball aus spitzem Winkel ebenso wie Sekunden später vor dem heranstürmenden Ginczek. Dann kamen die Hausherren zu ihrer ersten Gelegenheit, doch Himmelmann zeigte eine starke Fußabwehr gegen Mitchell Weiser, der völlig frei vor ihm auftauchte (9.). Doch gerade als Kaiserlautern etwas besser ins Spiel kam, schlugen die Kiezkicker zu: Ginczek passte nach rechts auf den Flügel zu Schindler, der den Ball nach innen gab, wo Daube Sippel keine Chance ließ (15.).

Ginczek legt nach

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Tor Nummer 18: Daniel Ginczek traf in seinem letzten Einsatz für den FC St. Pauli.

Die Lauterer antworteten mit guten Gelegenheiten durch Alexander Baumjohann (17.) und Konstantinos Fortounis (23.), die "Roten Teufel" erhöhten jetzt erkennbar den Druck. Das Tor erzielten aber wieder die "Kiezkicker": Jan Simunek vertändelte den Ball auf dem Weg nach vorn, Ebbers schaltete am schnellsten und schickte Ginczek, der Sippel überragend aussteigen ließ und seinen 18. Saisontreffer erzielte. Die rund 2.000 mitgereisten Fans aus Hamburg waren begeistert und erwiesen sich danach sogar als stimmgewaltiger als die Anhänger der Hausherren. Die drängten danach auf den Anschluss, doch Mo Idrissou lief gleich mehrfach ins Abseits (38., 43.). Um ein Haar hätte Ebbers kurz vor der Pause seinen 103. Zweitliga-Treffer erzielt, aber frei auf Sippel zulaufend verzog er knapp (45.). Zur Pause lagen die Hamburger somit verdient mit 2:0 in Führung.

Hoffer setzt die Akzente für Kaiserslautern

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Setzte nach seiner Einwechselung St. Pauli mächtig unter Druck: Kaiserslauterns Stürmer Erwin Hoffer (l.)

Im zweiten Abschnitt kamen die Pfälzer druckvoller aus der Kabine. Zunächst köpfte Florian Dick eine Ecke von Baumjohann übers Tor (50.). Dann brachte Lauterns Trainer Franco Foda Stürmer Erwin Hoffer (55.) und danach begann ein Pfälzer Sturmlauf: Steven Zellner (57.) verzog aus der zweiten Reihe, ebenso Hoffer (57.) und Idrissou (61.) per Kopf. Vor allem Hoffer erwies sich in dieser Phase als Aktivposten, den die Abwehr von St. Pauli einfach nicht in Griff bekam. Himmelmann zeichnete sich mehrfach aus und erwies sich als guter Vertreter von Tschauner (65., 66.). In der 71. Minute war er allerdings machtlos, als Hoffer nach Vorlage von Benjamin Köhler frei vor ihm auftauchte und den Anschluss markierte. Danach sah es lange nach dem Ausgleich aus, aber mit ein wenig Glück brachten die "Kiezkicker" den Vorsprung ins Ziel. Die durchwachsene Saison endet für St. Pauli immerhin noch auf Rang 10.

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Der St.-Pauli-Kader für die Saison 2012/2013

Von Keeper Tschauner bis Stürmer Ginczek. Das aktuelle Aufgebot des Fußball-Zweitligisten FC St. Pauli für die Saison 2012/2013 in Bildern. Bildergalerie

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