Claus-Dieter Wollitz kommt über die Stationen Schalke 04 und Bayer Leverkusen 1989 als bis dahin teuerster Einkauf zum Zweitligisten Osnabrück. Für den VfL erzielt er in 141 Partien 43 Tore. Eines davon 1992 beim 4:1 im DFB-Pokalspiel gegen Borussia Mönchengladbach (Foto: mit Gladbachs Horst Steffen, l.).
Wollitz, der schon als Neunjähriger den Spitznamen "Pele" erhielt, glänzt als brillanter Techniker, Freistoßspezialist und leidenschaftlicher Kämpfer. Mit dem VfL Wolfsburg erreicht er 1995 das Pokalfinale gegen Mönchengladbach (Foto r., mit Siegfried Reich, M. und Thomas Kastenmaier).
Mit dem 1. FC Kaiserslautern (Foto: mit Weltmeister Andreas Brehme) gewinnt Wollitz seinen einzigen Titel - die Pfälzer werden 1996 Pokalsieger, steigen aber in die Zweite Liga ab.
Wollitz wechselt zum KFC Uerdingen - seine siebte Profistation in zehn Jahren. Hier bejubelt er am 20. Oktober das 1:0-Siegtor von John van Buskirk in Frankfurt, das die Krefelder am 10. Spieltag zum Tabellenführer macht. Wollitz hatte die Vorlage gegeben.
Nach weiteren zwei Jahren beim 1. FC Köln beendet Wollitz 2002 seine Profikarriere und wird Trainer. Seine erste Station ist einer seiner Ex-Clubs. Wollitz übernimmt den KFC Uerdingen.
2004 folgt der Wechsel zu einem weiteren ehemaligen Verein. Wollitz übernimmt den Drittligisten VfL Osnabrück, den er 2007 in die Zweite Liga führt. Erst jetzt macht er seinen Trainerschein. 2008 schaffen die Niedersachsen den Klassenerhalt.
Wollitz predigt nicht nur Leidenschaft (wie hier im Gespräch mit dem ehemaligen VfL-Kapitän Thomas Reichenberger), ...
... er lebt sie auch. Die Wutausbrüche und Appelle des großen Motivators sind ebenso legendär wie seine Begeisterungsstürme.
"Rumpelstilzchen" an der Seitenlinie. Auf der Trainerbank hält es Wollitz selten.
Bei den Fans ist Claus-Dieter Wollitz spätestens seit dem Klassenerhalt 2008 Kult: Hier lässt er sich nach dem entscheidenden 3:0 gegen Kickers Offenbach am letzten Spieltag feiern.
Doch ein Jahr später steigt Osnabrück in die Dritte Liga ab, Wollitz verlässt den VfL nach fünf Jahren und geht zu Energie Cottbus.
Dem wegen des hohen Ausländeranteils oft als Legionärstruppe verspotteten Cottbuser Team verpasst Wollitz ein neues Gesicht mit talentierten und überwiegend deutschen Spielern.
Mit seiner offensiven Spielweise sorgt Wollitz' Mannschaft oft für spektakuläre Spiele in der Zweiten Liga und kämpft sich in der Saison 2010/2011 bis ins Halbfinale des DFB-Pokals vor.
Dennoch reißt der Kontakt nach Osnabrück, wo seine Familie weiter wohnt, nie ab. Nach seinem selbst gewählten Abschied aus Cottbus heuert "Pele" Wollitz ab Januar 2012 zum zweiten Mal beim VfL an - in einer Doppelfunktion als Trainer und Sportdirektor.
Nach der Ablösung von Uwe Fuchs, der VfL ist auf Rang zwölf abgerutscht, führt Wollitz das Team auf Rang sieben und schnuppert bei nur sechs Punkten Rückstand auf den Aufstiegs-Relegationsrang auch noch am Aufstieg.
Dennoch bleibt Wollitz auf dem Boden und bei der Zielsetzung für die Saison 2012/2013 zurückhaltend. Das "oben angreifen" gelingt aber bestens: Zur Winterpause steht der VfL mit vier Punkten Vorsprung auf Rang zwei und drei an der Tabellenspitze.
Doch am vorletzten Spieltag verspielt Osnabrück in Bielefeld durch ein 0:1 die Chancen auf einen direkten Aufstieg. Wollitz zieht unmittelbar nach dem Spiel die Konsequenz und kündigt aufgrund von vereinsinternen Querelen seinen Rücktritt zum Saisonende an - und der Verein entlässt ihn noch vor dem letzten Spiel.