Auf dem Platz ein schlampiges Genie, abseits des Feldes nie um einen Spruch verlegen: Ansgar Brinkmann. "Ich hab heute Abend schon 800 DM ausgeben und noch zwei Millionen auf dem Konto. Was willst du?", fragte der "weiße Brasilianer" spät nachts eine Frau, die ihn auf seine Frisur angesprochen hatte.
Der ehemalige Werder-Profi Erwin Kostedde hatte genaue Pläne, wie sein Leben nach der Fußball-Karriere aussehen sollte: "Ich möchte nie mehr arbeiten, sondern nur noch am Tresen stehen und saufen."
Der Logik des Fußballs bediente sich HSV-Legende Horst Hrubesch vor der WM 1982 in Spanien: "Wenn wir alle Spiele gewinnen, können wir Weltmeister werden!" Und wie es klappen sollte, wusste das "Kopfball-Ungeheuer" auch: "Manni Bananenflanke, ich Kopf, Tor!"
Lothar Matthäus (l.) machte nicht nur als überaus erfolgreicher Fußballer, sondern auch als Dampfplauderer auf sich aufmerksam. Zuweilen hatten die Aussagen des Rekordnationalspielers sogar philosophische Züge: "Das Chancenplus war ausgeglichen." Einzig Fremdsprachen waren Matthäus ein wenig fremd. "I hope, we have a little bit lucky", meinte er bei seiner Vorstellung in den USA.
Mit den üblichen Fußball-Floskeln a la "der Ball ist rund" wollte sich Martin Driller (r.) nicht zufriedengeben. Der ehemalige St.-Pauli-Stürmer erklärte stattdessen: "Fußball ist wie eine Frikadelle, man weiß nie, was drin ist."
"Was meine Frisur betrifft, bin ich Realist", gab der ehemalige Weltklasse-Stürmer Rudi Völler einmal zu. Mathematik war derweil nicht so die Stärke des ehemaligen Bremers: "Zu 50 Prozent stehen wir im Viertelfinale, aber die halbe Miete ist das noch lange nicht."
Der ehemalige Rostocker und Wolfsburger Steffen Baumgart war auf dem Platz ein Kämpfer. Als dem Angreifer dann mal ein Kunstschuss gelang, meinte er trocken: "Wenn ich ein Brasilianer wäre, hätte ich gesagt, es war Absicht. Aber das glaubt mir sowieso keiner."
Ein Kämpfer mit Herz, aber ohne große geographische Kenntnisse: Thorsten Legat. Als der Wechsel des Linksverteidigers zu Eintracht Frankfurt perfekt war, meinte der Hobby-Bodybuilder: "Ich hätte auch woanders ins Ausland gehen können."
Beim Hamburger SV war Jörg Albertz 2003 aufs Abstellgleis geraten. Also musste sich der langjährige Schottland-Legionär einen neuen Club suchen und wurde in Asien fündig. Bevor der Linksfuß bei Shanghai Shenhua unterschrieb, hatte er sich allerdings Bedenkzeit erbeten: "Es muss geklärt sein, ob ich dort mit meinen Hunden spazieren gehen kann, ohne dass sie in einem Kochtopf landen."
Jürgen Wegmann war in den 1980er-Jahren ein gefürchteter Bundesliga-Torjäger. "Ich bin giftiger wie die giftigste Schlange", meinte der Angreifer und erhielt anschließend den Beinamen "Kobra". Unvergessen aber blieb vor allem seine Aussage: "Zuerst hatten wir kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu."
Marco Reich (l.) galt als eines der größten deutschen Fußball-Talente. Doch nach seinem Wechsel 2001 vom 1. FC Kaiserslautern zum 1. FC Köln ging es sportlich nur noch bergab für den Offensivmann. Reich nahm den Karriereknick allerdings mit Humor: "Ich bin wohl der einzige, der sich über den Euro freut. Jetzt bin ich nur noch der Drei-Millionen-Euro-Fehleinkauf."
Immer einen lockeren Spruch auf den Lippen hatte Mario Basler. Als Kritik an seiner Person aufkam, beklagte sich der ehemalige Werder-Star: "Ich bin wieder derjenige, der wo alles ausbaden muss." Dabei hatte Basler durchaus Lösungen zur Krisenbewältigung parat: "Vielleicht sollten wir mal einen saufen gehen und uns gegenseitig auf die Fresse hauen."
