Stand: 19.05.2013 18:23 Uhr  | Archiv

VfL-Frauen holen das Double

von Johannes Freytag, NDR.de
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Jubel bei den VfL-Frauen: Das Double ist perfekt.

Erst die Schale - jetzt der Pokal. Was die Männer von Bayern München noch schaffen wollen, haben die Wolfsburger Fußballerinnen in dieser Saison bereits geschafft. Eine Woche nach der gewonnenen Meisterschaft holten die VfL-Frauen auch den zweiten von drei anvisierten Titel in die Autostadt. Der dritte könnte am kommenden Donnerstag im Finale der Champions League gegen Olympique Lyon folgen. Das Team von Trainer Ralf Kellermann setzte sich in einem vor allem in der zweiten Halbzeit hochklassigen Finale am Sonntag in Köln mit 3:2 (1:0) gegen Turbine Potsdam durch. Martina Müller (zwei) und Conny Pohlers trafen für die "Wölfinnen", Lisa Evans und Yuki Ogimi für Potsdam. "Auch wenn wir es so spannend gemacht haben, es ist einfach nur genial, dass wir gewonnen haben", erklärte Torfrau Jana Burmeister nach dem Sieg, "wenn wir so spielen wie heute, gewinnen wir auch in London."

Viel Kampf und Krampf in Halbzeit eins

VfL Wolfsburg - Turbine Potsdam 3:2 (1:0)

Tore: 1:0 Müller (45.), 2:0 Müller (52.), 3:0 Pohlers (54.), 3:1 Evans (59.), 3:2 Ogimi (61./Foulelfmeter)
Zuschauer: 14.269
Wolfsburg: Burmeister - Wensing, Henning, Goeßling, Tetzlaff - Blässe, Odebrecht, Keßler, Magull - Müller, Pohlers (90.+1 Hartmann)
Potsdam: Naeher - Singer, Draws, Kemme, Cramer (79. Hegerberg) - Bremer, Mjelde, Hanebeck - Ogimi, Anonma (46. Göransson), Natas Andonova (39. Evans)

Gegen den entthronten Meister wartete VfL-Coach Ralf Kellermann mit einer Überraschung auf: An Stelle von Alisa Vetterlein hütete Jana Burmeister das Tor der Niedersächsinnen. Maren Teztlaff spielte für Verena Faißt in der Abwehrkette, im Mittelfeld lief Lina Magull auf. Martina Müller rückte dafür in den Sturm und ersetzte dort die wegen eines Außenbandrisses verletzt fehlende Alexandra Popp. Vor den Augen von Bundespräsident Joachim Gauck entwickelte sich im Kölner Stadion zunächst eine kampfbetonte, aber spielerisch schwache Partie. Die einzigen Aufreger gab es erst nach 18 Minuten: Magull wurde im Potsdamer Strafraum elfmeterreif gelegt, doch die Pfeife von Schiedsrichterin Katrin Rafalski aus Bad Zwesten blieb stumm. Praktisch im Gegenzug wäre Turbine beinahe in Führung gegangen, doch Yuki Ogimis Kopfball sprang nur an den Innenpfosten und von dort ins Feld zurück (19.). Als alle angesichts des höhepunktarmen Spiels den Halbzeitpfiff herbeisehnten, schlugen die VfL-Frauen gnadenlos zu: Conny Pohlers bediente mit der Hacke ihre Sturmkollegin Müller und die traf zur 1:0-Pausenführung (45.).

Vier Tore in zehn Minuten

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Wolfsburgs Doppeltorschützin Martina Müller (l.) im Zweikampf mit Potsdams Pauline Bremer.

Die zweite Halbzeit war noch nicht zehn Minuten alt, da schien die Partie entschieden. Nach einer Ecke herrschte im Turbine-Strafraum heilloses Durcheinander, der Ball landete ganz außen bei Müller, die trocken abzog und ins Tor traf (52.). Zwei Minuten später erlief Pohlers einen hohen Pass von Viola Odebrecht und schob an Potsdams Torfrau Alyssa Naeher zum 3:0 ein (54.). Doch die Brandenburgerinnen gaben trotz dieses Doppelschlages nicht kampflos auf: Lisa Evans traf per Kopf (59.) und kurz darauf verwandelte Ogimi einen Foulelfmeter zum 3:2 (61.) - alles wieder offen und es wurde nun ein offener Pokalfight. Ogimi kam im VfL-Strafraum frei an den Ball, vertändelte aber (72.), im Gegenzug vergab Müller nach einem Konter das 4:2 (73.). Pohlers entschied sich im Strafraum für einen Pass, statt selbst zu schießen (78.), Odebrecht schoss knapp über das Tor (79.). Auf der anderen Seite hatte Ogimi eine gute Gelegenheit, bekam den Ball aber nicht unter Kontrolle, Ada Hegerberg traf nur den Pfosten (83.). Am Ende reichte es für die VfL-Frauen - der Rest war Jubel.

Frauen-Bundesliga: Der Kader des VfL Wolfsburg

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