Stand: 29.04.2013 18:24 Uhr
Kumbela: Auf dem Höhepunkt der Karriere
Domi Kumbela ist Braunschweigs bester Torschütze.
Torschützenkönig in der Dritten Liga 2011, eine überragende Spielzeit 2012/2013 und zur Krönung der Aufstieg mit Eintracht Braunschweig: Domi Kumbelas Karriere hat in den vergangenen Jahren eine bemerkenswerte Entwicklung genommen. Denn die die ersten Jahre seiner Laufbahn in Deutschland verdienen nun wirklich nicht das Prädikat "Bilderbuchkarriere".
Kumbela: Torschützenkönig und Aufstiegsheld
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Domi Kumbela wird am 20. April 1984 in Kinshasa, der Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo, geboren. Seine ersten Schritte im deutschen Fußball macht er in Pirmasens. 2002 wechselt er zur zweiten Mannschaft des 1. FC Kaiserslautern.
Das Engagement in der Pfalz endet unrühmlich. Dem 21-Jährigen wird im November 2005 der Konsum von Cannabis nachgewiesen. Kaiserslautern kündigt Kumbela fristlos. Drittligist Rot-Weiß Erfurt nimmt den Stürmer trotzdem in der folgenden Winterpause unter Vertrag.
Kumbela kann die Erwartungen der Erfurter in seiner ersten Halbserie nicht erfüllen. Der Stürmer bleibt in der Drittliga-Rückrunde 2006 in 14 Partien ohne Torerfolg.
Doch dann wird Kumbela zum Leistungsträger bei den Thüringern. In der Spielzeit 2006/2007 markiert er zehn Treffer in 28 Partien, in der Hinrunde 2007/2008 sind es sieben Tore in 14 Einsätzen.
Kumbela bereitet Erfurts Präsident Rolf Rombach dennoch Sorgen. Im September 2007 wird der Angreifer vom DFB zu einer Geldstrafe verurteilt, weil er sich gegenüber einem später verurteilten Wettbetrüger zu Manipulationen bereit erklärt hatte. Da diese nicht in die Tat umgesetzt werden, bleibt Kumbela eine härtere Strafe erspart.
Im Dezember 2007 verprügelt Kumbela vor einer Erfurter Diskothek einen Türsteher und tritt auf seine am Boden liegende schwangere Freundin ein. Rot-Weiß Erfurt kündigt dem Kongolesen fristlos. Im Februar 2009 wird Kumbela zu 14 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.
Am letzten Tag der Wintertransferperiode holt Eintracht Braunschweig Kumbela. Die Niedersachsen schaffen am letzten Spieltag durch ein 2:0 gegen Borussia Dortmund II die Qualifikation für die neue Dritte Liga. Kumbela erzielt das zweite Tor beim entscheidenden Sieg.
In der folgenden Spielzeit trägt der Stürmer das Trikot des SC Paderborn. Im ersten Spiel für seinen neuen Club gelingt Kumbela ein Doppelpack gegen Düsseldorf. Sechs Treffer markiert Kumbela in der Hinrunde.
Die zweite Saisonhälfte verläuft für Kumbela allerdings nicht nach Wunsch. Er ist meistens nur Ersatz und markiert lediglich zwei weitere Tore. Paderborn setzt sich in der Relegation gegen Osnabrück durch und steigt in die Zweite Liga auf...
... dort kickt 2009/2010 auch Kumbela. Allerdings bei Rot Weiss Ahlen. Doch die neue Liga ist für Kumbela eine Nummer zu groß. Nach sechs Partien (null Tore) zu Saisonbeginn kommt er nicht mehr zum Einsatz.
Kumbela wechselt 2010 zum zweiten Mal zur Braunschweiger Eintracht und startet in der Dritten Liga durch. 19 Treffer steuert der Angreifer zum Aufstieg bei und wird Torschützenkönig.
Die zahlreichen Fans der Niedersachsen feiern ihren Stürmer und ihren Traditionsclub. Nach vier Jahren in der Drittklassigkeit ist der Meister von 1967 zurück in Liga zwei.
Die Profis lassen sich bei den Aufstiegspartys nicht lumpen. Auch eine Dose Bier (oder mehrere) ist nach dem großen Erfolg nicht verboten.
