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Die Spielerinnen des VfL Wolfsburg mit der dritten Trophäe in dieser Saison: Der Pokal der Champions League.
Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg haben ihre Erfolgssaison mit dem Triple gekrönt und nach deutscher Meisterschaft und DFB-Pokal auch die Champions League gewonnen. Das Team von Trainer Ralf Kellermann besiegte am Donnerstag im Finale von London nahezu sensationell den französischen Favoriten und Titelverteidiger Olympique Lyon mit 1:0 (0:0). Martina Müller erzielte den Treffer des Abends per Handelfmeter. Lyon war zuvor drei Jahre lang in 95 Pflichtspielen ungeschlagen geblieben und stand zum vierten Mal in Folge im Endspiel der Königsklasse. "Das ist ein Traum. Damit konnten wir nicht rechnen. Diese Mannschaft hat unglaublich viel erreicht, wofür wir als VfL Wolfsburg stehen wollen", sagte VfL-Geschäftsführer Thomas Röttgermann nach dem Sieg.
Tore: 1:0 Müller (74./Handelfmeter)
Zuschauer: 20.000
Wolfsburg: Vetterlein - Wensing, Henning, Hartmann, Popp - Keßler, Goeßling - Blässe, Jakabfi (79. Magull), Müller - Pohlers (82. Omilade)
Lyon: Bouhaddi - Franco, Georges, Renard, Bompastor - Abily (66. Le Sommer), Necib, Henry - Rapinoe (46. Dickenmann, 89. Majri), Schelin, Thomis
Kellermann baute sein Team gegenüber dem dramatischen 3:2-Sieg im Pokalfinale gegen Potsdam auf mehreren Positionen um und wählte ein etwas defensiveres System mit Conny Pohlers als einziger Sturmspitze. Das Wolfsburger Tor hütete Alisa Vetterlein - gegen Turbine hatte noch Jana Burmeister zwischen den Pfosten gestanden. Überraschend von Beginn an lief auch Alexandra Popp auf, die ihren Außenbandriss offenbar auskuriert hatte. Die VfL-Frauen versteckten sich gegen die "Übermannschaft" aus Lyon nicht. Im Gegenteil, die erste gute Chance der Partie hatte Wolfsburg: Pohlers bediente Nadine Keßler, die jedoch den Ball nur knapp am Tor vorbeisetzte (4.). Auch danach verteidigten die Niedersächsinnen geschickt und ließen mit schnellen Kontern ihre Gefährlichkeit aufblitzen. Olympique brauchte lange, um ins Spiel zu kommen - aber plötzlich stand der VfL unter Dauer-Druck: Ivonne Hartmann klärte im letzten Moment vor Lotta Schelin (26.), Amandine Henry scheiterte aus 25 Metern an Vetterlein (28.), Camille Abily drosch den Ball knapp über die Torlatte (30.). Doch die "Wölfinnen" hielten Stand und hatten durch einen Seitfallzieher von Müller sogar noch eine eigene gute Torgelegenheit (39.).
Das Tor zum Sieg: Martina Müller (r.) verwandelt den Handelfmeter.
Die zweite Spielhälfte begann Lyon mit neuem Schwung, Abily setzte sich gegen vier VfL-Spielerinnen durch, aber Vetterlein war zur Stelle (52.). Kurz darauf wehrte die VfL-Torfrau mit beiden Beinen einen strammen Schuss von Abily ab (55.). Auch Elodie Thomis konnte Vetterlein nicht überwinden (60.). Die Wolfsburgerinnen hingegen kamen kaum zu Abschlussmöglichkeiten, die wenigen Kontermöglichkeiten wurden zu überhastet vergeben. Zudem schienen die Kräfte nachzulassen. Doch der Fußballgott war auf der Seite des VfL: Nach einer Flanke in den Lyoner Strafraum verpasste Pohlers per Kopf den Ball, der der unmittelbar dahinter stehenden Laura Georges an die Hand prallte. Schiedsrichterin Teodora Albon pfiff zum Entsetzen der Französinnen Elfmeter - eine harte Entscheidung. Müller trat an und verwandelte eiskalt zur Führung für Wolfsburg (74.) - der Spielverlauf war auf den Kopf gestellt. Mit viel Einsatz- und Kampfeswillen retteten die VfL-Frauen den knappen Vorsprung über die Zeit und feierten anschließend die erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte.