Hansa Rostock: Der Traditionsclub von der Ostsee
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Jubel bei den Spielern von Hansa Rostock um Torschütze Marek Mintal (M.).
"Oh, wie ist das schön", schallte es kurz vor dem Ende durch das Stadion von Fußball-Zweitligist Hansa Rostock. Gerade hatte Neuzugang Freddy Borg in seinem zweiten Spiel für die Hanseaten gegen den MSV Duisburg per Foulelfmeter seinen zweiten Ligatreffer erzielt. Die Rostocker feierten schließlich mit 4:2 (2:2) ihren zweiten Saisonsieg. Nach dem 1:2 in Bochum am vorigen Wochenende meldete sich das Tabellenschlusslicht mit einer starken Leistung zurück. Neben dem Nachwuchsmann Edisson Jordanov, der den Duisburgern auf dem rechten Flügel enorme Probleme bereitete, spielte sich ein zweiter Rostocker in den Vordergrund: Marek Mintal. In Bochum nach seinem Elfmeter-Fehlschuss noch am Boden zerstört, hatte er gegen Duisburg mit zwei Toren entscheidenden Anteil am vielumjubelten Erfolg. "Der Sieg war enorm wichtig", sagte Trainer Wolfgang Wolf. "Die Mannschaft hat hochverdient gewonnen. Die Art und Weise, wie sie gespielt hat, war beeindruckend."
Tore: 1:0 Mintal (30.), 1:1 Bajic (34.), 2:1 Jänicke (36.), 2:2 Sukalo (40.), 3:2 Mintal (52.), 4:2 Borg (82., Foulelfmeter)
Zuschauer: 9.000
Rostock: Kevin Müller - Janecka, Holst, Gusche, Perthel - Robert Müller, Pannewitz (71. Wiemann) - Jordanov (86. Weilandt), Mintal, Jänicke (80. Semmer) - Borg
Duisburg: Wiedwald - Hoffmann, Bajic, Soares (46. Gjasula), Berberovic - Pamic, Kern (53. Wolze), Sukalo, Brosinski - Zahorski (79. Domovchiyski), Jula
Hansa brauchte keine Anlaufzeit, machte von Beginn an viel Druck und die Duisburger Verteidiger taten sich schwer: Schon nach zwei Minuten hätte es Elfmeter geben können, als Duisburgs Dzemal Berberovic Borg zu Fall brachte. Doch der fällige Strafstoß blieb den Gastgebern verwehrt. Wenig später ging Mintal zu Boden, die Pfeife des Nürnberger Schiedsrichters Benjamin Cortus blieb diesmal allerdings zu Recht stumm (13.). Der erste Treffer der Rostocker schien nur eine Frage der Zeit zu sein und wenig später belohnten sie sich für ihren Aufwand. Nach einem Freistoß von Timo Perthel behielt Mintal im Gewühl die Übersicht und schloss mit voller Wucht zum 1:0 ab (30.). Doch der Jubel währte nur vier Minuten. Nach einer Ecke traf MSV-Kapitän Branimir Bajic per Kopf.
Die Hanseaten aber wussten mit diesem Rückschlag umzugehen. Tobias Jänicke nutzte prompt einen Fehler in der Gäste-Abwehr eiskalt und spitzelte den Ball zum 2:1 vorbei an MSV-Schlussmann Felix Wiedwald (36.). Allerdings war Hansa wenig später bei einer Ecke erneut nicht im Bilde. Duisburgs Goran Sukalo stoppte acht Meter vor dem Tor in aller Ruhe den Ball mit der Brust und jagte ihn in die Maschen (40.). Der starke Hansa-Youngster Jordanov setzte sich danach noch einmal durch, doch Wiedwald hielt (43.).
Hansa Rostocks Kevin Pannewitz (l.) und Duisburgs Emil Jula im Kampf um den Ball.
Drei Minuten nach Wiederanpfiff hätte es Jordanov besser machen können. Der 18-Jährige bekam den Ball aber nicht unter Kontrolle, nachdem Kevin Pannewitz zuvor an der Latte gescheitert war. Das 3:2 fiel trotzdem: "Tor-Phantom" Mintal hatte sich am langen Pfosten davongestohlen und markerte per Seitfallzieher seinen zweiten Treffer des Tages (52.). Und die Rostocker ließen dieses Mal keine (schnelle) Antwort zu. Die vielgescholtene Defensive (34 Gegentore) stand nun sicher, warf alles in die Waagschale. Die Norddeutschen blieben sogar selbst gefährlich: Borg scheiterte aus der Drehung knapp (66.), der Querpass des Schweden auf den frei vor dem Tor stehenden Mintal wurde unterbunden (73.). Und zum Schluss sorgte dann auch noch der Schiedsrichter für ausgleichende Gerechtigkeit. Borg ließ sich theatralisch im Strafraum fallen und Cortus pfiff: Borg trat selbst an und schob locker ein (82.).