Viele Jahre wird Kubela mit dem Vornamen Dominick geführt - ein Missverständnis. "In Deutschland haben mich meine Mitspieler plötzlich Dominick gerufen. In meiner Geburtsurkunde steht aber tatsächlich Domi", betont der Kongolese. Im Sommer 2011 klärt Kumbela den Irrtum auf und wird seitdem auch offiziell Domi genannt.
Bei seiner Rückkehr in die Zweite Bundesliga sorgt Kumbela nicht nur mit einem extravaganten Bart für Aufsehen. Er ist Stammspieler in Braunschweig und trifft in der Saison 2011/2012 immerhin zehn Mal.
Die folgende Spielzeit verläuft für Braunschweig und Kumbela wie im Traum. Der Stürmer muss zwar sechs Partien auf sein erstes Tor warten, ...
... doch dann ist der Kongolese nicht mehr aufzuhalten und trifft fast nach Belieben.
Was wohl niemand vor fünf Jahren für möglich gehalten hat, wird Realität: Eintracht Braunschweig ist wieder Bundesligist - zum ersten Mal seit 1985.
Was wohl niemand vor fünf Jahren für möglich gehalten hat, wird Realität: Eintracht Braunschweig ist wieder Bundesligist - zum ersten Mal seit 1985.
Kündigung beim 1. FC Kaiserslautern
Der in Kinshasa, der Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo, geboren Kumbela machte zu Beginn seiner Karriere Fehler, und das regelmäßig. Der 1. FC Kaiserlautern kündigte ihm im November 2005, nachdem bekannt geworden war, dass der damals 21-Jährige Cannabis geraucht hatte. Im September 2007 verurteilte ihn das DFB-Sportgericht zu einer Geldstrafe, weil er mit Wettbetrügern in Kontakt gestanden hatte. Ende des Jahres leistete sich Kumbela einen schlimmen Ausraster, verprügelte einen Türsteher und seine schwangere Freundin. Rot-Weiß Erfurt kündigte ihm fristlos, im Februar 2009 wurde Kumbela schließlich wegen schwerer Körperverletzung zu 14 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.
Torschütze beim entscheidenden Sieg gegen Dortmund II
Geschafft! Kumbela bejubelt 2008 die Qualifikation für die Dritte Liga.
Eintracht Braunschweig gab Kumbela trotzdem eine Chance, holte ihn am letzten Tag der Transferperiode im Januar 2008. Von seiner derzeitigen Form war der Deutsch-Kongolese damals noch weit entfernt, auch wenn er beim entscheidenden 2:0-Sieg am letzten Spieltag gegen Dortmund II ein Tor beisteuerte. Nach Stationen in Paderborn und Ahlen kehrte Kumbela 2010 zurück nach Braunschweig und fand endlich sein Glück. Zum Zweitliga-Aufstieg steuerte er 19 Tore bei. "Ich fühle mich in Braunschweig auch privat wohl", so Kumbela.
Führungsspieler mit Verantwortung
Die Eskapaden gehörten der Vergangenheit an, Kumbela war zu einem wichtigen Führungsspieler geworden. Eine Rolle, die er gerne annahm: "Es tut mir gut, in der Mannschaft Verantwortung zu übernehmen und hilft mir, mich persönlich zu entwickeln." Wie die meisten Spieler der Eintracht wuchs auch Kumbela mit den Aufgaben. Braunschweig hielt als Aufsteiger souverän die Klasse und startete in dieser Spielzeit durch, obwohl Kumbela mit Anlaufschwierigkeiten zu kämpfen hatte. Erst am sechsten Spieltag erzielte er seinen ersten Saisontreffer. In der Rückrunde lief Kumbela zu großer Form auf und schraubte sein Torekonto auf 19 Treffer hoch. Mehr werden es nicht werden, denn ausgerechnet im "Aufstiegsspiel" verletzte sich der 29-Jährige am Oberschenkel und beendete damit die Saison vorzeitig.
Lieber Gast 0815, Herzlichen Dank für Ihren Hinweis! Wir haben die entsprechende Stelle korrigiert. Viele Grüße Ihr Moderations-Team [mehr]