NDR Tippspiel
Der NDR hat auch in der Saison 2012/13 wieder den Fußball-Experten im Norden gesucht. mehr
Braunschweigs Domi Kumbela (v.l.) schoss in Cottbus sein siebtes Saisontor - am Ende war es wertlos.
Irgendwann reißt jede Serie: Am 15. Spieltag hat Zweitliga-Tabellenführer Eintracht Braunschweig beim 1:3 (1:2) in Cottbus seine erste Saisonniederlage kassiert. Die drei Treffer in der ersten Halbzeit eines mitreißenden und intensiven Spiels vor knapp 12.000 Zuschauern im Stadion der Freundschaft fielen nach Eckbällen: Boubacar Sanogo (5.) und Julian Börner (44.) trafen für den FC Energie, Domi Kumbela (13.) für die Niedersachsen. Nach dem Wechsel sorgte Daniel Brinkmann dann für die Entscheidung zugunsten der Lausitzer (81.). Die Mannschaft von Trainer Torsten Lieberknecht verpasste es durch die Niederlage, möglicherweise die Herbstmeisterschaft bereits zwei Spieltage vor dem Ende der Vorrunde perfekt zu machen. "Einen Vorwurf kann ich meiner Mannschaft nur bei den Gegentoren in der ersten Halbzeit machen. Wenn ich die zweite Halbzeit sehe, wäre ein Unentschieden mehr als gerecht gewesen", sagte Lieberknecht nach dem Schlusspfiff. Die bislang letzte Niederlage hatten die Niedersachsen am vorletzten Spieltag der Vorsaison am 29. April beim 0:2 in Bochum kassiert - seitdem hatten sie in der Liga in 15 Partien nie mehr als einen Gegentreffer kassiert.
Tore: 1:0 Sanogo (5.), 1:1 Kumbela (13.), 2:1 Börner (44.), 3:1 Brinkmann (81.)
Gelb-Rote Karte: Theuerkauf (82.)
Zuschauer: 11.740
Cottbus: Kirschbaum - Bittroff, Möhrle, Börner, Rippert (79. Ziebig)- Kruska, Banovic - Sörensen (74. Brinkmann), Adlung - Sanogo, Stiepermann (60. Fandrich)
Braunschweig: Davari - Bohl, Dogan, Bicakcic, Reichel - Theuerkauf - Kruppke, Pfitzner (84. Kessel), Vrancic (64. Zhang), Boland - Kumbela (64. Merkel)
In der Eintracht-Startelf gab es nach dem 3:0-Erfolg gegen den FC Ingolstadt in der Vorwoche nur eine Veränderung: Für Jonas Erwig-Drüppel begann Damir Vrancic im Mittelfeld. Lange mussten die Fans beider Mannschaften nicht warten, bis die Partie Fahrt aufnahm. Die Gastgeber setzten den Tabellenführer mit schnellen Kombinationen über die Flügel gleich gehörig unter Druck und gingen in der fünften Minute in Führung: Die Braunschweiger Defensive war bei einer schnell ausgeführten Ecke von links der Cottbuser nicht im Bilde, ließ Marc-Andre Kruska ungehindert flanken und Boubacar Sanogo ebenso freistehend aus sechs Metern zum 1:0 einköpfen. Die Gäste zeigten sich jedoch von diesem frühen Rückstand nicht geschockt, kamen - ebenfalls nach einer Ecke - in der 13. Minute durch einen Kopfballtreffer von Domi Kumbela nach Vorarbeit von Deniz Dogan zum Ausgleich.
Die Cottbuser Spieler durften gegen die beste Abwehr der Liga gleich drei Treffer bejubeln.
Doch Sicherheit gab dieser Treffer dem Tabellenführer nicht. Energie Cottbus kam gegen eine wackelige Braunschweiger Abwehr immer wieder spielend leicht vor das Tor der Niedersachsen. Vor allem Daniel Adlung sorgte über die linke Seite mit dem Ball am Fuß stets für Gefahr, im Strafraum bekam die Eintracht Sanogo und Marco Stiepermann nicht in den Griff. Glück, dass die Energie-Offensive die sich bietenden Chancen nicht konsequent nutzte. Die Lieberknecht-Elf mühte sich zwar nach Kräften, mehr als eine Doppelchance von Kumbela und Dennis Kruppke in der 36. Minute sprang dabei aber nicht heraus - Cottbus-Keeper Thorsten Kirschbaum verhinderte in dieser Szene das dritte Tor des Tages. Auf der anderen Seite parierte auch Torhüter Daniel Davari in der 44. Minute stark, als er mit einem Reflex bei einem Stiepermann-Schuss seine Klasse bewies. Doch nach der folgenden Ecke war der Keeper machtlos: Julian Börner köpfte vom rechten Fünfer-Eck unhaltbar zum 2:1-Halbzeitstand in den linken Winkel.
Nach der Pause agierte Cottbus mit der Führung im Rücken deutlich defensiver, warf kämpferisch alles in die Waagschale. Braunschweig war gefordert und ließ sich nicht lange bitten: Mirko Boland traf nach einer Rechtsflanke in der 49. Minute nur den linken Pfosten, einen Distanzschuss von Marc Pfitzner entschärfte Kirschbaum im Tor der Lausitzer mit den Fäusten. Die Gastgeber kamen nur noch sporadisch vors Tor von Davari, beschränkten sich fast ausschließlich darauf, den eigenen Strafraum abzuriegeln - mit Erfolg. Die Eintracht kam durch einen Kopfball von Ermin Bicakcic nach einem Freistoß in der 72. Minute zu ihrer letzten gefährlichen Chance. Den Schlusspunkt setzte der kurz zuvor eingewechselte Cottbuser Daniel Brinkmann, der den Ball nach Sanogo-Kopfballvorlage in der 81. Minute aus 20 Metern mit viel Risiko in den rechten Winkel drosch. Kurz danach sah der bereits verwarnte Norman Theuerkauf wegen Meckerns noch Gelb-Rot - negativer Schlusspunkt eines aus Sicht der Niedersachsen verkorksten Nachmittags. "Das ist natürlich ein beschissenes Gefühl, wieder einmal verloren zu haben", fasste Kapitän Kruppke die 90 Minuten zusammen.