Bereits in der Ära von Trainer Otto Rehhagel muss Werder Bremen einen schmerzlichen Verlust verkraften. Ausnahmestürmer Rudi Völler, der in 137 Spielen für Werder 97 Tore schießt, verlässt 1987 die Hanseaten. Der AS Rom zahlt für den Nationalstürmer 7,5 Millionen Mark.
In Rudi Völlers Fußstapfen tritt Karl-Heinz Riedle. Der kopfballstarke Stürmer spült nach drei erfolgreichen Jahren im grün-weißen Trikot ebenfalls viel Geld in die Vereinskasse. 1990 wechselt der Nationalspieler für 15 Millionen Mark wie Völler nach Rom, allerdings zu Lazio.
1992 von Rapid Wien nach Bremen gekommen, avanciert Andreas Herzog bei Werder zu einem der besten Mittelfeldspieler der Bundesliga. Der Wechsel des Österreichers 1995 zu Bayern München für gut fünf Millionen Mark ist der Startschuss für eine wahre "Kickerwanderung" von der Weser an die Isar. Auch wenn Herzog ein Jahr später zu Werder zurückkommt,...
...verlässt in Mario Basler der nächste Top-Spieler die Bremer in Richtung München. Für den ebenso genialen wie streitbaren Mittelfeldakteur kassieren die Hanseaten gut acht Millionen Mark.
Nach ein paar Jahren Verschnaufpause entdecken die Bayern 2001 den nächsten Hochkaräter im Werder-Dress: Claudio Pizarro. Der damals 22 Jahre alte Rohdiamant wechselt für 8,2 Millionen Euro zum Rekordmeister. Als gestandener Weltklassestürmer kommt der Peruaner 2008 vom FC Chelsea zurück an die Weser.
Ein Jahr später "bedient" sich zur Abwechslung einmal nicht Bayern München, sondern Borussia Dortmund bei den Grün-Weißen. Torsten Frings, 1997 für 100.000 Mark von Alemannia Aachen verpflichtet, wechselt 2002 für 8,5 Millionen Euro zum BVB. Über München findet der Mittelfeldrenner 2005 den Weg zurück nach Bremen.
Neben Frings verabschiedet sich 2002 ein weiterer Leistungsträger der Bremer. Torwart Frank Rost schließt sich für 6,5 Millionen Euro dem FC Schalke 04 an. Es sollte nicht der letzte Abgang eines wichtigen Werder-Spielers in Richtung Gelsenkirchen sein.
Nach der Saison 2003/2004, die Werder mit dem vierten Meistertitel der Vereinsgeschichte krönt, zieht es auch Ailton zu den finanzstarken "Knappen". Doppelt bitter ist der Abgang des Brasilianers, weil der Torschützenkönig (28 Treffer) eine große Lücke im Werder-Angriff hinterlässt und zudem ablösefrei wechselt.
Den dritten bitteren Verlust innerhalb von drei Jahren an Schalke 04 muss Werder in Person von Fabian Ernst hinnehmen. Der Mittelfeldakteur, in seinen fünf Jahren im Werder-Trikot zur absoluten Führungsfigur gereift, folgt Ailton ebenfalls ablösefrei in den Ruhrpott.
Immerhin verdient Werder Bremen mit Valérien Ismael ordentliches Geld, verliert allerdings einen herausragenden Innenverteidiger. Der Franzose verlässt ebenfalls 2005 Bremen und wechselt für 8,5 Millionen Euro zum FC Bayern München.
Im Sommer 2006 gibt "Le Chef" die letzten Anweisungen im Werder-Trikot, dann ist Johan Micoud wieder in seiner Heimat in Frankreich, bei Girondins Bordeaux, für drei Millionen Euro. Der elegante Mittelfeldstratege ist ein weiterer bitterer Abgang der Werder-Geschichte, zumal noch keiner erahnen kann, was in dem just vom FC Porto verpflichteten Diego steckt.
Den fünften und bisher letzten bedeutenden Abgang in Richtung München muss Werder 2007 verkraften. Nationalstürmer Miroslav Klose wird für stolze 15 Millionen Euro in den Süden der Republik transferiert - ein angemessenes Trostpflaster für den Verlust des Top-Angreifers.
Fast doppelt so viel Geld kassieren die Hanseaten 2009 für Diego. Der Brasilianer hat seine internationale Klasse in drei Jahren bei Werder unter Beweis gestellt. Juventus Turin sind die Dienste des Mittelfeldspielers 27 Millionen Euro wert. Klar, dass die Bremer nicht "Nein" sagen können. Zudem haben sie bereits einen adäquaten Nachfolger im Team,...
...der 2010 allerdings ebenfalls Bremen verlässt. Mesut Özil, dessen Stern bei der WM in Südafrika in voller Pracht erstrahlt, wechselt zum spanischen Top-Club Real Madrid. 18 Millionen Euro bekommt Werder für den begnadeten Mittelfeldakteur. Ein ähnlich talentierter Ersatz ist in Bremen derzeit nicht in Sicht...
Kurz vor Schluss der Transferperiode 2011 verlässt Per Mertesacker den Club. Der Kapitän wechselt nach fünf Jahren an der Weser für etwa neun Millionen Euro in die englische Premier League zu Arsenal London.
Nach der Saison 2011/2012 endet nach sieben Jahren auch die Ära Tim Wieses im Werder-Tor. Der Keeper bekommt in Bremen einen Vertrag zu verschlechterten Bezügen angeboten und enstchließt sich zu einem Wechsel zum Bundesligakonkurrenten TSG Hoffenheim - ablösefrei.
Nach insgesamt sechs Jahren an der Weser gibt Ausnahmestürmer Claudio Pizarro im Mai 2012 seinen endgültigen Abschied aus Bremen bekannt. "Ich möchte gegen Ende meiner Karriere noch einmal etwas anderes machen", sagt der Peruaner, der in 159 Spielen für Werder 89 Tore markierte. Er wechselt - wie bereits 2001 - zum FC Bayern München.
Etwas überraschend verlässt Verteidiger Naldo vor der Serie 2012/2013 Werder in Richtung Wolfsburg. Der Brasilianer ist immerhin ehrlich: "Ich verdiene dort mehr, die haben halt Volkswagen", sagt er dem "kicker" mit Verweis auf den VfL-Hauptsponsor.