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Dennis Kruppke (r.) feierte mit dem Langzeitverletzten Björn Kluft auf der Bühne.
Bei der Aufstiegsparty stand Dennis Kruppke wieder in vorderster Front. Der Kapitän von Eintracht Braunschweig plagt sich seit dem Winter mit Verletzungen herum und kam lediglich zu zwei Kurzeinsätzen. Auch beim 1:0-Erfolg in Ingolstadt, der am Freitagabend nach 28 Jahren die Rückkehr in die Bundesliga besiegelte, konnte Kruppke nicht spielen. Doch der 33-Jährige war mit nach Bayern gereist, erlebte die "ersten Erstliga-Minuten" nach dem Schlusspfiff im Kreis seiner Kollegen auf dem Rasen und tanzte bei der Feier mit den Fans in Braunschweig auf der Bühne in der ersten Reihe. Wie es sich für einen Anführer gehört - und der Rolle wurde der einzige Braunschweiger mit relevanter Bundesliga-Erfahrung (54 Einsätze) trotz seiner langen Ausfallzeit auch in dieser Saison gerecht. "Wir haben uns das alles hart erarbeitet", sagte Kruppke NDR.de und fügte hinzu: "Hätte mir das jemand vor fünf Jahren prophezeit, hätte ich ihn für wahnsinnig erklärt." Vor fünf Jahren - da fand er den Weg zur Eintracht in die Regionalliga Nord.
NDR.de hat sich beim Bundesliga-Aufsteiger Eintracht Braunschweig umgehört: Was macht Dennis Kruppke als Kapitän der Mannschaft aus und was ist er für ein Typ?
"Dennis ist eine absolute Führungsfigur in der Mannschaft und ein Vorbild als Sportler. Er geht vorne weg und hat immer ein offenes Ohr - vor allem für die Jüngeren. Dennis ist aber auch für jeden Spaß zu haben."
"Seine Qualität ist unstrittig. Dennis hat in seinem fortgeschrittenen Alter bei uns aber auch noch eine tolle Entwicklung gemacht. Er ist als Kapitän kein Lautsprecher, aber die gibt es heutzutage auch nicht mehr. Er macht das intern und ist da sehr kommunikativ."
"Er ist ein ganz wichtiger Spieler für uns - wie andere auch. Dennis ist ein ganz lockerer Typ, geht aber auch voran. Ihn zeichnen seine Erfahrung und seine Qualität aus."
"Wie wichtig er für uns ist, hat er mit seinem Tor bei seinem Comeback in Sandhausen zum 3:1 unterstrichen. Natürlich war der Treffer für uns wichtig. Wir haben uns aber vor allem für ihn gefreut. Er ist im Team sehr angesehen."
Geboren wurde Kruppke am 1. April 1980 in Münster, wuchs aber in Lübeck auf. Beim VfB gab Dennis sein Debüt im Herrenbereich, noch keine 18 Jahre alt und noch für den jungen A-Junioren-Jahrgang spielberechtigt. Bei den Herren des VfB war der Youngster, dessen Idol damals der ghanaische Bundesliga-Topstürmer Anthony Yeboah war, dann "öfter mal dabei" und etablierte sich. Neben Training und Spielen machte er eine Ausbildung zum Steuerfachangestellten. In seiner Lübecker Zeit lernte er auch seine Frau Davina kennen, mit der er nach wie vor verheiratet ist und zwei Kinder hat. Den nächsten Karriere-Schritt machte Kruppke noch in Schleswig-Holstein: Mit dem VfB stieg er 2002 in die Zweite Liga auf und schaffte im folgenden Jahr den Klassenerhalt. Ganz nebenbei spielte der Offensiv-Allrounder so gut, dass Volker Finke ihn zum SC Freiburg lotste, der gerade in die Bundesliga aufgestiegen war.
Im Breisgau allerdings war Kruppke schon bald nicht mehr als Stürmer gefragt. "Die Offensive war gut besetzt", erinnert sich der Spieler. "Meine Flexibilität war da ein Vorteil. Außer Innenverteidiger und Torwart habe ich in Freiburg alles gespielt." Oftmals als Außenverteidiger aufgeboten, kam Kruppke in zwei Jahren unter Finke auf insgesamt 54 Bundesliga-Einsätze, in denen er zwei Tore erzielte und vier vorbereitete. Doch mit dem Abstieg 2005 ging es für den Münsteraner auch persönlich bergab. Nach eineinhalb Jahren, in denen er nicht wie gewünscht zum Einsatz kam, zog es ihn für ein halbes Jahr auf Leihbasis zurück nach Lübeck. Einem weiteren halben Jahr in Freiburg folgte schließlich im Januar 2008 der Wechsel nach Braunschweig.
"Ich kannte die Eintracht und ihre Fans aus der Perspektive als Gegner - und auch sonst wusste ich, dass Braunschweig ein schlafender Riese ist", meint Kruppke. Seinen Einstieg beschreibt er aber als "sehr beschwerlich": Die "Löwen" mussten bis zum letzten Spiel um die Qualifikation für die neue Dritte Liga bangen und damit auch Kruppke um seine Zukunft, weil sein Anschlussvertrag nicht für die Regionalliga galt. In der 59. Minute des letzten Saisonspiels gegen Borussia Dortmund II (2:0) sprangen die Niedersachsen erstmals überhaupt in der Saison auf den zehnten Rang, qualifizierten sich unter Neu-Coach Torsten Lieberknecht für Liga drei - und Kruppke war in der Folge ein Garant für Braunschweiger Erfolge. Mit der Saison 2009/2010, als die Eintracht als Vierter knapp die Aufstiegsrelegation verpasste, spielte sich Kruppke mit 15 Treffern und neun Vorlagen wieder in den Fokus höherklassiger Vereine. "Es gab Angebote aus der Zweiten Liga", berichtet der Torjäger, entschied sich aber nach kurzem Überlegen gegen einen Wechsel und für eine Vertragsverlängerung.