Eintracht Braunschweig gehört zu den deutschen Traditionsclubs. Noch heute wird in jedem Spiel der Meisterschaft von 1967 gedacht. Von der Bundesliga waren die "Löwen" seit Jahren allerdings weit entfernt.
Unter Trainer Benno Möhlmann droht die Mannschaft 2008 sogar die Qualifikation für die neue Dritte Liga zu verspielen. Drei Spieltage vor dem Ende schlägt der erfahrene Coach dem Club seine eigene Beurlaubung vor.
Für Möhlmann übernimmt Ex-Spieler Torsten Lieberknecht, der sich im Club als U19-Trainer und Jugendkoordinator bereits einen Namen gemacht hat und schafft mit den Niedersachsen doch noch die Qualifikation zur Dritten Liga.
In der Premieren-Saison der Dritten Liga hält sich die Eintracht aus dem Gröbsten raus. Nach 38 Spielen stehen die Niedersachsen mit fünf Zählern Vorsprung auf die Abstiegsränge aus Platz 13. Doch kann das Team die Leistungen bestätigen, wenn Lieberknecht wie vom DFB gefordert in Köln seine Lizenz als Fußball-Lehrer macht?
Die Antwort lautet schlicht Ja. Während Lieberknecht (l.) in Köln büffelt, betreuen die Co-Trainer Darius Scholtysik (v.r.), Alexander Kunze und Jürgen Rische das Team. Im Frühjahr 2010 besteht Lieberknecht die Prüfung und ...
Auch sportlich läuft es erstaunlich gut. Die "Löwen"-Fans haben endlich wieder Grund zur Freude. Das Team setzt zu einem Höhenflug in der Liga an. Im Sommer 2010 fehlen nur zwei Punkte zum Aufstiegsrelegationsrang.
Der Grundstein des Erfolges ist die Kontinuität. Lieberknecht (r.) und Manager Marc Arnold (l.) gelingt es, den Kern der Mannschaft in Braunschweig zu halten. "Mit dem vollen Stadion und der Anerkennung finden die Spieler hier alles, wovon sie früher immer geträumt haben", sagt Lieberknecht NDR.de.
In den Jahren wird besonders der K&K-Sturm auf den Rängen im Eintracht-Stadion beliebt. Domi Kumbela und ...
... Dennis Kruppke, der zudem die Kapitänsbinde trägt, sind mit ihren Toren maßgeblich am Erfolg des Teams beteiligt.
Und so kann sich Präsident Sebastian Ebel (r.) am Ende der Saison 2010/2011 im Prinzip nur selbst zu seinem Kurs beglückwünschen.
Die "Löwen" steigen als souveräner Drittliga-Meister in die Zweite Liga auf. Die Spieler lassen Trainer Lieberknecht hochleben.
Und feiern selbst ausgelassen, wie hier Kumbela ...
... oder Mittelfeldmotor Mirko Boland.
Auf dem Schlossplatz präsentiert der Meister stolz seine Trophäe, ...
die sich auch gut neben den anderen Pokalen macht.
"Mit dem Aufstieg ist alles anders geworden", ist Eintrachts Fanbeauftragter Nils Burgdorf überzeugt. "Vorher war es immer Kampf und Krampf. Dieses Mal war es auch sportlich überragend."
Und die "Löwen" bestätigen ihre Form auch eine Klasse höher. Als bester Aufsteiger und die komplette Saison über ohne Abstiegssorgen kommen sie als Achter ins Ziel.
Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt kann für das Geschäftsjahr zum zweiten Mal in Folge einen Gewinn vermelden. Nach den 234.787 Euro im Vorjahr satte 1.736.406 Euro.
Damit auch die Infrastruktur mit der Entwicklung Schritt hält, investieren Verein und Stadt in das Stadion.
Haupttribüne und Nordkurve werden umgebaut. Zudem entsteht ein neues Verwaltungsgebäude. "Besonders wichtig sind für uns natürlich die Einnahmen aus Logen und dem Business-Bereich", verdeutlicht Voigt. "Die Kapazität wird allerdings erst einmal nicht angefasst."
Im August 2012 bezieht die Eintracht zudem das von der DFL geforderte Nachwuchsleistungszentrum. Die "Löwen" kommen im Sportpark Kennel, wo bis dahin der MTV Braunschweig heimisch war, unter.
Und sportlich geht die Entwicklung immer weiter: Souverän stehen die Braunschweiger Anfang November an der Spitze der Zweiten Liga.
Eintracht-Fan Ahmet Öztürk, der das bei vielen Fans beliebte Restaurant Elvan betreibt, ist begeistert: "Wir sind Erster, was will man mehr?" Gegen den Aufstieg hätte wohl kein "Löwe" etwas einzuwenden.
Der Coup gelingt: Die Niedersachsen machen mit einem 1:0-Erfolg in Ingolstadt vorzeitig den Aufstieg perfekt, die Eintracht ist nach 28 Jahren wieder erstklassig.