Kultcoach mit Oberlippenbart und losem Mundwerk: Peter Neururer. Das Ruhrpott-Original wandelte zuweilen gar auf den Spuren des "Fußball-Philosophen" Otto Rehhagel. Die folgende Erkenntnis hinterließ bei Neururers Zuhörern allerdings viele Fragezeichen: "Die fußballerische Intelligenz ist die Grundlage, um einen sportartspezifischen Intellekt aufzubauen."
Unübertroffen in seinen Analysen blieb jedoch "König Otto", wie Rehhagel zu seiner Zeit als Werder-Coach getauft wurde. "Mal verliert man und mal gewinnen die anderen", erkannte der Coach beispielsweise. Kritik an seinem zuweilen diktaktorischen Führungsstil bügelte Rehhagel charmant ab: "Jeder kann sagen, was ich will."
Auf die Frage eines Reporters, welchen Berufswunsch er denn habe, antwortete der langjährige Bayern-Star Mehmet Scholl: "Spielerfrau". Überhaupt hatte der heutige ARD Experte stets einen lockeren Spruch auf den Lippen. So verspottete er seine Mannschaftskameraden, die ihre Freizeit auf dem Golfplatz verbrachten: "Ich werde nie Golf spielen. Erstens ist das für mich kein Sport, und zweitens habe ich noch regelmäßig Sex."
Eine hohe Meinung hatte Norbert Dickel, Ex-Stürmer von Borussia Dortmund, von seinem damaligen Mannschaftskameraden Frank Mill. Einzig, Dickel drückte sich irgendwie missverständlich aus: "Der ist mit allen Abwassern gewaschen."
So manch kurioser Fehlgriff brachte Oliver Reck während seiner aktiven Karriere den Beinamen "Pannen-Olli" ein. Und auch in Interviews wirkte der langjährige Bremer Torhüter manchmal etwas unbeholfen. So überraschte Reck etwa mit der Aussage: "Zu meiner Frau habe ich ein Vater-Sohn-Verhältnis."
Diplomatie war selten die Stärke des ehemaligen Weltklasse-Fußballers Stefan Effenberg. Und so gab sich der gebürtige Hamburger auch keinen Illusionen hin, was sein Image angeht: "Ich habe ein verflucht großes Problem, ich bin immer ehrlich. Ich bin der Albtraum aller Schwiegermütter."
Der Albtraum der Bundesliga-Angreifer war Ulrich Borowka. Der von den Werder-Fans liebevoll "die Axt" getaufte Abräumer verschaffte sich allerdings nicht nur durch Grätschen, sondern auch verbal Respekt: "Auch wenn wir heute verlieren, einer von Euch kommt heute noch ins Krankenhaus", ließ er seine Gegenspieler gerne wissen.
Für Gelächter unter den Fußball-Fans sorgten auch immer wieder die zuweilen geradezu skurrilen Aussagen von Andreas Möller. Zu einem möglichen Wechsel ins Ausland meinte der Mittelfeldakteur: "Mailand oder Madrid - Hauptsache Italien." Unvergessen auch Möllers Suche nach den Gründen seiner zwischenzeitlichen Formkrise: "Mein Problem ist, dass ich immer sehr selbstkritisch bin. Auch mir selbst gegenüber."
Etwas verwundert reagierte der ehemalige HSV-Angreifer Anthony Yeboah (l.) auf die Feststellung des Fachblatts "kicker", er würde wie ein "deutscher Musterbürger" wohnen. "Soll ich etwa ein Lagerfeuer im Wohnzimmer machen?", fragte der Stürmer aus Ghana.
Das "Tier im Tor" wurde Klaus Thomforde ob seiner furchtlosen Art, die Bälle abzufangen, von den St.-Pauli-Fans getauft. Und der Schlussmann ließ keinen Zweifel daran, seinem Traumjob nachzugehen: "In der Ersten Liga die Bälle zu halten find ich total geil. Da geht mir voll einer ab."
Als Klaus Toppmöller 2003 mit Leverkusen im Abstiegskampf steckte, war sich der Trainer ganz sicher: "Wir sind zu stark, um da unten wieder rauszukommen."
Und dann gibt es da noch die berühmte Aussage des ehemaligen englischen Nationalspielers Gary Lineker. Weil die "Three Lions" im Anschluss an das WM-Finale 1966 kein wichtiges Spiel mehr gegen das DFB-Team für sich entscheiden konnten, resümierte der Stürmer entnervt: "Fußball ist ein einfaches Spiel: 22 Männer jagen 90 Minuten lang einem Ball nach, und am Ende gewinnen immer die Deutschen."